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  • DE-13353 Berlin, DE-10178 Berlin
  • 10/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-213714)

Neugestaltung des Max-Josef-Metzger-Platzes


  • Zur Realisierung empfohlen


    Landschaftsarchitekten
    bgmr Landschaftsarchitekten, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Dr. Carlo Becker , Beatrix Mohren , Dirk Christiansen , Martin Stokman , Friederike Lichtenthal

    Erläuterungstext
    „Beweg Dich Max!“ – Ein grüner Platzraum in Bewegung
    In dem von gemischten Wohn- und Geschäftslagen geprägten innerstädtischen Stadtquartier soll sich der Max-Josef-Metzger-Platz zum attraktiven Begegnungsort für alle Generationen entwickeln. „Beweg Dich Max!“ ist ein Versprechen auf Entwicklung im Stadtteil. „Beweg Dich Max!“ ist auch eine Einladung zur aktiven Aneignung und Nutzung durch die Bewohner des Stadtteils und eine Aufforderung sich aktiv für den Max-Josef-Metzger-Platz einzusetzen.

    Robustes Grundgerüst
    Ein robustes Grundgerüst, alltagstaugliche Wegeverbindungen, der Erhalt der großen, zentralen Grünfläche sowie neue, vielfältige Nutzungsangebote können zur Grundlage für ein entspanntes Mit- und Nebeneinander unterschiedlicher Nutzergruppen im öffentlichen Raum werden. Indem unterschiedliche Nutzungsangebote an verschiedenen Orten angeboten werden, werden mögliche Konflikte im Gebrauch entschärft. Pflegeleichte, wartungsfreundliche Beläge und Ausstattungen sichern dauerhaft die neuen Qualitäten.

    Historische Erfahrung
    Der Platz wirkt heute in weiten Teilen ‚weggegrünt‘ und mit Ausnahme einzelner Sichtachsen- und Laufbezüge unübersichtlich. Das orthogonale Platz- u. Wegeraster der Konzeption von 1970 erschließt Nutzungsinseln in der Parkfläche, vernachlässigt jedoch die Außenbeziehungen. Im Gegensatz hierzu war die historische Anlage von 1876 stärker durch den Gegensatz von städtisch geprägtem Bürgersteig und innenliegender Parkanlage geprägt. Der Schmuckplatz richtete sich allerdings in erster Linie an den Flaneur - zu wenig für eine städtische Platzanlage von heute. Die vorliegende Konzeption nutzt die Stärken beider historischen Konzeptionen. Sie belebt die Tradition der städtischen Randbeziehung und stärkt zugleich die Eigenständigkeit des Parkanlagencharakters.

    Aktive Ränder, FreizeitSportband und grüne Mitte
    Die mit Bäumen überstandenen Platzkanten übernehmen eine Mittlerfunktion zwischen den angrenzenden Stadtstraßen und der zentralen, offenen Wiese. Kleinsteinpflasterflächen erweitern den Gehwegoberstreifen in die Platzfläche hinein. Sie werden durch begrünte Bauminseln, Sitzbereiche und Spielelemente gegliedert. So entsteht ein robuster, pflegeleichter Rahmen, der ausgehend von den öffentlichen Gehwegbereichen zum Verweilen und zur sportlich-spielerischen Aneignung des Platzes einlädt. Innenliegend begrenzt ein umlaufendes FreizeitSportband den befestigten Platzrahmen von der zentralen Liegewiese. Hier ist der Ort an dem Kinder mitten in der Stadt, ungefährdet Fahrrad-, Inliner- oder Skateboard fahren lernen können. Eine beiläufig auf dem feinen Asphalt markierte 400m-Linie kennzeichnet metergenau die neue Kiezlaufstrecke. Alle Bewegungsflächen werden barrierefrei hergestellt und folgen dem Prinzip des ‚Design for All‘.

    Mehr Durchblick
    Durch die Reduzierung von hochwüchsigen Sträuchern werden Sichtbeziehungen aus den angrenzenden Straßenräumen (Burgdorfstrasse, Ruheplatzstrasse, Gerichtsstrasse) in die Platzfläche wieder hergestellt. Angsträume werden vermieden. Der erhaltenswerte Baumbestand wird gesichert.

    Offen für neue Nutzungsideen aus dem Stadtteil
    Unter Einbeziehung der Anwohner und weiterer Akteure des Stadtteils (Schulen, Kitas, Jugendclub, Umweltzentrum, Kirche u.a. Seniorentreff u. a.) können die bereits erfassten Nutzerwünsche (Trampolin, ‚Fitness-Parcour‘, Tischtennisplatten, Boulefläche, Trinkwasserstelle u.a.) im Planungsprozess weiterentwickelt werden. Der Platzrahmen ermöglicht es auch auf derzeit unbekannte Nutzungserwartungen angemessen zu reagieren. Die Eckbereiche des Max-Josef-Metzger-Platzes sind zugleich wichtige Eingangsbereiche. Sie werden durch besondere Nutzungsangebote besetzt. Im Osten kann der vorhandene Spielplatz unter Wiederverwendung historischer Materialien aufgewertet werden. Am westlichen Platzende schafft ein markantes, bekletterbares Objekt ein besonderes Aktionsangebot für Kinder und Jugendliche. Das südliche Platzende bietet eine beiläufige Rastmöglichkeit auf dem Weg zu Bus und U-Bahn – optional inclusive Trinkwasserstelle.

    Denkmal im Kontext
    Der ‚Max-Josef-Metzger-Gedenkstein‘ bleibt am heutigen Standort erhalten, wird aber im neuen Platzrahmen integriert. Das vorhandene Denkmal ‚Trümmersäule‘ bleibt ebenfalls am Standort erhalten. Die Lösung aus dem Wegesystem und Freistellung an der –offenen, zentralen Wiesenfläche trägt dem Solitärcharakter des besonderen Bauwerks Rechnung.

    Generationengerecht, klimaangepasst, nachhaltig
    Der Entwurf bietet vielfältige Nutzungsangebote an unterschiedlichen Orten. Damit können Konflikte zwischen unterschiedlichen Nutzergruppen entflochten werden. Mit Angeboten an sonnigen und schattigen Orten, einer guten Durchlüftung und der Option für eine Trinkwasserstelle werden ein Beitrag zur Klimaanpassung und ein neuer Wohlfühlort geschaffen. Mit dem Konzept der großflächigen Rasenflächen mit Einzelbäumen, dem befestigten Wege- und Platzflächen am Rand und der Beschränkung von intensiver gestalteten Bereichen wird darauf geachtet, dass die Folgenkosten für Pflege und Unterhaltung im Rahmen bleiben und mit begrenzten Pflegemitteln dauerhaft leistbar sind.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 22.10.2015, 10:02
Zuletzt aktualisiert 29.10.2015, 15:43
Beitrags-ID 4-110716
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