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  • 1. Preis

    Perspektive Eingang

    Architekten
    kadawittfeldarchitektur, Aachen (DE), Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    [Projektleitung] Dipl.-Ing. Arch. D. Zweering Dipl.-Ing. Arch. M. Faber Dipl.-Ing. C. Helmus [Visualisierung] Dipl.-Ing. S. Thomas Cand. Arch. M. Rahmfeld Cand. Arch. A. Dierkes Cand. Arch. J. Kröber [Modellbau] Cand. Arch. S. Sosnowski , TGA Ingenieurgemeinschaft TEN Dipl. -Ing. Werner Willms Brandschutz ÖKOTEC Sachverständige Ingenieure E. Obst + Partner

    Preisgeld
    60.000 EUR

    Erläuterungstext
    World of Sports

    Das neue Marketing und Operationsmodul MOM bildet einen wichtigen Baustein zur Komplettierung der adidas World of Sports auf dem Standort der Herzo-Base in Herzogenaurach.
    Der Campus der World of Sports wird von einer lockeren Anordnung individueller Baukörper gebildet, die jeder für sich eine prägnante und einzigartige Architektursprache sprechen, sich jedoch gleichzeitig in das vielfältige Ensemble im grünen Park eingliedern.

    Campus-Plaza

    Die Integration des neuen MOM in das Campus-Konzept wird zur bestimmenden Fragestellung des Entwurfs. Um die außerordentliche Qualität des Campus zu intensivieren, stellt sich unser Entwurf ebenfalls als eindeutiger Baukörper mit klaren Konturen in den Park. Der Campus wird hierbei jedoch nicht verdrängt oder verkleinert, sondern fließt in das Gebäude hinein und setzt sich als semi-temperierter Campus-Plaza im Inneren fort.
    Das Gebäude positioniert sich zum zentralen Bereich der World of Sports als ein schwebender horizontaler Baukörper unter dem sich der grüne Park in das Gebäude hinein fortsetzt. Als schwebendes Pendant zum schwarzen liegenden Baukörper des Brand Center nimmt es trotz des großen Bauvolumens dessen angenehme Maßstäblichkeit an.
    Aus der Idee des klaren Baukörpers und dem Einfließen des Parks ins Innere des Gebäudes ergibt sich eine ringförmige Anordnung der Büroflächen des Office Modules um einen zentralen Hallenraum. Hierdurch wird es möglich, daß jede Abteilung vom freien Ausblick in den bemerkenswerten Landschaftsraum in und um die World of Sports auf der Herzo-Base profitieren kann. Gleichzeitig besteht überall die Möglichkeit einer visuellen Beziehung zur Campus-Plaza als kommunikativem Herz des MOM. Auf diese Weise ist an jeder Stelle des Gebäudes eine optimale und einfache Orientierung und Bezug zum Außenraum garantiert, welche wesentlich zu einer angenehmen Arbeitsatmosphäre beitragen.
    Das Gebäude zergliedert sich ganz bewusst nicht in verschiedene Trakte und Abteilungen, sondern versucht das Gemeinschaftsgefühl, das gemeinsame kreative Arbeiten in einem Haus, zu stärken.
    Der Hallenraum der Campus-Plaza entsteht als zusätzliche Fläche zur geforderten Nutzfläche und kann für vielfältige Veranstaltungen und Events genutzt werden. Sie stellt so einen Mehrwert ohne Mehrkosten dar, der sich auf Grund der vielfachen haustechnischen und konstruktiven Vorteile rechnen lässt. Die auf Grund des guten A/V-Verhätnisses und der Funktion als effektiver Klimapuffer entstehenden Vorteile sind technischen Bericht TGA näher erläutert.

    Laces

    Der umlaufende Ring des Office Modules und die dadurch lineare Anordnung der Büro-Units bietet größtmögliche Flexibilität in der Anordnung der Abteilungen. Diese können zudem sehr flexibel auf Veränderungen reagieren, da die brandschutztechnische Größenvorgabe der Büro-Units in den Hintergrund rückt. Nichtsdestotrotz stehen für jede Unit ausreichende Vertikalerschließungspunkte zur Verfügung, die vom Foyer aus direkt begangen werden können und über die auf kurzem Weg jede Unit bzw. Abteilung erreicht werden kann.
    Innerhalb der einzelnen Geschosse ermöglichen freie Verbindungsgänge, die Laces, ein Höchstmaß an interner Kommunikation zwischen den Abteilungen. Diese Verbindungsgänge „schnüren“ gleichsam den Baukörper zu einem einzigartigen hochkommunikativen Bürogebäude zusammen, in dem sich die besondere kreative Atmosphäre dem MOM ablesen lässt, ohne dass Abteilungen durchquert werden müssen.
    Immer dort, wo die Laces in die gleichförmig umlaufenden Büroflächen eintauchen, brechen sie diese auf lassen offene Kommunikationsbereiche und Sonderflächen entstehen, die allgemein genutzt werde können. Zudem öffnet sich das Gebäude an diesen besonderen Stellen nach außen, bietet Ausblick in die umgebende Landschaft und kleine Terrassen zum Verweilen an.

    Erschließung

    Die Erschließung des Gebäudes erfolgt über den Campus, der sich unterhalb des zweigeschossig schwebenden Büroriegels in das Gebäude hineinfließt und zur Campus-Plaza wird. Im Eingangsbereich finden sich neben dem Empfang das Cafe/Bistro und der Konferenzbereich, die eine Fortsetzung der belebten Atmosphäre des Campus sicherstellen. Der Empfang ist zentral angeordnet und bietet beste Vorraussetzungen, den Zugang des Gebäudes zu kontrollieren.
    Eine zentrale Treppe, sowie beidseitig angeordnete Aufzugskerne ermöglichen von hier die vertikale Vernetzung mit den Laces der Obergeschosse. Je nach Aufteilung der einzelnen Bürogeschosse können sämtliche Büro-Units auch über separate Erschließungskerne erreicht werden. Auf diese Weise kann störender abteilungsquerender Verkehr vermieden werden. Gleichzeitig besteht aber die Möglichkeit eng verknüpfte Abteilungen direkt zu verbinden.
    Neben dem Hauptzugang von der Campusseite besteht für die Mitarbeiter die Möglichkeit die Campus-Plaza über den zum Parkplatz orientierten Nebeneingang zu betreten.

    Innovation Valley

    Innerhalb des Bauköpers bildet das Innovation Module eine autarke Einheit mit eigener Zutrittskontrolle. Der Bereich des a.I.T. nutzt hierfür den hinteren querverlaufenden Riegel, die anderen Abteilungen nutzen die abfallende Topografie des Geländes und befinden sich unterhalb des Eingangsniveaus. Das Biomechanical Lab erweitert sich als topografisch geformte Fläche in den Aussenbereich.
    Sämtliche Abteilungen des Innovation Modules lagern sich um einen innenliegenden grünen Hof, das Innovation Valley, das sich auf diese Weise vom Rest des Atriums absetzt. Alle Abteilungen des Innovation Module werden über einen zentrales Foyer erschlossen, so dass zum einen eine sichere und einfache Zugangskontrolle, zum anderen eine enge Verknüpfung der Abteilungen mit kurzen Wegen möglich ist.

    Service Module

    Unterhalb des zum Campus hin angehobenen horizontalen Büroriegels setzt sich der Park im Inneren des Gebäudes fort. Die mittels ETFE-Kissen transparent überdachte Halle bietet ein außenraumähnliches Ambiente. Rechts und links lagern sich die öffentlichen bzw. halböffentlichen Funktionen des Services-Modules, Cafe/Bistro und Konferenzbereich an das Campus-Valley an.
    An der schmalsten Stelle der Halle befindet sich der Empfang, von dem aus jeweils über die zentrale Treppe oder rechts und links über Aufzüge die Laces der einzelnen Geschosse erreicht werden. Durch diese Position lässt sich die Halle optimal kontrollieren.
    Der Konferenzbereich kann sehr flexibel entweder intern genutzt werden oder ganz oder teilweise öffentlich zugänglich gemacht werden.
    Der Cafe und Bistrobereich kann sich ebenfalls flexibel entweder südseitig nach Außen oder in den Hallenraum des Campus-Valley ausweiten. So besteht für die Mitarbeiter des Hauses ganzjährig die Möglichkeit witterungsunabhängig auf einer Terrasse im Campus zu speisen oder zu verweilen.
    Der Bereich Fit+Wear ist ebenfalls erdgeschossig im Bereich der zentralen Erschliessung angelagert und befindet sich in optimaler Nähe zum Empfangsbereich und den zugeordneten Büroeinheiten.

    Erweiterung / 2.Bauabschnitt

    Einer der wichtigsten Aspekte bei der Gestaltung und Positionierung der beiden Bauabschnitte war die Notwendigkeit, dass bereits mit dem 1.Bauabschnitt ein autarker Baukörper den Campus komplettiert, der sich durch den 2.Bauabschnitt sinnfällig zum Ensemble arrangieren lässt.
    Der zweite Bauabschnitt greift hierzu die Logik des ersten Bauabschnittes auf. Ein sich zum 1.Bauabschnitt öffnender Baukörper führt die Idee der Halle und der Laces fort. Es besteht die Möglichkeit sowohl nur erdgeschossig als auch je nach Anforderung in jedem Geschoss eine Verbindung mit den Laces des 1.BA herzustellen.

    Anlieferung

    Wie bereits beim Innovation Modul wird die topografische Situation genutzt, um auf einfache Weise direkt im Untergeschoss anzuliefern. Entlang eines Geländeversprungs, der der zukünftigen Kontur des 2.Bauabschnittes folgt, wird der Manipulationsbereich angefahren. Dieser befindet sich unterhalb des Geländeversprungs und ist somit komplett überdacht, so dass keine störenden Konflikte mit den darüber befindlichen Büronutzungen entstehen. Von der zentralen Anlieferstelle wird neben den unmittelbar angelagerten Lagerflächen auch der zentrale Lastenaufzug und der Paketdienst auf kürzestem Weg erreicht.

    Die Anlieferung des Innovation-Moduls erfolgt separat auf der Ostseite des Areals und ebenfalls ebenerdig im Untergeschoss. Durch die zentrale Positionierung innerhalb des Moduls, sind für sämtliche Bereiche optimal kurze Wege gewährleistet.

    Kompaktheit

    Durch die Kompaktheit und die Überdachung der Halle mittels transparenter ETFE-Kissen erhält das Gebäude ein hervorragendes Verhältnis von Volumen zu Hüllfläche, welches sich positiv auf die Unterhaltskosten auswirkt. Der Hallenraum kann als Klimapuffer herangezogen werden und ganzjährig vortemperierte Frischluft bieten. Auf diese Weise hat die Fassade zum Hallenraum geringere Anforderungen und kann entsprechend kostengünstiger hergestellt werden. Durch den Sonnenschutz im Dachbereich entfällt der aufwendige individuell gesteuerte Sonnenschutz an den Innenfassaden.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.