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  • DE-91052 Erlangen
  • 11/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-217578)

Quartiersentwicklung Paul-Gossen-, Nürnberger Straße


  • 3. Preis

    Lageplan

    Architekten
    baum - kappler architekten gmbh, Nürnberg (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Andreas Baum

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Frank Kiessling landschaftsarchitekten, Berlin (DE)
    Bauphysiker: Wolfgang Sorge Ingenieurbüro für Bauphysik GmbH & Co. KG, Nürnberg (DE)

    Preisgeld
    12.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Preisgericht begrüßt den städtebaulichen Ansatz, nach dem die identitätsgebende Mitte des Wettbewerbsgebiets geschont und von baulichen Eingriffen konsequent freigehalten wird. Folgerichtig werden die Eingriffe in den Randlagen konzentriert, wo sie präzise gesetzt sind und situativ plausibel erscheinen.

    Aus diesem Ansatz resultiert die besondere landschaftsräumliche Qualität des Entwurfes, der den Baumbestand weitgehend unberührt lässt. Dieser kann so seine besondere Atmosphäre entfalten. In den anderen Bereichen bleibt der Freiraum eher schematisch und geht weniger differenziert auf die unterschiedlichen Situationen ein.

    Dieser baulich überzeugende Ansatz zeigt bei näherer Betrachtung der vorgeschlagenen Entwurfslösungen architektonische Unklarheiten und räumliche Schwächen, wenn zum Beispiel das nördliche Gebietsentree zwar mit einem kleinen Stadtplatz formuliert wird, dieser aber nur durch einen schmalen Zuweg erschlossen wird und gegenüber der Nachbarschaft zu introvertiert wirkt. Auch stören die hier querenden, teils langen Zufahrtswege zu den Tiefgaragen, welche dezentral den punktuellen Neubaulösungen zugeordnet sind.

    Entlang der Nürnberger Straße ist eine weitgehend offene Baustruktur geplant, so dass der Schall nach wie vor in den Binnenbereich des Quartiers eindringt. Der geschlossene Riegel an der Paul-Gossen-Straße schirmt die dahinter liegenden Bereiche von Lärm gut ab. Dieser rückt jedoch näher an das bestehende Gewerbe im Süden heran. Daher sind ergänzende Maßnahmen zum Schutz vor Gewerbelärm erforderlich. Die geplanten Gebäuden im Nordosten rücken näher an die östlich gelegene Sportanlage heran, Lärmkonflikte sind daher nicht auszuschließen.

    Das bestehende Erschließungssystem wird ergänzt um beidseitige Gehwege und eine veränderte Verkehrsführung in der nördlichen Zufahrt (Hans-Geiger-Straße). Die im Straßenraum und in neun Tiefgaragen angeordneten Stellplätze sind mengenmäßig mehr als ausreichend.

    Die Aufstockungen entlang der Nürnberger Straße sind jeweils mit zwei Treppenhäusern und Laubengangerschließung planerisch korrekt entwickelt, leisten aber architektonisch und hinsichtlich des hier gewünschten Schallschutzes keinen überzeugenden Beitrag.

    Auch aus Mietersicht bilden die peripheren Baumaßnahmen einen gut verträglichen Umgang mit dem Gebiet ab, wobei die eigentlichen Architekturvorschläge teils gute Qualitäten und räumliche Verbesserungen versprechen, teils unverständlich und zufällig erscheinen.

    Insgesamt eine Arbeit, die planerisch wie baulich hohe Akzeptanz und eine gute Durchführbarkeit verspricht, im Detail aber Fragen zu Raumbildung, Immissionsschutz und Nutzungsqualität offenlässt.