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  • CH-6285 Hitzkirch, CH-6285 Hitzkirch
  • 02/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-217710)

Schulraum Kindergarten und Sekundarstufe


  • Gewinner Zur Realisierung empfohlen

    kein Bild vorhanden
    Landschaftsarchitekten
    Mettler Landschaftsarchitektur, Gossau (CH), Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Rohrer Sigrist Architekten, Luzern (CH)
    Visualisierer: MAI Architektur GmbH, Luzern (CH)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Projekt „aurelia“ legt ein grosses neues Gebäude mit Doppelkindergarten und Sekundarschule in den Kontext der bestehenden Bauten und ordnet damit das ganze Schulareal neu. In diesem Gebäude wird das gesamte Nutzungsprogramm untergebracht. Der zweigeschossige, lange Gebäudekörper wird präzise mit der Geometrie des Trottenmattschulhauses und des Kindergartens verbunden. Mit seiner Grösse und seiner Prägnanz im Ausdruck wird es zum eigenständigen neuen Schulhaus, neben den Schulhäusern „Trottenmatt“ und „Passerelle“, ergänzt und stärkt dadurch auf plausible Weise das heterogene Ensemble der Schulanlage.

    Der längliche Gebäudekörper teilt den Aussenraum der Schulanlage. Auf der Ostseite liegt der neue Garten zu den Erdgeschossnutzungen; auf der Westseite der Pausenplatz. Durch folgende geschickte Eingriffe wird ein neues Zentrum für die Schulanlage aktiviert: Mit dem Baumdach wird die Bedeutung des Pausenplatzes unterstrichen; die gedeckte Eingangshalle des „Trottenmatt“ findet seine Pendant in der Eingangshalle von „aurelia“, beide öffnen sich zum Pausenplatz; die Schulbibliothek als öffentlichste Nutzung zeigt sich mit einer langen Fassadenfront an diesem neuen Ort und betont dessen Bedeutung.

    „aurelia“ ist ein Beitrag mit guter Bearbeitungstiefe und mit hoher architektonischer Qualität. Die einfache und klare Grundrisstypologie ist sorgfältig an die verschiedenen Bedürfnisse und Situationen angepasst. Dadurch wird ihre Variabilität anschaulich dargestellt. Die Klassenzimmer des Erd- und Obergeschosses werden auf entgegengesetzte Seiten orientiert. Lärmige Aktivitäten des Kindergartens können so den Unterricht im Obergeschoss nicht stören. Die Lichthöfe sind präzise eingesetzt um die Belichtungsverhältnisse im Erdgeschoss zu verbessern, was angesichts der grossen Raumtiefe unbedingt erforderlich ist. Zu überprüfen ist in diesem Zusammenhang, der Baum im Lichthof und der tiefe Sturz im Erdgeschoss; beide Vorschläge führen zu einer Verschlechterung der Lichtverhältnisse in den Räumen.

    Die Nutzungsanordnung im EG ist optimal: Der Schulhauseingang und die Bibliothek liegen vis-a-vis des Einganges ins „Trottenmatt“-Schulhaus und markieren so ein eigentliches neues Zentrum in der Anlage. Der Kindergarten im Erdgeschoss hat direkten Zugang zu Garten und Spielplatz. Die Natur- und Klassenzimmer der Sekundarstufe liegen im Obergeschoss. Dass zwei Klassenzimmer somit abgetrennt von den übrigen liegen, wird schulisch als erheblicher Nachteil erachtet, welcher behoben werden muss. Die Erschliessung des bestehenden Kindergartens aus der neuen, nördlichen Eingangshalle ist aus der Sicht des Neubaus verständlich; jedoch ist der Vorschlag für die neue innere Erschliessung nicht befriedigend.

    Plausibel sind die Überlegungen zum Brandschutz-Konzept und den Fluchtwegen. Die einfache Fassadenkonzeption ist schlüssig und plausibel aus der vorgeschlagenen Holzbauweise entwickelt. Allerdings beeinträchtigt das breite Sturzbandes im Erdgeschoss in unerwünschter Weise den Lichteinfall in die Klassenräume; eine bessere Lösung ist zu prüfen.

    Das Projekt unterscheidet drei Umgebungsbereiche: den Schulhausplatz, den offenen Spielbereich mit dem Biotop und den Garten des Kindergartens. Die Auszeichnung des Schulhausplatzes mit einer Baumgruppe ist wichtig. Sie unterstützt die oben erwähnte Bedeutung dieser Stelle in der Gesamtanlage als neues Zentrum. Es ist fragwürdig, ob das Biotop an diesem stark besuchten Ort der Kinder bestehen kann. Die restliche Gestaltung des östlichen Aussenraumes scheint einleuchtend, mit Ausnahme der Hecke, welche den Spielbereich des Kindergartens zu stark von der restlichen Anlage trennt.

    „aurelia“ überzeugt, indem es mit einer Geste eine neue, sinnvolle Ordnung und räumliche Hierarchie in der heterogenen Schulanlage etabliert. Auf sorgfältige Weise wird der neue Baukörper in den Kontext eingefügt; im äusseren Ausdruck wie in der Nutzungsanordnung. Indem nur an einer Stelle und mit nur einem Gebäude eingegriffen wird, liegen die Kosten im Bereich des Machbaren. Die Nachteile, welche betrieblich durch das Abtrennen von zwei Klassenzimmern resultieren, können mit einer Umdisponierung der Nutzung behoben werden.


INFO-BOX

Angelegt am 09.12.2015, 10:33
Zuletzt aktualisiert 11.12.2015, 08:41
Beitrags-ID 4-113318
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