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  • CH-9533 Kirchberg SG, CH-9533 Kirchberg SG
  • 01/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-193807)

Neubau Werkhof und Bürogebäude rwt Regionalwerk Toggenburg AG


  • 3. Rang 3. Preis

    Perspektive, © Auer Weber

    Projekt
    Netz.Werk.Hof

    Architekten
    Auer Weber, Stuttgart (DE), München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: LATZ+PARTNER LandschaftsArchitektur Stadtplanung, Kranzberg (DE)
    Tragwerksplaner: merz kley partner, Dornbirn (AT), Altenrhein (CH)

    Erläuterungstext
    Städtebau
    - Die unterschiedliche städtebauliche Ausrichtung der Nachbarbebauung (Fleischwarengroßhandel und der Abfallverwertungsanlage) sowie der trapezförmige Grundstückszuschnitt resultieren in einem rautenförmigen, die Kubatur des Neubaus bestimmenden Achsraster.
    - Als Sinnbild für die künftige zentrale Funktion des neuen Werkhofes sollen alle für den Betrieb notwendigen Prozesse in einer Hülle, bzw. unter einem Dach abgebildet werden.
    - Die dadurch erforderliche hohe Flexibilität im Erdgeschoss als Voraussetzung für reibungslose Lade- Entladevorgänge führt dazu, dass große Bereiche stützenfrei ausgeführt werden müssen
    - Durch einen modularen Aufbau sollen die bessere Unterteilbarkeit der Nutzungseinheiten (rwt/Fremdmieter) sowie die selbstverständliche Erweiterbarkeit der Struktur auf das Nachbargrundstück gewährleistet werden.
    - Für den störungsfreien Betrieb sollen Besucher- und Werksverkehr konsequent voneinander getrennt werden

    Architektonisches Konzept
    Die vorgeschlagene Gebäudetypologie besteht aus drei parallelen, zweigeschossigen Gebäuderiegeln, die auf einem durchgehenden Plateau auf Ebene +1 angeordnet werden. Unter dem Plateau, auf Ebene 0 befindet sich der gesamte Werkhofbetrieb. Alle Gebäudeteile werden durch eine gemeinsame äußere Hülle aus vertikalen Lärchenholzprofilen zu einer als Gesamtkomplex erfahrbaren Einheit zusammengefasst. Die äußere Hülle sowie die Gebäuderiegel umschließen geschützte Innenhofbereiche auf Ebene +1, unter denen sich die oben erwähnten erforderlichen stützenfreien Felder im Erdgeschoss befinden. Die öffentlichkeitswirksamen Bereiche (Foyer, Kundenbetreuung) befinden sich an prominenter Stelle im Zufahrtsbereich von der Autobahn Ecke Neue Industriestraße / Zwizachstraße, der Schwerpunkt der Werkhoflogistik an gegenüberliegender Seite Richtung Südwesten.

    Ebene 0 – Werkhof:
    Die Lager- und Logistikbereiche werden aufgeteilt in einen Warmlager- und Kaltlagerbereich zu beiden Seiten einer zentralen Erschließungsmagistrale. Im Kaltlagerbereich wird zur Optimierung der Ladeprozesse – insbesondere von langen Rohren, schweren Trafos und Kabelrollen – im stützenfreien Bereich zwischen den Gebäuderiegeln eine Kranbahn vorgeschlagen als sinnvolle Ergänzung zum Fahrzeug-montierten Kran (schnellere Ladevorgänge). Im Warmlagerbereich befinden sich das als Palettenlager konzipierte Großmateriallager, das zweigeschossige Kleinmateriallager sowie die Werkstätten. Das Foyer präsentiert sich als großzügige Eingangshalle mit Galerie, Showroom und Fenster in die Lagerbereiche. In zentraler Lage, unmittelbar an den Eingangsbereich grenzend, befindet sich die Leitwarte.

    Ebene +1 – Administration, Sitzung, Cafeteria:
    Der östlicher und mittlerer Riegel der Büroetagen werden durch rwt genutzt, der westlicher Riegel kann vorübergehend fremdvermietet werden. Das Foyer und die gemeinschaftlich genutzte Cafeteria sind als als Verbindungsbauten zwischen den Bürotrakten konzipiert und Öffnen sich zu begrünten Dachterrassen und Loggien. Der Sitzungsbereich im mittleren Gebäuderiegel ist wahlweise der Cafeteria zuschaltbar und
    ermöglicht damit auch kurze Wege für Catering-Personal. Der Sitzungs- und Rapportraum wird unmittelbar dem nordöstlichen Erschließungskern zugeordnet.

    Ebene +2 – Kommunikation, Technischer Dienst, Planwesen:
    Die dreibündige Büroorganisation mit Mittelzone für Archive und temporäre Besprechungszonen ermöglichet ein Höchstmaß an Flexibilität in der Grundrissgestaltung. Im fremdvermieteten Bereich stehen flexibel erweiterbare Aufstellflächen für Server zur Verfügung.

    Ebene -1 – Tiefgarage, Lager, Haustechnik:
    Die Aufstellflächen für Firmenfahrzeuge befinden sich in Nähe der Ein- und Ausfahrt. Die Tiefgaragenzufahrt befindet sich außerhalb der Werksumzäunung und kann für den Fall einer Bebauung des südlich anschließenden Grundstückes als gemeinschaftliche Zufahrt dienen.

    Erschließung
    Die Gebäudestruktur und -ausrichtung ermöglicht die als Entwurfsprämisse formulierte konsequente Trennung von Besucher- und Werksverkehr. Der Haupteingang öffnet sich Richtung Autobahnausfahrt und Brücke. In diesem Bereich werden die
    ebenerdigen Besucherstellplätze und Fahrräder angeordnet. Die gesamte Nord- und Ostseite kann von Werksverkehr freigehalten werden und bildet das repräsentative Entrée für das neue Regionalwerk an der Zwizachstraße. Die Zufahrt für Werksfahrzeuge und zur Tiefgarage erfolgt von Süden. Der gesamte Werksverkehr und die Ladevorgänge werden über einen Ringschluss im süd-westlichen Gebäudeteil abgewickelt. Im Bedarfsfall kann auch eine Ausfahrt nach Norden über die Zufahrtsbrücke auf die Zwizachstraße
    angeboten werden, sie ist jedoch für die Funktionsabläufe des Werkhofes nicht zwingend
    erforderlich. Die südlichen Freiflächen sind gro.zügig dimensioniert und bieten Platz für Rangiervorgänge sowie für die Aufstellfläche des langen Rohranhängers senkrecht zum Gebäude. Die Gebäuderiegel der Obergeschosse sind durch peripher angeordnete Verbindungsflure engmaschig „vernetzt“. Dadurch werden sowohl Verwaltungs- und Bürobereiche mit kurzen Wegen als auch die künftige Erweiterbarkeit des Erschließungssystems auf weitere Gebäudeabschnitte im Bereich des westlich anschließenden Grundstücks sichergestellt.

    Materialität und Erscheinungsbild
    Der in den Unternehmenszielen von rwt formulierte Anspruch nach Schaffung eines „wirtschaftlichen Mehrwerts für die Region, ohne dabei die Ökologie aus den Augen zu lassen“ spiegelt sich in der Wahl der Konstruktion und Materialien wider, die für den Neubau zum Einsatz kommen. Dabei spielt neben einer äußerst wirtschaftlichen Bauweise die Anwendung von Holz als eine ökologischer, nachwachsender Rohstoff eine zentrale Rolle: es kommt sowohl für die Konstruktion der gedämmten Außenwände als auch als Imageträger in einer vor der Funktionsfassade angebrachten durchlässigen Schicht zur Anwendung. Engmaschig gesetzte vertikale Lärchenholzprofile hüllen das Gebäude auf voller Höhe ein, bilden einen Sichtschutz zu den erdgeschossigen Werkhofbereichen, ermöglichen jedoch auch gleichzeitig den Blick nach außen aus den obergeschossigen Büroflächen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.