loading
  • DE-47809 Krefeld, DE-47798 Krefeld
  • 02/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-204488)

Neugestaltung des Wohnquartiers „Herbertzstraße“


  • 3. Preis

    © Konrath und Wennemar Architekten / Visualisierung: Björn Rolle

    Architekten
    Konrath und Wennemar Architekten Ingenieure, Düsseldorf (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Oliver Konrath , Harald Wennemar

    Mitarbeit
    Stefan Luchmann, Stefanie Hermanns, Lisa Schröder

    In Zusammenarbeit mit:
    Modellbauer: ARCHIDA Architekturmodelle Ingo Kerst, Heiligenhaus (DE)
    Tragwerksplaner: Pirlet & Partner Ingenieurgesellschaft mbH, Köln (DE), Düsseldorf (DE)
    Landschaftsarchitekten: GREENBOX Landschaftsarchitekten, Köln (DE), Düsseldorf (DE), Stuttgart (DE)

    Erläuterungstext
    Entwurfskonzept / Leitidee

    Das robuste städtebauliche Konzept wird bandartig gegliedert. In Ost-West-Richtung nimmt die Baudichte in drei Bändern von der Herbertzstraße (MFH) über das Zentrum (EFH und Stadtvillen) zur westlichen Grundstücksgrenze (EFH) hin ab.
    Für das Baufeld 1 wird eine elegante, aus der niederrheinischen Klinkertradition abgeleitete Architektur vorgeschlagen, die an der Herbertzstraße zu einer neuen Adressbildung führt.
    Einfache Gebäudekubaturen und Bauweisen lassen bei hohem gestalterischen Anspruch eine wirtschaftliche Realisierung erwarten.
    Es entstehen hochwertige, bezahlbare Wohnungen für viele Gesellschaftsschichten.

    Erschließung

    Die nord-süd orientierten Bänder werden durch die ost-west ausgerichteten Erschließungsstraßen gegliedert.
    Die Nahtstellen zwischen den Bändern dienen der fußläufigen Vernetzung und werden als öffentliche Freianlagen mit Aufenthaltsqualität gestaltet.
    3 Quartiersplätze und das ost-west-orientierte Park-Band bilden ein attraktives Freiraumangebot für das Quartier.
    Die Erschließung erfolgt über die vier ost-west ausgerichteten Stichstraßen (Verkehrsbänder) von der Herbertzstraße aus. Hier ist ein Großteil der Stellplätze für alle Wohnformen als straßenbegleitende Senkrechtparker angeordnet.
    In Nord-Süd Richtung werden die Stichstraßen durch zwei fußläufige Grün- und Erschließungsachsen überlagert. Über diese Spielstraßen sind alle Hauseingänge der Einfamilienhäuser, die Quartiersplätze und die Geschosswohnungsbauten erreichbar.
    In eingeschränktem Umfang können sie auch von den Anliegern der Einfamilienhäuser befahren werden. Ein Teil der Häuser verfügt über Garagen direkt am Haus. Auch zu Ladezwecken und für Rettungs- und Entsorgungsfahrzeuge sind die Spielstraßen daher für KFZ befahrbar. Ihre Gestaltung als gepflasterte Mischverkehrsfläche mit hohem Grünanteil vermittelt jedoch den Eindruck einer hochwertigen Grünfläche und nicht den einer Straße.
    Die Hauseingänge der Geschosswohnungsbauten liegen alle an der Herbertzstraße oder an den Stichstraßen. So entstehen halböffentliche Blockinnenbereiche, die als Quartiersplätze genutzt werden können.
    Als Bindeglied zwischen allen Siedlungsteilen dienen die Spielstraßen im Zusammenspiel mit den Quartiersplätzen.
    Die Treppenhäuser der Geschosswohnungsbauten ermöglichen die Anhebung des Erdgeschosses um ca. 1m. Dies spart Baukosten (weniger Aushub), fördert die Differenzierung der Freibereiche in privat (angehoben) und öffentlich (Strassenniveau) und steigert die Qualität der Erdgeschosswohnungen, die so von den Straßen aus nicht mehr einsehbar sind.
    Über die Treppenhäuser werden die oberirdischen Wohngeschosse und die Tiefgaragen barrierefrei erschlossen. Die Wohnungen sind als 2- oder 3-Bünde organisiert. Die Penthäuser in den Staffelgeschossen können direkt mit den Aufzügen angefahren werden.
    Für die Mehrfamilienhäuser stehen Tiefgaragen zur Verfügung, in denen ca. 80% der erforderlichen Stellplätze angeordnet werden können.
    Die Erschließung erfolgt von den Stichstrassen aus, um eine Anbindung an die Herbertzstraße verkehrstechnisch zu vermeiden. Jeder Baublock verfügt über eine Mittelgarage, die über eine einspurige Rampe erschlossen werden kann.

    Funktionalität

    Geschosswohnungsbau
    Es wird großer Wert auf eine gestalterisch hochwertige aber dennoch wirtschaftliche Bauweise gelegt. Es wird eine sehr einfache Gebäudekubatur mit optimiertem Fassadenanteil vorgeschlagen. Fassaden Vor- und Rücksprünge werden weitgehend vermieden. Dies spart nicht nur Baukosten, sondern unterstützt auch die elegante, niederrheinisch inspirierte Klinkerarchitektur.
    Loggien schaffen hervorragend nutzbare private Außenbereiche für die Wohnungen und sind so angeordnet, dass sie von Außen kaum einsehbar sind.
    Für das Gebäude der Alexianer Krefeld GmbH wird das nördliche Grundstück an der Herbertzstraße vorgeschlagen, da hier auf einem gut realteilbaren Teilgrundstück ein eigenständiges Bauprojekt entstehen kann, das sich dennoch in die Fassadenabwicklung entlang der Herbertzstraße integriert.

    Einfamilienhäuser
    Der Entwurf zeigt die größtmögliche Anzahl der Häuser. Doppelhaushälften können zu freistehenden Einfamilienhäusern zusammengefasst werden. Reihenhäuser können in Doppelhaushälften untergliedert werden. So lässt der Entwurf Spielraum für unterschiedliche Vermarktungsstrategien.
    Es sollte darauf geachtet werden, dass die Dichte nach Westen hin tendenziell eher abnimmt, freistehende EFH also eher im westlichen Bebauungsband angeordnet werden.

    Tiefgarage
    Für jedes Baufeld wird aus wirtschaftlichen Gründen max. eine natürlich belüftete unterirdische Mittelgarage vorgeschlagen, die über eine einspurige Rampe erschlossen werden kann und keine mechanische Be- und Entlüftung benötigt. Stellplätze, die nicht in der Tiefgarage Platz finden, werden oberirdisch angeordnet. Der Boden der Tiefgaragen wird als gepflasterte Fläche, ohne Bodenplatte ausgeführt. Die Anordnung der Fahrgassen erfolgt statisch optimiert, so dass eine Stützenreihe unter der aufgehenden Gebäudefassade steht.

    Materialien und Konstruktion

    Konstruktion
    Die Gebäude werden in Massivbauweise errichtet. Decken und Kelleraußenwände können in Filigranbauweise errichtet werden. Tragende Wände in KS oder StB. Nichttragende Innenwände als GK Wände oder Gipsdielen, evtl. auch Bimssteine.
    Dächer werden als Flachdächer in StB-Bauweise teilweise mit Dachterrassen und ext. Dachbegrünung ausgebildet.

    Materialien
    Die Fassaden werden als Wärmedämmverbundsystem mit Mineralwolldämmung (Nachhaltigkeit!) und rötlichen Klinker-Riemchen errichtet.
    Fenster als Kunststofffenster Anthrazit mit 3-Scheibenisolierverglasung.
    Geländer und Absturzsicherungen als verzinkte Stahlkonstruktionen.
    Bodenbeläge in den Treppenhäusern aus Werkstein.
    Bodenbeläge in den Wohnungen als Parkett / Laminat bzw. Feinsteinzeug in den Bädern.

    Energetisches Konzept

    Technische Ausrüstung
    Die Wärmeerzeugung erfolgt über eine Gasbrennwertanlage mit solarer Unterstützung durch Vakuum- Röhrenkollektoren für die zentrale Warmwasserversorgung und die Fußbodenheizungssysteme in Kombination mit Pufferspeicher und Frischwasserstation. Die Wohnungen erhalten Einzelraumregelungen und sämtl. erf. Verbrauchsmesseinrichtungen.
    Anfallende Schmutz- und Regenwassermengen werden im Trennsystem direkt den Kanalhausanschlüssen zugeleitet. Entwässerungssysteme unterhalb der Rückstauebene erhalten Tauchpumpenanlagen.
    Zur Sicherstellung der nutzerunabhängigen „Dauerlüftung“ in Anlehnung an die Nennlüftung mit den erf. Mindestluftwechselraten auch zum Feuchteschutz werden die Wohnungen dezentral mit einer kontrollierten Wohnungslüftung einschl. Wärmerückgewinnung und Filtereinrichtungen ausgestattet.
    Die Räume im Kellergeschoss werden über Nachströmeinrichtungen natürlich belüftet und mechanisch entlüftet mit Fortluftführung in die Tiefgarage; diese wird natürlich be- und entlüftet.
    Elektroinstallationen und Multimediaeinrichtungen mit angemessener Ausstattungsqualität und den erf. Rauchwarnmeldern sowie allgemeine Beleuchtungskörper in LED- Technik.
    Mit dieser Anlagenkonzeption werden die Anforderungen der Energieeinsparverordnung 2016 und darüber hinaus auch die Vorgaben zum KfW55- Standard mit optimierten Betriebskosten erfüllt.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.