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  • DE-87600 Kaufbeuren
  • 02/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-208089)

Neugestaltung Fußgängerzone


  • Anerkennung

    Lageplan

    Landschaftsarchitekten
    Schegk Landschaftsarchitekten | Stadtplaner, Haimhausen (DE), Memmingen (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Konzept
    Als belebtes Band zieht sich die Fußgängerzone vom Kemptener
    Tor bis zur Kaiser-Max-Straße durch die Altstadt von Kaufbeuren.
    Der neue, ruhig und ebenflächig gestaltete Stadtboden
    betont die klare Fassung der historischen Gebäudestruktur und
    stärkt die Wahrnehmbarkeit der abwechslungsreichen Fassaden.
    Als funktionale und gestalterische Elemente begleiten
    sanft schwingende Rinnenabschnitte den Belag und führen als
    visuelle und taktile Leitlinie durch die Fußgängerzone.
    Als belebter Aufenthaltsort bildet der Obstmarkt das Herzstück
    der Fußgängerzone. Situativ konfigurierbare Sitzmöbel laden
    zum ungezwungenen und konsumfreien Verweilen am Tänzelfestbrunnen
    ein. Der Brunnen selbst wirkt als Gelenk zwischen
    Obstmarkt und Schmiedgasse. Die Brunnenfiguren stehen
    ohne Sockel auf dem Platz und werden so zum unmittelbar
    erlebbaren Wasserspiel. Rhythmisch gesteuerte Wasserstrahlen
    erzeugen einen zusätzlichen Spiel- und Spaßeffekt in den
    warmen Monaten. Inspiriert durch das Tänzelfest erhält der
    Obstmarkt einen Tanzboden, formuliert als steinernes Parkett,
    das auch außerhalb der traditionellen Festivitäten zum Tanzen
    und Verweilen einlädt. Eine Überspannung des Platzes wird
    zum gestalterischen Element. Unregelmäßig daran verteilte
    Lichtpunkte sorgen für einen dezenten Lichterhimmel über dem
    Tanzboden und leuchten ihn gleichmäßig aus. Bei Festlichkeiten
    können bunte Wimpel oder Fahnen ergänzt werden. Die
    Konstruktion ermöglicht außerdem die Anbringung eines temporären
    Witterungsschutzes. So wird der Obstmarkt bei Tag
    und Nacht und ganzjährig zum attraktiven Aufenthaltsort.

    Beläge
    Die Gestaltung der Bodenbeläge orientiert sich an der Hierarchie
    Straße – Gasse – Gässchen. Im Bereich der Kaiser-Max-
    Straße (Ideenteil) definiert der großzügige Belag aus engfugig
    verlegten Granitplatten (Format 35 x 50 cm) gleichzeitig Plattform
    des Neptunbrunnens, Aufmerksamkeitsfeld und barrierefreien
    Übergang zur Sparkassenpassage. Die seitlichen
    Gehwege werden mit Platten im kleineren Format (25 x 50 cm)
    davon abgesetzt.
    Entsprechend wird die Fußgängerzone zwischen Kaiser-Max-
    Straße und Kemptener Tor als Gasse formuliert und mit Granitplatten
    (25 x 50 cm) gestaltet. Den Übergang zu den Kleinsteinpflasterbelägen
    an den Grenzen des Bearbeitungsgebietes
    schaffen die wiederum kleineren Steinformate der Gässchen
    (15 x 35 cm). In Anlehnung an die angrenzenden Bestandsbeläge
    wird auch hier Granit gewählt, in leicht abgestuften
    warmen Grautönen. Durch die größeren Steinformate wird der
    Fugenanteil gegenüber dem bestehenden Stadtboden deutlich
    verringert. Zusätzlich werden die Fugen durch Stabilisatorzuschlag
    gegen Auswaschung gesichert.
    Das elegante Stadtparkett des Tanzbodens auf dem Obstmarkt
    setzt sich vom umgebenden Belag durch schmälere Formate in
    warmen Grautönen ab. Zwei Rinnenzeilen rahmen die Fläche
    und entwässern den Platz.

    Leitsystem
    Die Mittelrinne aus Granit-Rinnensteinen wird durch ihre leichte
    Vertiefung um 2 cm zum taktilen Element der Fußgängerzone und
    leitet zwischen den Gebäudekanten hindurch. Durch die Wahl
    eines dunkleren Materials hebt sich das Leit- und Entwässerungssystem
    auch optisch ab. An Kreuzungspunkten sowie zwischen
    den unterschiedlichen Abschnitten der „Gasse“ setzt sich die Linienführung
    durch eine Belagsfräsung fort.

    Möblierung und Stadtgrün
    Der „Kaufbeurer Kubus“ bietet als charakteristisches, mobiles
    Stadtmöbel im Bereich des Tänzelfest- und Neptunbrunnens Platz
    zum Verweilen. Zusätzlich werden Sitzbänke mit Holzauflage im
    Bereich des Salzmarktes, der Kaiser-Max-Straße und entlang des
    Tanzbodens am Obstmarkt ergänzt.
    Die Fassaden der Fußgängerzone sind prägendes Element und
    werden von Baumpflanzungen freigehalten. Die bestehenden
    Platanen im Bereich des Kemptener Tores werden als Auftakt zur
    Schmiedgasse gewertet und durch eine gezielte Setzung eines
    Einzelbaumes im Übergang zur Kaiser-Max-Straße im Sinne eines
    gestalterischen Anfangs- und Endpunkts ergänzt.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.