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  • DE-50996 Köln
  • 12/2006
  • Ergebnis
  • (ID 2-6749)

Bebauung "Waidmarkt"


  • 3. Preis

    Perspektive Waidmarkt

    Landschaftsarchitekten
    ST raum a. Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Trevor Sears, Stefan Jäckel, Tobias Micke, Verfasser: Stefan Jäckel Tobias Micke Mitarbeiter: Trevor Sears

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: A + M Architekten, Köln (DE)
    Architekten: RKW Architektur +, Düsseldorf (DE), Leipzig (DE), Münster (DE), München (DE), Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    DER NEUE WAIDMARKT

    Das neue innerstädtische Ensemble gegenüber der romanischen Kirche St. Georg am Waidmarkt in Köln verleiht durch seine lebendige Mischnutzung bei großer urbaner Dichte dem gesamten Stadtteil zusätzliche räumliche und gestalterische Qualität. Neben dem Ziel, die heutige städtebauliche Situation zu verbessern, liegt der konzeptionelle Schwerpunkt des Entwurfes auf der Steigerung des Wirkungsgrades der Kirche und der Akzentuierung der historischen Bedeutung des Platzes für die Stadt Köln.

    Zwischen bestehendem Waidmarkt, Tel-Aviv-Straße und Blaubach bilden fünf ablesbare Baukörper, die in ihrer Geometrie auf die vorhandenen städtebaulichen Kanten reagieren, den neuen Ort. An der stark befahrenen Tel-Aviv-Straße und dem Blaubach wird ein siebengeschossiger baulicher Rücken mit Hotel- und Verwaltungsnutzung ausgebildet, der das innen-liegende vier- bis fünfgeschossige Wohnen gegen Schall- und Schadstoffimmissionen abschirmt. Eine dreigeschossige Erhöhung pointiert diesen Rücken an der großen Kreuzung; am Eingang des Quartiers erfährt er seinen baulichen Höhepunkt durch den Erhalt des bestehenden Hochhauses mit vierzehn Geschossen.
    Sämtlicher Verkehr wird aus der Tiefe des Quartiers herausgehalten. Lediglich die Hotelvorfahrt wird über eine Strasse erreicht, die Teil eines übergreifenden Wegerings ist. Dieser, ausgehend vom Georgsplatz, umspielt die Kirche und die neu geschaffenen Binnenzonen um den Waid-markt und stellt eine zentrale städtebauliche Entwurfsidee dar. Um die Wirkung von St. Georg zu steigern, wird der derzeitige Platz aufgeweitet und über den durchgängigen Belag wieder an die Kirche herangeführt. Mit der Neuplanung wird die Kante des historischen Waidmarktes erneut aufgenommen. Ein Wohnblock im Westen, ein kleineres Wohngebäude im Süden - welches optional die Schulerweiterung beherbergt - und der Sockelbau des Hochhauses im Norden markieren die neue Platzdimension.

    Der Wohnblock bezieht sich mit Zäsuren und Rücksprüngen auf die Maßstäblichkeit der bestehenden umliegenden Bebauung. Gleichermaßen wird das Hochhaus über eine breite Glasfuge deutlich von seinem Sockel abgesetzt. Besonderer Wert bei der Gestaltung wurde dem Schaffen verschiedener öffentlicher, halb-öffentlicher und privater Räume beigemessen und einem einheitlich ablesbaren Erscheinungsbild unter Berücksichtigung der verzogenen Geometrien und unterschiedlichen Nutzungen.
    Ziel ist, den Ensemblecharakter durch ein übergeordnetes Fassadenmotiv deutlich hervorzuheben. Rahmenkonstruktionen unterschiedlicher Dimensionierung und Materialität erzeugen hohe Plastizität, rhythmisieren und fördern die Wahrnehmung der einzelnen Volumina und deren Kubatur. Im Mittelalter lag der Waidmarkt im Zentrum des Gerber- und Färberviertels. Sein Name leitet sich von der heimischen Pflanze Waid ab, die dort verkauft wurde und deren Extrakt als Blaufärbemittel diente. Sogar Tünnes, das kölsche Original, erinnert mit seinem waidblauen Kittel an diese Kölner Tradition. Verweise zu diesen historischen Bezügen finden sich besonders in der Gestaltung der Freiflächen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.