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  • 3. Preis

    Modell

    Architekten
    ARCHITEKTUR + STADTPLANUNG, Hamburg (DE), Schwerin (DE), Oldenburg (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Mitarbeit (Architekten und Stadtplaner): Torsten Ewers, Oldenburg / H. Matthias Baum, Hamburg Maik Hintze, Oldenburg / H. Jürgen Ruoff, Schwerin Torsten Beims, Schwerin Holger Junge, Oldenburg / H. , Freiraumplaner: Landschaftsarchitekten Becker • Nelson, Norderstedt Energiekonzept: Bauplan Rothe, Kiel

    Erläuterungstext
    Städtebauliches Konzept
    Grundprinzip der städtebaulichen Ordnung ist ein robustes System von Baufeldern und Grünachsen, die in Nord-Süd-Richtung angeordnet, die Wasserkante mit den südlich angrenzenden Stadträumen verbinden.
    Durch die „Wiederherstellung“ einer Flusslandschaft zwischen dem Ryck und dem vorhandenen Graben westlich der Marienstraße entstehen zusätzliche, attraktive Wasserbezüge. Insbesondere die eher privaten Wohnquartiere, werden so von der belebten, öffentlichen Hafenpromenade getrennt, bleiben aber funktional durch Brückenstege mit dem Hafenrand verbunden. Die neue Uferkante empfindet den historischen Ryckverlauf von 1760 und 1826 nach. Die Baufelder und Erschließungen werden auf ein erhöhtes Geländeniveau (ca. 0,50 m bis 1,50 m) gegenüber den Grünachsen und Wasserflächen gestellt, wodurch auch der erforderliche Bodenaustausch im Gebiet ausgeglichen wird.
    Die Wohnbebauung findet auf clusterbildenden Baufeldern von ca. 50 m x 50 m statt. Mit einer Mischung von „Mehrfamilienhausbebauung“ in Form von Geschosswohnungsbauten, Hausgruppen (Reihenhäuser) und Gartenhof-/ Kettenhäusern bis hin zu Gruppen bildenden Doppelhäusern, die alle den Raum bildenden Baufeldkanten folgen müssen, wird ein strenges, städtebauliches Ordnungsprinzip geschaffen, dass gleichzeitig Vielfalt in den einzelnen Quartieren ermöglicht und eine Realisierung in Bauabschnitten erlaubt.

    Nutzung und Dichte
    Die Verteilung der Wohngebäudeformen kann in den Baufeldern dem Bedarf und sich verändernden Rahmenbedingungen angepasst und beliebig variiert werden. Die Bebauung hat dabei mindestens II bis maximal III Vollgeschosse zuzügl. Staffel- oder Dachgeschosse.
    Die hohe Verdichtung (GRZ Gebäude 0,4; GFZ bis 1,2 bei drei Vollgeschossen) auf den Baufeldern mit eher geringeren privaten Gartenflächen, wird durch großzügige (halb) öffentliche Grünflächen, jeweils westlich und östlich gelegen, ausgeglichen und führt so zu einem qualitätvollen Wohnumfeld. Über die Grünflächen sind vielfältige Blickbeziehungen zum Wasser von (fast) allen Wohnquartieren aus gegeben.
    Die Gebäude auf der neuen „Insel“ haben III Vollgeschosse und werden als mischgenutzte Bebauung (für exklusives Wohnen am Wasser, maritime Läden, Büros, Tourismus und Gastronomie) entwickelt. Der vorhandene Speicher wird in dieses Mischnutzungsprinzip integriert.
    Das Baufeld westlich der Straße „An den Wurthen“ soll gewerblich genutzt werden. In den Gebäuden können sich örtlich vorhandene Gewerbebetriebe neu orientieren. Grundsätzlich soll hierdurch versucht werden, das Prinzip „Wohnen und Arbeiten an einem Standort“ umzusetzen.
    Besondere Gebäudeformen sollen als „Auftaktgebäude“ für das Quartier entstehen. Das Gebäude an der neuen Ost-West-Straße / Marienstraße soll zunächst als Infopoint für die umfangreichen Baumaßnahmen dienen. Später kann dieses Gebäude Wohnfolgeeinrichtungen (Quartierstreff, Raum für Familienfeiern, Ausstellungen etc.) beherbergen. Das Gebäude an der Promenade markiert den Stadt- und Hafeneingang. Eine weitere Einrichtung bietet sich in Quartiersmitte in Form einer Kinder- Jugend und/oder Alteneinrichtung an.
    Die vorhandene Bebauung an der Marienstraße, wie auch an der Gertrudenstraße wird durch Baulückenschließungen und bauliche Ergänzungen in rückwärtigen Bereichen nachverdichtet. Hierdurch und auch durch die nach Süden verlängerten Grünachsen wird eine nachhaltige Verzahnung mit dem Bestand hergestellt.

    Erschließung
    Die neue, in Ost-West-Richtung verlaufende Straße, verbindet die Straße „Holzgasse“ mit der Straße „An den Wurthen“. Sie bildet als Hauptsammelstraße das Rückgrat des geplanten Erschließungssystems. Mit einem Fahrbahnprofil von 5,50 m, beidseitigen Parkstreifen, gegliedert mit alleeartigen Einzelbäumen und beidseitigen kombinierten Geh- und Radwegen erhält diese Straße eine Breite von ca. 16,50 m und somit auch ihre prägnante Gestaltwirkung, die ihrer Funktion entspricht.
    Über die angeschlossene „Marienstraße“, „Gertrudenstraße“ (mit neuer Querverbindung zur Marienstraße) und „An den Wurthen“ werden auch die südlich außerhalb des Gebietes liegenden Stadtquartiere mit dem neuen Stadtteil vernetzt. Die Hafenstraße, bzw. die neue Anliegerstraße südlich der Hafenpromenade wird für den MIV an die Marienstraße angebunden und endet in einer Wendeanlage im Osten der „Insel“.
    Die Erschließung der „Wohnbaufelder“ erfolgt über Ringstraßen, die als Mischverkehrsflächen in Form von max. 5,0 m breiten Wohn- und Spielwegen gestaltet werden. Über diese Wege ist die Ver- und Entsorgung und die Anbindung der privaten Stellplätze sichergestellt. Private Stellplätze werden grundsätzlich auf den Baufeldern, in direkter Zuordnung zu den Wohnungen, untergebracht.
    Durch die Aufschüttung des Baugrundes wird der Bau von Tiefgaragen und abgesenkten, teilüberdachten Stellplätzen begünstigt. Je nach Bautypologie kommen unterschiedliche Stellplatzsysteme zum Einsatz. Beim Geschosswohnungsbau sind Tiefgaragen, bei Kettenhausbebauung und Reihenhäusern sind gebäudeinterne Garagen im EG oder abgesenkte, teilüberdachte Stellplatzgruppen vorgesehen und bei Gartenhof- und auch Einzel- und Doppelhäusern ist eine Unterbringung der Stellplätze in abgesenkter Form aber auch garagenähnliche Zwischenbauten als Bauglied in der Gebäudekette vorgesehen.
    Die öffentlichen Parkplätze werden ausschließlich an der neuen Ost-West-Straße in Form von Längsparkstreifen gebündelt. Hierdurch wird eine gleichmäßige Verteilung der öffentlichen Parkplätze für alle „Baufelder“ erreicht. Zusätzliche, wohnungsnahe Besucherstellplätze in den „Baufeldern“ sind wünschenswert, machbar und der späteren Detailplanung vorbehalten.
    Fuß- und Radwege werden an der Promenade und durch interne, in den Grünachsen verlaufende Wegesysteme angeboten. Weitere fußläufige Verbindungen werden entlang der Straßenverläufe ermöglicht. Die neue „Insel“ wird über kleine Brücken / Stege in das Wegesystem eingebunden. Die Anbindung an die Innenstadt ist insbesondere über die Promenade gegeben; die weitere Anbindung erfolgt über bzw. entlang der Straße „Holzgasse“ und muss außerhalb des WB-Gebietes weiterentwickelt werden.

    Freiraum und Niederschlagswasser
    Der öffentliche Freiraum wird durch die Grünachsen, die neue Flusslandschaft und den Friedhof geprägt, wobei der Friedhof künftig an zwei Grünachsen angebunden werden kann.
    Die neue „Insel“ wird insbesondere im öffentlichen Uferbereich und im Bereich der Grünräume als Aufenthalts- und Bewegungsraum gestaltet und verlängert die Uferpromenade Richtung Osten.
    Die Wasserkanten am Ryck und am südlichen Ufer der neuen „Insel“ werden als „harte“ Kanten mit Kaimauern, Spundwänden und Rasenterassen ausgebildet, während das gegenüber liegende Ufer entlang der Wohngebiete als „weiche“ Kante naturhaft gestaltet wird.
    Die einzelnen Grünachsen im Gebiet werden wellenartig modelliert und sollen unterschiedliche Funktionen erfüllen, angefangen von einer waldähnlichen Bepflanzung, zwecks Abschirmung der Gewerbeflächen, über ruhige, parkähnliche Freiräume mit Liegewiesen, bis hin zu Flächen für die Unterbringung von Spiel- und Freizeiteinrichtungen. Da die Flächen niedriger als die Bau- und Erschließungsflächen liegen, bieten sie bei Hochwasser einen natürlichen Überflutungsraum.
    Der Stadtgraben westlich der Marienstraße sollte in seiner Wirkung betont und durch einen Graben begleitenden Grünraum weiter entwickelt werden.
    Das unbelastete Niederschlagswasser soll auf den Grünachsen und unversiegelten Freiflächen versickern oder verdunsten. Belastetes Niederschlagswasser ist in das entsprechende Leitungsnetz abzuführen. Rasenmulden zum Auffangen, die in die Grünachsen integriert werden, können das Wasser in ihrer Fließgeschwindigkeit reduzieren; das Wasser kann dann versickern oder verdunsten. Für Starkregen sind Überläufe zum Ryck, bzw. zum neuen Flussufer vorzusehen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.