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  • DE-10557 Berlin, DE-10629 Berlin
  • 05/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-225122)

Europacity Riverside - Wohnen und Gewerbe in der Europacity


  • 3. Preis Block am Park (Baufeld A)

    kein Bild vorhanden
    Landschaftsarchitekten
    Atelier LOIDL, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: CollignonArchitektur, Berlin (DE)
    Visualisierer: monokrom, Hamburg (DE)
    Modellbauer: Monath und Menzel, Berlin (DE)
    Tragwerksplaner: GuD Planungsgesellschaft für Ingenieurbau mbH, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf möchte die besonderen Standortqualitäten möglichst allen künftigen Bewohnern erlebbar machen. Entgegen der mit dem B-Plan intendierten geschlossenen Blockkanten wird dazu der Block im Nordwesten und Nordosten partiell geöffnet und durch einen niedrigen Solitär abgeschlossen. Der Blockrand wird entlang der nördlichen Baulinie in den Block verschwenkt.

    Positiv gewürdigt wird die mit dieser Haltung erreichte hohe Qualität der Ausrichtung der Wohnungen und die sensible Zonierung des Blockinnenbereiches in differenzierte und gut proportionierte Freibereiche. Erkauft werden diese Vorteile jedoch durch einen zu erwartenden deutlich höheren Schalleintrag in den Blockinnenbereich und einen unklaren, städtebaulich unbefriedigenden nördlichen Abschluss des Gesamtareals.

    Durch die sensible Ausgestaltung der Zugänge und Abgrenzungen des Hofes (Arkaden zum Nordhafenpark) lassen die halböffentlichen Teilbereiche eine hohe Aufenthaltsqualität erwarten. Die zum Kornspeicher orientierte Öffnung mit Freitreppe wirkt gut proportioniert, allerdings wird ein barrierefreier Zugang zum Hof nicht angeboten. Die Setzung des Solitärs lässt an Eindeutigkeit vermissen: Er ist weder ablesbarer Bestandteil des Blocks, noch weiterer Solitär entlang des Kanals.

    Alle Gebäudeteile werden auf selbstverständlich wirkende Weise konsequent erschlossen. Die Gebäudezugänge sind durch ihre zurückversetzte Anordnung gut markiert und wettergeschützt. Sämtliche Aufgänge werden über die öffentlichen Straßen erreicht. Sie sind ebenso alle an den Hof angebunden, mit Ausnahme der Aufgänge des Solitärs.

    Die Baumassen sind nachvollziehbar proportioniert, der Verzicht auf eine durchgehende Traufhöhe im Bereich des „Co-Living“ wirkt im Kontext des konzipierten Ensembles allerdings nicht plausibel. Das vorgeschlagene gegliederte und durch Einsatz gleicher Materialien einheitliche Gesamtbild wird auf städtebaulicher Ebene positiv bewertet. Dieser grundsätzlichen Einheitlichkeit steht jedoch der Eindruck von Unruhe und Beliebigkeit in der Durcharbeitung der Fassaden entgegen. Der zu ca. einem Drittel geschlossene Fassadenanteil zur Heidestraße wird ob seiner abweisenden Wirkung kritisch gesehen.

    Der städtebauliche Ansatz, möglichst allen Wohnungen eine ideale Orientierung zu gewähren, wird durch die größtenteils durchgesteckten, bzw. über Eck orientierten Wohnungen konsequent und überzeugend durchgearbeitet. Die Verteilung des Wohnungsschlüssels weist eine deutliche Unterschreitung des angestrebten Anteils an 2-Zimmer-Wohnungen zugunsten von 3-Zimmer-Wohnungen auf. Die Wohnungsgrößen sind nach Lage und Ausrichtung der Gebäudeteile differenziert und nachvollziehbar angeordnet. Die durchschnittlichen Wohnungsgrößen sind allerdings zu groß. Grundsätzlich werden die Vorgaben zum Schallschutz im Bereich des „Co-Living“ in vorgeschlagener Form erfüllt, bzw. erscheinen sie in Bezug auf die in den Außenecken gelegenen Einheiten erfüllbar. Aufgrund großer Raumtiefen und einseitiger Orientierung werden die mittig gelegenen Wohnungen des Solitärs kritisch gesehen (Raumtiefen bis 9,80m für innenliegende Küchen).

    Die Erschließung ist konsequent und wirtschaftlich strukturiert. Die Beschränkung auf lediglich zwölf Treppenräume führt zu einer vergleichsweise hohen Effizienz. Ein großer Teil der auf dem Hofniveau angeordneten Wohnungen wird allerdings nicht barrierefrei erschlossen.
    Insgesamt ein starker städtebaulicher und architektonischer Entwurf mit besonderem Charakter, der sich bewusst für eine Öffnung des Blocks zum nördlichen Park hin entscheidet und nach Norden eine eher kleinmaßstäbliche Kante setzt, jedoch die Nachteile des Schalleintrags in den Hofinnenbereich nicht die ausgleichen kann.


INFO-BOX

Angelegt am 14.06.2016, 12:27
Zuletzt aktualisiert 06.07.2016, 10:26
Beitrags-ID 4-122736
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