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  • DE-64285 Darmstadt, DE-64289 Darmstadt
  • 06/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-219065)

Wohnbebauung Baufeld 3.2 und 4.2 Lincoln-Siedlung


  • 2. Anerkennung Baufeld 3.2

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    Landschaftsarchitekten
    Sommerlad Haase Kuhli - Landschaftsarchitekten, Gießen (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Kramm + Strigl Architekten und Stadtplaner, Darmstadt (DE)
    Tragwerksplaner: Zendel.Engelmann.Ingenieure, Mainz (DE), Wiesbaden (DE)
    Bauingenieure: IGS Ingenieurgesellschaft mbH, Weinheim (DE)

    Preisgeld
    5.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Baumasse wird angenehm in sechs Baukörper aufgegliedert, von denen fünf in etwa die gleiche Größe aufweisen, und einer etwas länger ist und eine Zeilenform entwickelt. Die kleineren Baukörper werden in Nord/Süd und Ost-Westausrichtung auf dem Grundstück gleichmäßig verteilt. Das zeilenartige Gebäude bildet den räumlichen Abschluss zur Franklinstraße.

    Die Hauptzugänge für Fußgänger und Tiefgaragennutzer liegen unmittelbar nebeneinander an der Quartiersstraße. Die Fußgänger werden über einen schluchartigen Zugang zu einem zentralen Anwohnerplatz geführt, von dem aus die Eingänge zu den einzelnen Baukörpern liegen. Die Zugänge sind schlecht einsehbar.

    Das Konzept von villenartigen Baukörpern im Park wird durch die Anordnung der Fahrradabstellplätze in überdachten Nebengebäuden an prägnanter Stelle konterkariert. Hier werden auch die Müllsammelanlagen platziert. Was für den täglichen Gebrauch Vorteile bringt, die wöchentliche Abfuhr aber stark erschwert. Die kurze Zeile wird von der Franklinstraße aus erschlossen. Dadurch sind hier die privaten Gärten auch zum Anwohnerplatz hin orientiert.

    Alle Erschließungskerne münden in die Tiefgarage, die praktisch das gesamte Baugrundstück unterbaut. Dadurch wird die Freiraumqualität stark eingeschränkt. Der Beitrag versucht, differenzierte Räume zu entwickeln, dezentrale Spielangebote zu machen; über die Qualität des Quartiersplatzes müsste im Hinblick auf die darunter liegende Tiefgarage noch einmal nachgedacht werden.

    Die Chance, durch die kurze Zeile an der Franklinstraße ein repräsentatives Vorfeld zu geben wird nicht genutzt. Deshalb müsste über die Massivität der zentralen überdachten Fahrradanlage (und dem Standort der Trafoanlage) noch einmal nachgedacht werden. Die Stellplatzanlage in der Tiefgarage ist kompliziert und zahlreiche Stellplätze nur schwer anfahrbar.

    Die Gestaltung der Baukörper ist zwar konventionell aber von ansprechender Qualität. Insbesondere die großzügig verglasten Treppenräume vermitteln einen einladenden Charakter.

    Die Wirtschaftlichkeit der Grundrisse wird durch Verzicht auf Diele und Flure erreicht. Die Mehrzahl der Wohnungen hat eine Süd oder Südwestausrichtung. In den südausgerichteten Wohnungen werden die Gemeinschaftsbereiche nur erreicht, wenn man die Schlaf- und Kinderzimmer passiert. Insgesamt wird die Gestaltung der Wohnungen als pragmatisch und ohne besondere herausragende Qualitätsmerkmale eingeschätzt. Der Verfasser bietet eine gewisse flexible Aufteilung der Grundrisse an.

    Trotz der hohen Anzahl der Baukörper wird durch die konsequente Kompaktheit eine Wirtschaftlichkeit in Aussicht gestellt. Lasten werden strukturiert in die Tiefgarage eingeführt, die thermische Trennung der Loggien ist positiv. Es gelingt, trotz weniger unterschiedlicher Bauteile ein aufgelockertes und lebendiges Erscheinungsbild zu entwickeln. Die Einläufigkeit der Treppen und das Ermöglichen des zweiten Rettungsweges an vielen Stellen, wird positiv beurteilt.

    Die Arbeit ist solide, aber sie liefert keinen entscheidenden Impuls zur Lösung der gestellten Aufgaben. Insbesondere fehlen eine klare städtebauliche Aussage und die Definition qualitätsvoller Außenräume.

    Technik:
    Es ist keine Lüftung mit WRG vorgesehen, dies ist heilbar durch Schächte in den Abstellräumen, was jedoch zu einem Grundflächenverlust führt. Es werden 6 zentrale Anlagen auf den Dächer vorgeschlagen. Der HA-Raum liegt nicht an der Außenwand, was geändert werden müsste. Bei einer lichten Raumhöhe von Änderung 2,50 m ist ein horizontaler Leitungsverzug schwierig. Je WE sind 1 – max. 2 Abwasserfallstränge erforderlich. Ein Konzept zur Regenwasserversickerung ist beschrieben. Ein Passivhausstandard ist schwer umzusetzen.

    Tragwerk:
    Es ist eine klare durchgängige Tragstruktur bis in die UG-Ebene möglich, allerdings ist eine Nacharbeitung erforderlich. Das Staffelgeschoss besteht aus einer leichten Holzständerbauweise, was günstig ist. Die Deckenstärken und Spannweiten sind wirtschaftlich. Es sind 2 Gebäudefugen sowie eine Mischgründung (Streifen-/ Einzel- Plattenfundament) vorgesehen. Die Wände bestehen teilweise aus Stahlbetonfertigteilen, was ein richtiger Ansatz ist. Die Fassade ist als WDVS geplant. Eine Voraberstellung der Tiefgarage ist schwierig, da die TG-Decke zur Erstellung der aufgehenden Gebäude befahren werden müsste.

    Baurecht:
    Die westlichen Wohneinheiten von Haus A und E sind ab 8,0m Brüstungshöhe nicht anleiterbar. Aufgrund des Flächenmangels ist möglicherwiese eine Korrektur nicht möglich, da Feuerwehrumfahrt- und Aufstellfläche nicht herstellbar sind. Die Abstandsflächen nach §6 HBO sind zur westlichen Grundstücksgrenze zu überprüfen.


INFO-BOX

Angelegt am 15.06.2016, 14:33
Zuletzt aktualisiert 27.06.2016, 13:59
Beitrags-ID 4-122839
Seitenaufrufe 57