loading
  • DE-01445 Radebeul, DE-01445 Radebeul
  • 06/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-218773)

Neubau eines Hortgebäudes für die Grundschule Friedrich Schiller


  • Anerkennung


    Anzeige


    Architekten
    FRÖLICHSCHREIBER, Berlin (DE)

    Verfasser
    Henrik Frölich , Sabrina Schreiber

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: bbz landschaftsarchitekten, Berlin (DE), Freiburg (DE), Bern (CH)

    Preisgeld
    1.200 EUR

    Erläuterungstext
    Drei pavillonartige Baukörper treten durch ihre Anmutung in einen Dialog mit den umgebenden herrschaftlichen Häusern. Die Holzkonstruktion mit großen geneigten Dächern spielt mit der Typologie der Villendächer und strahlt seiner einfachen und klaren Form Souveränität und Selbstverständlichkeit aus. Das Vordergebäude reiht sich in die Kette der freistehenden Villen ein und teilt das Grundstück in eine Eingangs- und die Belieferungszone, die weiteren Körper gliedern die Außenfläche in differenzierte Räume. Der zentral gelegene Eingangsbereich wird über die Pestalozzistraße mit einem großzügigen Eingangshof erschlossen, da aus dieser Richtung die meisten Schüler zu erwarten sind. Es entsteht ein Eingangsplatz mit klarer Adressbildung und einer sicheren Pufferzone zur Straße. Der Wirtschaftshof mit Parkplätzen ist separat von der Schildenstraße zu erreichen, um Konflikte mit den Fußgängern und spielenden
    Kindern zu vermeiden. Zur Straße orientiert liegen mit Mensa und Bewegungsraum dem Eingang zugewandte repräsentative Bereiche, daran angelagert die Verwaltungsräume
    und direkt zum Eingangsbereich das Atelier. In Richtung Garten erstreckt sich der größte Gebäudekörper mit den Themenräumen. Die Eingangshalle verbindet die drei thematisch
    differenzierten Baukörper als ganzheitlich barrierefreies Konzept miteinander.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf präsentiert sich als sehr eigenständiger und zeichenhafter Beitrag. Es handelt sich um eine der wenigen Lösungen, die eingeschossig organisiert ist und durch die Gliederung der Baumasse in drei Baukörper Pavilloncharakter erhält. Diese Typologie hat Vor- und Nachteile. Gelobt werden die direkten Bezüge aller Themenräume zum Freiraum und die Großzügigkeit im Inneren. Diese geht jedoch auf Kosten freiräumlicher Qualitäten, die sich eher als schmale Restflächen um die Baukörper gruppieren und nur mit einem hohen Personalaufwand zu beaufsichtigen sind. Positiv wird gewertet, dass die Parkplätze und der Zugang getrennt angeordnet sind.

    Die Gestaltung der für Spiel und Aufenthalt zur Verfügung stehenden Freiflächen ist differenziert ausgearbeitet und jeweils präzise auf die angrenzenden Gebäudenutzungen bezogen. Einzig eine Terrasse für den Speiseraum wird vermisst. Auf den Baumbestand und die Topografie wird dabei geschickt reagiert.

    Der Wirtschaftshof wird als Werkhof interpretiert, was so vom Nutzer nicht angedacht ist. Daher fällt dieser Bereich zu groß aus.

    Im Inneren ergibt sich eine schöne und sinnvolle Zonierung der einzelnen Bereiche mit jeweiliger Akzentuierung der zentralen Räume über fast sakral anmutenden Dachkonstruktionen. Diese versprechen eine starke räumliche Wirkung und einen archaischen, bergenden Charakter. Kontrovers wird über die schornsteinförmigen Überhöhungen diskutiert. Während ein Teil der Jury darin eine besondere Signifikanz auch im Innenraum erkennt, sehen andere darin eine überzogene und funktionslose Geste.

    Aus Nutzersicht kritisch werden die offenen Garderoben gesehen, die im täglichen Gebrauch den Gesamteindruck beeinträchtigen. Auf den Emporen sind die Funktionsbereiche für Hausmeister, Wäsche und Technik untergebracht. Dies erscheint durch die jeweils notwenigen Treppen sehr aufwendig.

    Der Gestaltungsansatz mit großen schützenden Dächer ist ein nach außen hin besonders prägendes Allenstellungsmerkmal. Der hohe Verglasungsanteil erlaubt einen starken Außenraumbezug, wird aber ebenso wie der hohe Bruttorauminhalt einen erhöhten Kostenansatz bewirken.


Anzeige