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  • ein 3. Preis


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    Architekten
    Ahlbrecht Scheidt Kasprusch | Essen · Berlin, Essen (DE), Berlin (DE)

    Mitarbeit
    Bianca Klinger, Sam Bassani, Volker Tillar

    In Zusammenarbeit mit:
    Tragwerksplaner: Ingenieurbüro Schülke und Wiesmann, Dortmund (DE)
    Landschaftsarchitekten: wbp Landschaftsarchitekten GmbH, Bochum (DE)

    Preisgeld
    17.500 EUR

    Erläuterungstext
    Gegenseitige Wertschätzung von Alt und Neu bestimmt die Grundhaltung des Entwurfs. Die ehemalige, denkmalgeschützte Landwirtschaftsschule wird – unter Beibehaltung ihrer historischen Substanz – zum Vermittlungsort der Geschichte des Kreises und der Stadt Soest. Die Geschichte des Gebäudes selbst wird durch die behutsame Integration der neuen Funktionen in die historischen Strukturen erlebbar gemacht.

    Die baukulturell wertvollen Bestandsgebäude mit ihren aufwendig gestalteten Ziegelsteinfassaden finden ihr Pendant in dem sorgfältig detaillierten Magazinneubau. Eine gläserne, lichte Eingangshalle verbindet das Alte mit dem Neuen und somit die verschiedenen Funktionsbereiche.
    Zusammen mit der historischen Remise, die einer ergänzenden Funktion zugeführt werden kann, gruppiert sich das Gebäudeensemble um einen multifunktional nutzbaren Hof, in dessen Mitte die geschützte Linde steht.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Preisgericht würdigt die konsequent umgesetzte Trennung und Ablesbarkeit der Funktionen Magazin, Erschließung/Öffentlichkeit und Verwaltung, die vollständig im Altbau untergebracht sind. Dabei bleibt der Altbau in seiner äußeren Gestalt erhalten. Der Neubau wahrt genügend Abstand und die gläserne Fuge des eingeschossigen Eingangsgebäudes trennt diesen vom Altbau in angemessener Weise. Der Eingangsbereich ist großzügig und bietet die Möglichkeit angemessener öffentlicher Nutzungen. Das Gebäudeensemble ist barrierefrei über zwei Aufzüge erschlossen. Die Freiraumqualität ist eher fragmentarisch dargestellt, bietet aber Potenzial. Die Überarbeitung der Bestandsgauben durch eine seitliche Verglasung wird als unangemessen angesehen. Die zur Nutzung notwendigen Dachflächenfenster sind auch aus denkmalpflegerischer Sicht zu akzeptieren. Die Übernahme des Ziegels für die neue Fassade ist möglich und wird durch die gewählte Textur eigenständig. Die Perforierung der Fassade zu Lüftungs- zwecken ist Grundlage dieser Idee, überzeugt aber nicht vollständig. Die Überschreitung der Traufenhöhe des Bestandes ist nach Auffassung des Preisgerichts nicht zwingend erforderlich. Die Erreichbarkeit der öffentlichen Flächen ist barrierefrei gegeben. Die internen Verbindungswege zwischen Nutz- räumen, der Verwaltung und dem Archiv erscheinen lang. Die Erschließung ist überdacht und zentral gelegen. Der Keller wird vollständig genutzt und ist folgerichtig mit dem Magazingebäude barrierefrei verbunden. Die Verwaltungsräume sind in allen Geschossen des Altbaus organisiert, daraus ergeben sich teilweise lange Wege zum Archiv. Die beiden Nutzergruppen sind im Erdgeschoss nicht ausreichend präsent. Die gewählte Materialität erscheint nachhhaltig und setzt auf Speichermasse und feuchtegesteuerte Zuluftöffnungen, was noch zu überprüfen wäre, da ohnehin eine mechanische Lüftung erforderlich ist. Die Pfahlgründung ist aufwändig, jedoch lassen die geringste Kubatur aller Arbeiten und die geringe Bruttogeschossfläche sowie die gewählten Materialien ein wirtschaftlich zu erstellendes und zu betreibendes Gebäudeensemble erwarten. Insgesamt stellt die Arbeit einen guten Beitrag der gestellten Aufgabe dar.


INFO-BOX

Angelegt am 21.06.2016, 14:05
Zuletzt aktualisiert 11.07.2016, 14:12
Beitrags-ID 4-123186
Seitenaufrufe 92

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