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  • DE-68199 Mannheim, DE-68161 Mannheim
  • 10/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-217561)

Neubau eines städtischen Betriebshofes der Stadt Mannheim für den Fachbereich Tiefbau


  • 1. Preis

    kein Bild vorhanden
    Bauingenieure, Tragwerksplaner, Fassadenplaner
    Werner Sobek, Stuttgart (DE), New York, NY (US), Moscow (RU), Stuttgart (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Schaltraum Dahle - Dirumdam - Heise Partnerschaft von Architekten mbB, Hamburg (DE)

    Preisgeld
    45.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Verfasser schlägt zwei korrespondierende, winkelförmige Baukörper vor, die sich in ihrer Ausrichtung an den Grenzen des trapezförmigen Grundstücks orientieren. Überraschend selbstverständlich entsteht dadurch ein großzügiger und zugleich räumlich geschlossener Innenhof, der Betriebshof für den Fachbereich Tiefbau. Gelungene Attraktion ist die hügelartig modellierte Grünfläche im Zentrum des Innenhofes, welche den direkten Zugang vom Hof auf die Terrasse der Aufenthaltsbereiche im ersten Obergeschoss des südlichen Gebäudetraktes erlaubt. Dieser Freiraum bietet eine besondere Aufenthaltsqualität für die Mitarbeiter. Leider ist die Grünfläche vollständig von PKW-Stellplätzen umringt. Zu begrüßen wäre es, den Ring von Stellplätzen entlang der Grünfläche an geeigneten Stellen aufzubrechen. So könnte auch eine sinnfällige Zugänglichkeit von der Nordseite des Eingangsbereiches entstehen und der besondere Freiraumaspekt des Entwurfes noch stärker in den Fokus gerückt werden. Die großzügige unversiegelte Fläche im Hofbereich sorgt neben der guten Aufenthaltsqualität zudem für ein angenehmes Mikroklima.

    Der weitläufige Innenhof gewährleistet vielfältige Sichtbeziehungen mit guter Orientierung. Fahrspuren und Schleppkurven erscheinen großzügig und auch für große Fahrzeuge ausreichend bemessen. Allerdings muss die Zufahrt in die Fahrzeughalle aus Lärmschutzgründen umgedreht werden, sodass die früh ausrückenden Fahrzeuge des Winterdienstes in südöstlicher Richtung ausfahren können. Die geplante Ausfahrt an der Südwest-Ecke ist nicht realisierbar. Hier bedarf es einer veränderten Wegeführung, damit die Fahrzeuge über die Südost-Ecke ein- und ausfahren können. Diese Organisation erfordert eine Neuordnung des PKW-Parkplatzes vor dem Eingangsgebäude.

    Das gesamte Raumprogramm ist sinnvoll und übersichtlich angeordnet. Die betrieblichen Abläufe sind durchgängig sehr gut organisiert. Werkstätten und Lager können zum Be- und Entladen generell gut angefahren werden. Das Außenlager ist abseits des Innenhofes in der Nordost-Ecke gut platziert, muss aber noch gegenüber dem nördlichen Wohngebiet durch geeignete Schallschutzmaßnahmen abgeschirmt werden.

    Der südliche Gebäudetrakt mit den Büro- und Sozialbereichen bildet eine eindeutige Adresse für Mitarbeiter und Besucher, die sich über die geplante Erschließungsstraße dem Betriebshof nähern. Empfang und Zugang zu den Verwaltungsbereichen sind richtig platziert und ermöglichen externen Besuchern eine leichte Orientierung. Die architektonische Gestaltung bringt den funktionalen Inhalt der baulichen Anlage angemessen zum Ausdruck. Allerdings erscheint die vorgeschlagene Aluminiumfassade nicht ausreichend robust gegenüber Beanspruchungen, die sich zwangsläufig aus dem täglichen Betrieb ergeben. Hier sollte über Alternativen nachgedacht werden. Das vorgeschlagene Konzept zeigt eine sehr gut durchdachte und großzügige Lösung, die gleichfalls genügend Flexibilität für Veränderungen, die sich aus dem weiteren Planungsprozess ergeben, bietet. Insgesamt lässt die vorgeschlagene Lösung große Akzeptanz bei den Mitarbeitern des Betriebshofes erwarten.

    Das gebäudetechnische Konzept verfolgt die baurechtlichen und vom Auslober vorgegebenen energetischen Vorgaben. Die Größe und Verortung der erforderlichen Technikflächen einschl. der vertikalen Versorgungsschächte sind im architektonischen Grundriss im auskömmlichen Maße berücksichtigt. Durch die zentrale Anordnung der Technikzentrale können optimierte Medienleitungswege erzielt werden. Wesentliche Änderungen an der Kubatur des Gebäudes sind im Rahmen der gebäudetechnischen System- und Integrationsplanung nicht zu erwarten.

    Auch das Konzept zum Tragwerk ist gut ausgearbeitet und durchdacht. Der zwei- bis dreigeschossige Büro- und Sozialbereich ist im EG und UG als Massivbau mit möglichst geringen Stützweiten wirtschaftlich realisierbar und weist eine ausreichende Aussteifung aus. Das 1. OG ist als leichte Holzkonstruktion in Brettstapelbauweise geplant und kann daher ebenfalls für die Bauaufgabe sehr wirtschaftlich realisiert werden.

    Die Fahrzeug- und Lagerhallen sind auch in Holzbauweise mit Rahmen aus gevouteten Brettschichtholzträgern und einer Brettstapeldecke als oberem Abschluss geplant. Aus statischer Sicht besteht hier die Problematik, dass von der verhältnismäßig aufwendigen Holzkonstruktion hohe Luftfeuchtigkeitswerte dauerhaft abgehalten werden müssen und die Holzrahmen vor Fahrzeuganprall zu schützen sind. Zur Heilung dieser Problematik wäre es möglich, die Holzrahmen auf Stahlbetonsockel aufzusetzen und ein entsprechendes Lüftungskonzept in der Haustechnik umzusetzen.

    Die Gründung ist als Flachgründung geplant und nutzt die gute Belastbarkeit der tragfähigen Bodenschichten aus. Bereichsweise ist ein Bodenaustausch unter den Fundamenten erforderlich.

    Die Fassade ist als Stahl/Aluminium/Glas-Fassade ebenfalls wirtschaftlich realisierbar.