loading
  • CH-8006 Winkel, CH-8185 Winkel
  • 07/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-237227)

Gesamterneuerung Wohnsiedlung «Tüfwis»


  • 1. Rang 1. Preis

    kein Bild vorhanden
    Anzeige


    Projekt
    ouroboros

    Landschaftsarchitekten
    koepflipartner, Luzern (CH)

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Zita Cotti Architekten AG, Zürich (CH)

    Preisgeld
    30.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Ausgehend vom Bestand suchen die Verfassende von «ouroboros» nach einer Weiterentwicklung des ursprünglichen Konzepts. Vier Neubauten, in Höhe und Flucht gestaffelt, formieren sich zusammen mit dem Altbau zu einer Gesamtfigur, die sich um einen zentralen Freiraum gruppiert. Der Altbau wird aufgestockt, um die volle Ausnützung zu erreichen, aber auch, um volumetrisch Schritt zu halten. Entgegen der ursprünglichen Setzung (Öffnung zur Landschaft), entsteht ein neuer, klar artikulierter Siedlungsrand. Durch die Stellung der Bauten und den grosszügigen Abstand zur Tüfwisstrasse entfaltet sich diese Kante zurückhaltend und beinahe beiläufig. Das Vorgelände ist grosszügig, um den EG-Wohnungen Privatsphäre zu gewährleisten und um mit Bäumen und Vegetation trotzdem einen landschaftlichen Bezug aufzubauen. Auch die übrigen Ränder reagieren vorwiegend mit der Vegeta¬tion auf die jeweilige Situation, wodurch sich die Siedlung gut in die Nachbarschaft integriert. Die Stellung der Gebäude zueinander deutet zwei hofartige, grosszügige Räume an, die sehr gut miteinander interagieren und eine schlüssige Gesamtfigur hervorbrin¬gen. Die Formgebung, die Wegeführung und der Umgang mit Topografie und Vegetation führt zu einem einheitlichen Gesamtbild. Auf selbstverständliche Weise sind verschiedene Plätze, Spiel- und Aufenthaltsbereiche eingeschrieben. Der Durcharbeitungs- und Detaillierungsgrad ist hoch und aussagekräftig und vermittelt ein sehr gutes Bild, was sich auch darin äussert, dass die Arbeit ohne Visualisierungen auskommt! Die Defizite und Konflikte der bestehenden Anlage werden weitgehend ausgeräumt und es entsteht ein vielfältiges Angebot an Nutzungen, Teilräumen und Aufenthaltsqualitäten. Die Spichergasse wird durch sanfte Anpassungen in die Gesamtfigur integriert. Mit präzisen Massnahmen wandelt sie sich von der gewöhnlichen Quartierstrasse zur offenen Begegnungsfläche. Der Wechsel vollzieht sich folgerichtig da, wo die Ge¬bäude die Torsituation formulieren. Die Besucherparkplätze und die Zufahrten zu den Tiefgaragen befinden sich noch ausserhalb der «Begegnungszone», was den Verkehr im Siedlungsinnern auf das notwendige Minimum reduziert. Das Wegnetz ist feingliedrig und ermöglicht die barrierefreie Erschliessung sämtlicher Eingänge. Die Arbeit zeichnet sich durch Klarheit und Zurückhaltung aus, was sich in den Grundrissen deutlich wiederspiegelt. Alle Wohnungen profitieren von zwei Expositio¬nen, indem sie entweder durchgesteckt oder über Eck organisiert sind. Jede Einheit partizipiert dadurch am zentralen Freiraum und am angrenzenden Siedlungs- oder Landschaftsraum. Die Grundrisse folgen unabhängig von der Wohnungsgrösse einem ähnlichen Organisationsprinzip, wodurch der Entwurf eine grosse Einfachheit und Übersichtlichkeit erhält und bei dem die Wohnungen sehr kompakt und rationell organisiert sind. Die Wohnbereiche sind meistens etwas kleiner gehalten, zu Gunsten einer grosszügigen Wohnküche. Beide Einheiten gehen fliessend ineinander über, entweder über die Diagonale oder als Kontinuum. Wahlweise kann ein drittes Zim¬mer in diese Raumfolge integriert werden, wodurch die Wohnungen mit einfachen Massnahmen den jeweiligen Bedürfnissen angepasst werden können. In der Materi-alisierung sind die Wohnungen angenehm zurückhaltend ausgestaltet. Die Pflegewohnungen befinden sich im Gebäude am südlichen Rand der Siedlung und sind ebenerdig zugänglich. Die Grundrissorganisation mit den langen Erschlie¬ssungswegen kann hingegen nicht überzeugen. Der Kindergarten erfüllt die Anforderungen gemäss Raumprogramm, es wird sogar eine mögliche Erweiterung um zwei Einheiten aufgezeigt. Die vorgeschlagene Konstruktion in vorfabriziertem Holzbau überzeugt. Das Projekt wird konsequent aus dem Bestand heraus entwickelt und zeichnet sich durch einen umsichtigen, ressourcenschonenden Umgang aus. Durch die Kompakt¬heit erfüllt das Projekt die energetisch-ökologischen Anforderungen recht gut, die hohe Effizienz der Grundrisse sowie der positive Formquotient «Gebäudehülle zu Geschossfläche» ermöglichen ein wirtschaftliches Projekt. Der Städtebau überzeugt durch seine unaufgeregte, beinahe selbstverständliche Setzung und die daraus resultierende neue Gesamtfigur. Die Freiräume zeichnen sich durch den geschickten Umgang mit Topografie und Vegetationsformen aus, die schlüssig zur Zonierung des Areals eingesetzt werden. Das Wegenetz inklusive Spichergasse ist soweit barriere¬frei angelegt, dass alle Zugänge und Bereiche im Aussenraum erreicht werden können. Die Wohnungsgrundrisse sind rationell und gut durchdacht und ermögli-chen eine hohe Flexibilität. Insgesamt ist ouroboros ein sehr sorgfältig durchgear¬beitetes und auf vielen Ebenen überzeugendes Projekt.


INFO-BOX

Angelegt am 12.07.2016, 10:50
Zuletzt aktualisiert 15.07.2016, 10:33
Beitrags-ID 4-124215
Seitenaufrufe 65

Anzeige







Anzeige