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  • CH-8755 Ennenda, CH-8755 Ennenda
  • 07/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-220606)

Umbau und Erweiterung Alterszentrum Bühli


  • 3. Rang

    kein Bild vorhanden
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    Projekt
    TEO

    TGA-Fachplaner
    Gemperle Kussmann, Basel (CH)

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: dsar | ds.architekten ETH SIA, Basel (CH), Bern (CH)
    Landschaftsarchitekten: freiraumarchitektur gmbh, Luzern (CH)
    Tragwerksplaner: wh-p Ingenieure, Stuttgart (DE), Basel (CH), Berlin (DE)
    TGA-Fachplaner: Ingenieurbüro Stefan Graf, Basel (CH)
    TGA-Fachplaner: Pro Engineering AG, Basel (CH)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Projekt „TEO“ schlägt die Erweiterung des bestehenden Alterszentrums mit einem geknickten Anbau entlang der östlichen Parzellengrenze vor. Der Bestand bleibt in seiner Volumetrie komplett erhalten und benötigt keine Erweiterungsbauten gegen Norden. Damit bleibt der Haupteingang in der heutigen Form bestehen, was einerseits ökonomische Vorteile hat, andererseits aber auch der erweiterten Gesamtanlage kein „neues Gesicht“ bietet.
    Auf städtebaulicher Ebene ermöglicht die seitliche Erweiterung des bestehenden Alterszentrums eine überraschend kompakte räumliche Wirkung und schafft durch die seitliche Klammer eine grosszügige Öffnung der Gesamtanlage gegen Südwesten zum Hügel und zum offenen Landschaftsraum hin.
    Der polygonal geformte Erweiterungsbau schafft damit in wohltuender Form ein selbstverständliches Gegengewicht zum westseitigen Geländehügel und bildet einen geschützten Aussenbereich für den Demenzgarten und eine öffentliche Terrasse.
    Innenräumlich bleiben der Haupteingang und die Empfangstheke bestehen. Die Südschicht wird neu eingeteilt und der Speisesaal als Bindeglied zwischen Alt und Neu nach Osten hinausgeschoben. Leider ermöglicht diese Anordnung keinen direkten Terrassenzugang vom Speisesaal aus, was sehr bedauert wird.
    Die zwei Wohngruppen des Demenzkompetenzzentrums bilden in der Südostecke des Erweiterungsbaus den räumlichen Abschluss und sind über zwei Geschosse komplett identisch ausgebildet. Sie sind als Rundlauftypologien um einen mittigen Kern konzipiert und teilen die acht Zimmer in zwei Gruppen auf. Die Aufenthaltsräume öffnen sich nach Südosten und nach Westen und ermöglichen der Wohngruppe 1 einen direkten Zugang in den Demenzgarten.
    Die Wohngruppe 2 verfügt leider nur über eine nordseitig angeordnete Terrasse und hat keinen direkten Zugang zum Demenzgarten.
    Gesamthaft wirken die inneren Rundläufe sehr eng und unattraktiv und bieten durch die fehlende Nischenbildung wenig Aufenthalts- und Begegnungsqualitäten. Es scheint so, als ob in der Südostecke des Grundstücks der Platz zu limitiert ist, um eine gut funktionierende Wohngruppe mit genügend Bewegungs- und Aufenthaltsraum zu bilden.
    Auch die Zimmer lassen jegliche Innovation vermissen und bieten vor allem bei den Zweibettzimmern zu wenig Spielraum für eine angemessen Möblierung.
    Die konstruktive Entwicklung des Erweiterungsbaus als Massivbau mit tragendem Kern und vorfabrizierten Holzrahmenelementen in der Fassade ermöglicht eine langfristige Nutzbarkeit und die gewünschte Umnutzungsflexibilität. Die Fassade des Anbaus wird formal eigenständig als horizontal geschichtete Holzfassade entwickelt und sucht bewusst den Kontrast zur vertikalen Ordnung des Haupthauses. Diese starke Kontrastierung mit der Ausbildung von langen Bandfenstern wirkt jedoch etwas überzogen und verleiht dem Erweiterungsbau nicht den gewünschten Ausdruck eines Wohnhauses.
    Die Setzung der Neubauten bietet aussenräumlich grosses Gestaltungs- und Entwicklungspotential, welches gut genutzt wird. Der Ansatz, über eine Parkgestaltung die gesamte Anlage zu einer Einheit zusammenzufügen, ist überzeugend. In der Umsetzung wird die sorgfältige Auseinandersetzung mit dem Thema Demenzgärten sehr geschätzt. Leider verfügt nur eine Wohngruppe über einen Garten. Die Dachfläche, die sich als zweiter geschützter Aussenraum anbieten würde, ist dafür zu exponiert.
    Gesamthaft handelt es sich beim Projekt „TEO“ um einen auf städtebaulicher Ebene äusserst raffinierten und überzeugenden Ansatz, welcher aber in den engen Platzverhältnissen der südöstlichen Parzellengrenze schlussendlich zu einer zu knappen innenräumlichen Organisation der Wohngeschosse führt, die weder im Rundlauf, noch innerhalb der Zimmer zu überzeugen vermag.


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