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  • DE-53225 Bonn
  • 05/2007
  • Ergebnis
  • (ID 2-7259)

Bebauung eines Grundstücks am Konrad-Adenauer-Platz


  • 1. Preis

    Lageplan

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    Architekten
    bob-architektur, Robert Wetzels, Köln (DE)

    Mitarbeit
    Beteiligte Ingenieure: Dipl.-Ing. Stefanie Kufner Dipl.-Ing. Jost Dewald

    Preisgeld
    13.250 EUR

    Erläuterungstext
    Stadtgarten Beuel „Ein öffentlicher Balkon“

    Das Grundstück des Konrad-Adenauer-Platzes befindet sich in einem räumlich zum großen Teil ungeordneten Zustand. Seine Umformung über die Jahrzehnte ist der heutigen Situation deutlich anzusehen. Bauliche Veränderungen durch Abbruch und Neubau, Änderungen der Wegeführung und der Grünstrukturen gingen nicht immer mit Blick auf den gesamten Kontext von statten.
    Es finden sich Reste einer früher den Park umgrenzenden Häuserzeile aus der Gründerzeit, welche heute als ein Fragment eines Baublocks erscheinen, dies aber niemals waren. Daneben, nach hinten versetzt und ohne direkten Bezug zum Umfeld das Rathaus, befindet sich eine horizontal-vertikale Komposition aus den 1960er Jahren. Der einstige Stadtgarten, in früheren Zeiten ein ausgestalteter Grünraum, ist zu einer eher zufällig bewachsenen diffusen Grünfläche geworden.

    Städtebau
    Die beiden bestehenden Baukörper des Grundstücks stehen ohne direkten Bezug zueinander und erreichen nicht mehr, als lediglich Teilräume zu fassen. Einzige Zusammengehörigkeit entsteht durch die umgebenden Freiflächen. Gerade in diesen Freibereichen liegt für uns daher das Potential dieses Grundstücks, genauer gesagt in der Weiterentwicklung der Zwischenräume. Hier gilt es, aus den vorhandenen aber versteckten Qualitäten den jeweiligen Charakter des Ortes herauszuarbeiten und ihm eine klare Identität zu geben. Die Ausbildung einer städtischen „Adresse“ des Beueler Zentrums und die Schaffung hochwertiger Freiflächen auf diesem Areal sind somit zwei gleichermaßen wichtige Zielsetzungen dieses Entwurfes.

    Definition der Freiflächen
    Der verkehrsumströmte Bereich an der Spitze des Grundstücks, der Rathausplatz, ruhiger gelegen und in Form und Nutzung deutlich weniger dynamisch sowie eine Grünfläche mit hochwertigem Baumbestand, aber starker optischer und akustischer Verkehrsbelastung:
    Alle drei Flächen stehen mehr schlecht als recht nebeneinander- bergen jedoch alle ein immenses Potential. Die Stärke des gesamten Areals liegt in seiner exponierten Lage im Stadtzentrum von Beuel in der Nähe des Rheins. Aus diesem Kontext sollen die jeweiligen Freiräume, trotz deren unterschiedlicher Ausprägung, einen städtischen Charakter zum Ausdruck bringen.

    Entwicklung der Gebäude
    Die Entwicklung der Baumassen hat in erster Linie die Aufgabe, die vorhandenen Räume zu fassen und zu differenzieren, Sichtbezüge und Wegeführungen zu klären sowie Raumkanten zu definieren.Hierzu wird auf der bislang unbebauten, offenen Grundstücksseite ein Gebäude entwickelt. Den beiden vorhandenen Elementen wird ein Drittes hinzugefügt, welches den Grünraum einfasst und ihn somit vom Verkehr abschirmt.
    Der Konrad-Adenauer-Platz erhält durch den Sockel, auf dem dieses Gebäude ruht, eine harte Kante. Zum Grünraum hin wird dieser Block großflächig geneigt und zum Rathausplatz noch einmal herabgefaltet.
    Der Kopfbau als bauliche Ergänzung der Gründerzeitbebauung bildet gleichzeitig deren Abschluss zur Platzspitze hin. Das in seiner Sprache zurückhaltende Gebäude mit städtischem Gesicht nimmt wichtige Bezüge der Häuserzeile auf und interpretiert diese neu. Das Rathaus wird in seiner jetzigen eigenständigen Position belassen.

    Entwicklung der Freiflächen
    Der Konrad-Adenauer-Platz bildet das Gesicht des ganzen Quartiers. Er ist zur einen Seite hin ein Startpunkt in Richtung Brücke auf die andere Rheinseite, zur anderen hin kommt ihm die Funktion einer Weiche zu. Eine wesentliche Rolle besteht also im Lenken des Kommen und Gehens, daher bleiben seine wichtigsten Sicht- und Wegebeziehungen erhalten. Dem Grünzug kommt eine zentrale Bedeutung zu. Zum Teil mit Neigung und Schrägen versehen, wird er erweitert und entlang des aufragenden Baukörpers über den Sockel hinweg bis zu dessen Kante geschoben. Dort endet er und bildet eine Terrasse aus, welche als „städtischer Balkon“ zum Platz hin auskragt. Von hier aus blickt man über den Konrad-Adenauer-Platz hinweg auf die Kennedybrücke. Auf diese ebene Fläche führt vom Fuße des Sockels eine große Freitreppe, aus Richtung des Rathausplatzes endet hier eine lange Rampe. So wird diese Fläche zur Schnittstelle zwischen Grünraum und Platzraum. Sie enthält in verschiedenen Anteilen sowohl grüne als auch steinerne Flächen. Die Krone eines Magnolienbaumes überdeckt mit ihren weißen Blüten diesen Bereich. Nach Norden zur Straße hin wird dieser Bereich vom auf dem Sockel ruhenden Baukörper abgeschirmt. Der Rathausplatz wird behutsam durch einen moderaten, eingeschossigen Pavillon ergänzt, dessen Fläche freigestellt wird. Seine südliche Kante erhält einen grünen Filter aus hochstämmigen Bäumen. Durch den von Wänden befreiten Eingangsbereich des Rathauses schimmert das Grün des Parks hindurch.

    Nutzung, Material und Technik der Gebäude
    Das Gebäude entlang der Sankt Augustiner Straße besitzt in den Obergeschossen Flächen, welche als Büros genutzt werden können. Auch wäre aufgrund der exponierten Lage eine Nutzung als Hotel denkbar. In dem direkt auf dem Sockel befindlichen Geschoß befindet sich zum Platz hin ein Restaurant, auf der anderen Seite ein Ladenlokal für dienstleistungsorientiertes Gewerbe. Im Sockel selbst ist Fläche für ein Ladenlokal mit ca. 1.500 qm Fläche Realteilung, welches die Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel ermöglicht. Die Bedruckung der Fassade enthält Ausschnitte von Großaufnahmen blühender Magnolienbäumen. Die beiden Flügel der flexibel nutzbaren Bürogeschosse sind zusammenschaltbar. Ein System zur passiven Kühlung über tragende horizontale und vertikale Elemente mittels Betonkern-Temperierung nutzt den hohen Grundwasserspiegel. Moderne Fassadentechnik mit integrierten Lichtlenksystemen ist selbstverständlich. Der Kopfbau der Gründerzeitzeile enthält im Sockel ein Café - die perfekte Nutzung für einen Verkehrsknotenpunkt wie den Konrad-Adenauer-Platz. Darüber befinden sich großzügige Wohnungen mit flexibel nutzbaren Räumen, welche das Nebeneinander von Wohnen und Arbeiten erlauben. Das Gebäude wird als Lochfassade mit stehenden Fensterformaten ausgeführt.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

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