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  • DE-44357 Dortmund, DE-44139 Dortmund
  • 08/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-232522)

Neugestaltung des Marktplatzes


  • 2. Preis

    © 2. Preis ©wbp Landschaftsarchitekten GmbH

    Landschaftsarchitekten
    wbp Landschaftsarchitekten GmbH, Bochum (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Rebekka Junge , Christine Wolf

    Mitarbeit
    Sebastian Sippel, Shu Zhang, Andree Bockholt

    Preisgeld
    4.000 EUR

    Erläuterungstext
    Der Marktplatz wird zum neuen zentralen Ort in Westerfilde.
    Der Platz wird zum Scharnier im Stadtraum, der die wichtigen Achsen im Stadtteil
    zwischen den ÖPNV-Haltepunkten, den Wohnquartieren, der Landschaft und dem
    Schlosspark Bodelschwingh bündelt. Durch die Entwicklung zweier eher städtischen
    Achsen mit den ÖPNV-Haltepunkten und grünen Achsen, die den Platz mit Wald,
    ehemalige Zeche Westhausen und Schloßpark Bodelschwingh verbinden, wird der
    neue Marktplatz zum gut frequentierten Ort im Stadtteil.
    Mit der baumüberstandenen Achse wird ein Raumkonzept geschaffen, das
    gleichermaßen offene und geschlossene Aufenthaltsbereiche vorsieht. Die
    Baumachse fasst den Platzraum nach Westen und leitet über in die neuen
    städtischen Achsen, die zu den ÖPNV-Haltepunkten führen. Zum Gebäude mit dem
    Einzelhandel hin öffnet sich der Platz. So kann ein vielfältig nutzbarer Ort im
    Stadtquartier entstehen, der den Einzelhandel an diesem Ort auch langfristig fördert.
    Diese beiden räumlich unterschiedlichen Bereiche werden mit einem Band mit
    Bänken und Spielangeboten für Kleinkinder verzahnt.
    Der offene Platzraum wird durch ein breites Sichtbetonrinnenband, das auch die
    Entwässerung aufnimmt, gefasst.
    Mit der vorgeschlagenen Raumstruktur wird der Platz gleichermaßen vom Fußweg im
    Norden als auch von dem Kreuzungsbereich wahrgenommen und erreichbar.
    Der Fußweg im Norden wird über den Platz geführt, der dadurch entstehende Bereich
    nördlich davon kann für weitere Sitzmöglichkeiten, Abstellmöglichkeiten für Räder
    und kleinere Spielangebote genutzt werden.
    Die Stellplätze werden überwiegend als Schrägparker entlang der Speckestrasse
    vorgesehen. Weitere Stellplätze sowie zwei Behindertenstellplätze werden direkt auf
    dem südlichen Platzbereich vorgeschlagen. Die Anordnung erfolgt ohne eine
    räumliche Abgrenzung, um ausreichend Platz für Veranstaltungen zu erhalten.
    Radstellplätze werden am Südrand und nördlich des neuen Weges zum Bahnhof
    vorgesehen.
    Die Bänke werden als leichte, u-förmige Sichtbetonfertigteile, teilweise mit einem
    Holzsitzauflager, vorgeschlagen. Zusammen mit den einfachen Mastleuchten,
    Abfallbehältern und Radständern ergeben sie ein robustes, ruhiges Gesamtbild.
    Mit der Beleuchtung wird die räumliche Struktur nachgezeichnet. Im Karree um den
    freien Raum werden daher Mastleuchten aufgestellt. Für die Bänke wird eine
    Unterleuchtung für eine atmosphärische Abend- und Nachtwirkung vorgesehen.
    Der mit dem Rinnenband eingefasste Belagsteppich wird mit Betonpflaster mit
    Natursteinvorsatz im Passeverband in den Maßen 15/20, 20/30, 30/45 vorgesehen.
    Die übrigen Flächen setzen sich in einem Reihenverband mit zwei Steingrößen
    (20/20, 20/30) ab.
    Der neue Stadtplatz bietet Raum für die unterschiedlichsten Nutzungen: regelmäßig
    stattfindender Wochenmarkt mit Erhalt einiger Stellplätze, kleinere saisonale
    Veranstaltungen wie Flohmarkt oder Weihnachtsmarkt, die zeitweise den gesamten
    Platz in Anspruch nehmen können. Oder das große Stadtteilfest mit Bühne,
    Festständen mit Essen und Trinken sowie Spielangeboten für Kinder sind auf dem
    Platz möglich.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser leiten ihr freiraumplanerisches Konzept schlüssig und nachvollziehbar aus der Lage des Platzes im Schnittpunkt der „Grünen Achse“ vom Schloss Bodelschwingh bis zum Waldgebiet Mastbruch mit der doppelten „urbanen Achse“ von den ÖPNV-Haltepunkten in die Mitte des Stadtteils ab.
    Die vorgeschlagene Aufdoppelung der Platanenreihe auf der Speckestraße markiert einen Aufenthaltsbereich besonderer Qualität im kühlen Schatten der Bäume.
    Unter den Bäumen vernähen Betonbänke „quer“ zur Laufrichtung diese Kommunikationszone mit dem offenen, multifunktionalen Platz. Die strenge und gleichmäßige Reihung erschwert die Ausbildung eines zentralen Treffpunktes, teils Rücken an Rücken stehende Bänke sind nicht kommunikativ.
    Insgesamt ist das Konzept eher konservativ. Die sich aus der Platanenhalle ergebenden Chancen werden leider nicht genutzt, es bleibt bei einem stereotypen Raster. Die Spielangebote sind leider nicht näher ausformuliert, sie sind zwar unter den Bäumen als auch am KiTa-Grundstück beschrieben, aber nicht dargestellt.
    Den Verfassern lag die gute Anbindung des Platzes im Norden um Süden am Herzen, leider kann der Anspruch nicht zu 100 % umgesetzt werden, denn es müssen auf dem südlichen Platzteil (leider) 11 Stellplätze ausgewiesen werden. Die restlichen Parkplätze finden sich als Schrägparker an der Speckestraße und nehmen auf die Bestandsbäume Rücksicht.
    Materialien und Möblierung sind robust und dem Ort angemessen, in der Wirkung allerdings aber uninspiriert, die Kosten der Bänke scheinen zu niedrig angesetzt. Funktionale Aspekte sind erfüllt, die Kosten werden leicht überschritten, die Pflege ist leistbar.
    Der Entwurf lebt insgesamt von dem einfachen aber wirkungsvollen Bild der Baumhalle als neue Platzmitte.