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  • 1. Preis

    1. Preis: Perspektive Vorplatz, © h4a | bwb

    Architekten
    backeweberbleyle architekten, Stuttgart (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Friedemann Backe , Julie Weber-Bleyle

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: h4a Gessert + Randecker Architekten | h4a Gessert + Randecker + Legner Architekten, Stuttgart (DE), München (DE), Düsseldorf (DE)
    Landschaftsarchitekten: silands | Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten PartG mbB, Ulm (DE)

    Preisgeld
    12.500 EUR

    Erläuterungstext
    Der vorgeschlagene Neubau des Kindergartens wird aus der landschaftlichen Umgebung zwischen Rems und Wieslauf, den Zuordnungen zu den Außenräumen DAV, Mehrzweckgebäude und Stadion, Kindergarten, sowie dem Stadtbezug und einer spielerischen, kindgerechten Atmosphäre, heraus entwickelt. Abwechslungsreiche, spannungsvolle Innenräume verweben sich mit den umgebenden Außenräumen und erzeugen eine zum Spielen, Erforschen und Sich-Bewegen einladende räumliche Struktur.
    Der Baukörper fügt sich in Formgebung und Gliederung, Gestaltung und Materialität in den parkartigen Charakter des Baugrundstückes ein. Die Gliederung des Baukörpers schafft Bewegung und Durchwegung, definiert Zugänge, gliedert die unterschiedlichen Baukörperhöhen und definiert einen Auftakt, ein neues Zeichen für den Sportpark Rems.
    Die Drehung der Baukörper passt sich den unterschiedlichen Freiräumen an: Eingangsplatz im Norden, Boulder- und Kletterpark im Westen, Durchgang von der Stadt zum Stadion zwischen Kletterhalle und Mehrzweckgebäude, Orientierung der Gruppenräume zur großen Spiel- und Freifläche des Kindergartens. Die einzelnen Nutzungen sind durch voneinander getrennte Baukörper klar ablesbar, dennoch ergibt sich aufgrund der dynamischen Dachlandschaft ein einheitliches Gesamtbild.

    Die Durchwegung des Neubaus definiert einen Vorplatz und Zugänge zu den verschiedenen Nutzungen und gewährleistet eine gute Anbindung Stadtraum zu Stadion, sowie eine Frequentierung und Belebung von Vorplatz und Zugangssituationen. Damit werden die Gebäudenutzungen Kindergarten, Mehrzweckhallen und Kletterhallen in den Mittelpunkt der Wegebeziehungen gelegt.

    Die holzverkleideten Fassaden fügen das Gebäude selbstverständlich in den parkartigen mit hohen Bäumen bewachsenen Außenraum ein. In seiner spielerischen, leichten Erscheinung betont der Neubau seine Sonderstellung als Solitär im Landschaftsraum. Das äußere Erscheinungsbild und die spielerische Formgebung entsprechen der Nutzung und dem gesellschaftlichen und pädagogischen Anspruchs des Gebäudes.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser der Arbeit 1009 gliedern die unterschiedlichen Nutzungseinheiten Kita, Sport und Klettern in drei markante Baukörper und setzen diese selbstbewusst in die Auenlandschaft. Die Anordnung und Ausformulierung der einzelnen Baukörper trägt sowohl den Grenzen des Baufelds als auch dem Geländeverlauf Rechnung, bzw. entwickelt sich aus den städtebaulichen und landschaftlichen Randbedingungen. Es entsteht im Eingangsbereich eine schöne Platzsituation, die zum Gebäude hin führt. Zwischen den Baukörpern, also in den Fugen, werden der zentrale Eingangsbereich und die offene Bewegung zum Sportgelände geschickt angeordnet. Die Bewegungslandschaft unterstützt den markanten Charakter der Anlage und trägt bewusst zur Adressbildung bei.
    Der Kletterbereich mit seiner offenen Halle setzt ein klares Zeichen. Ohne diesen Bereich des DAV ist die Einrichtung zwar weniger, aber immer noch zeichensetzend.
    Die einzelnen Funktionen sind nicht nur in den Körpern ablesbar, sondern auch identisch schlüssig, funktional und spannend aufgebaut. Das offene Konzept im Kindergarten ist gut umsetzbar. Die Flexibilität der Arbeit in vier Betreuungsgruppen ist ebenso vorbildlich umsetzbar. Für U3 und Ü3 ist jeweils ein Bewegungsraum erreichbar (durch die versetzten Ebenen).
    Die Anbindung des Bewegungsraums an die Kita ist nicht optimal gelöst, da die Erschließung nur durch den zentralen Eingangsbereich möglich ist. Dass die Umkleiden auf verschiedenen Ebenen angeordnet sind, ist ebenfalls nicht optimal.
    Der Außenraum ist gut gegliedert und gestalterisch sowohl für den U3- als auch für den Ü3- Bereich getrennt und mit gemeinsamem Treffpunkt gut gelungen.
    Die Entscheidung, das Kleinspielfeld an die Straße nach Nordost des Baufeldes zu legen, ist schlüssig.
    Die Fassade mit Holzverschalung wird der Nutzung und Umgebung gerecht. Wohl proportionierte Fassadenausschnitte stützen die Gliederung des Baukörpers.
    Die Wirtschaftlichkeit der Herstellung liegt über der Vorgabe, aber im mittleren Bereich. Die kompakte Bauweise lässt auch einen wirtschaftlichen Betrieb erwarten.
    Kritisch zu beurteilen ist, dass im Bereich des Kita-Baukörpers im EG und OG die Grundrisse nicht übereinander liegen. Die Ausstülpungen im EG sind gestalterisch nicht nachvollziehbar und eher teuer umzusetzen.
    Insgesamt zeichnet sich die Arbeit dadurch aus, dass sie sehr spezifisch die Nutzungen an diesem Ort spannungsreich und qualitätsvoll umsetzt.