loading
  • DE-58511 Lüdenscheid, DE-58507 Lüdenscheid
  • 09/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-228816)

Neubau der Musikschule


  • ein 1. Preis

    Perspektive, © rendertaxi

    Architekten
    WW+ architektur + management, Esch-sur-Alzette - Luxembourg (LU), Trier (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Visualisierer: rendertaxi architecture.visualisation, Aachen (DE), Barcelona (ES)

    Preisgeld
    14.500 EUR

    Erläuterungstext
    Die Individualität des Standortes am weitläufigen Kreuzungsbereich der Hochstraße und der Staberger Straße in mitten einer heterogenen Bebauung verschiedener Nutzung und Epochen gibt nur bedingt Vorgaben zu städtebaulichen Bezügen. Einzig die Besonderheit hinsichtlich der Topografie, erhaltenswertem Grünbestand und die Höhenstaffelung der Nachbargebäude nehmen Einfluss auf die Konzeption. Hieraus resultiert das Grundkonzept der Musikschule als Solitär. Der dreigeschossige Neubau wird den Überlegungen des städtebaulichen Entwicklungskonzeptes der Stadt Lüdenscheid folgend konzipiert
    und bewusst an die nordwestliche Grundstücksgrenze gesetzt. Durch seine räumliche Setzung bildet der Baukörper die Quartiersmitte, Auftakt und Gelenkpunkt zwischen Bildungseinrichtungen, Wohngebiet und Altstadt. Auf Grund seiner Stellung im Außenraum ist er wesentliches Element des Quartiersauftaktes.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der dreigeschossige Baukörper fügt sich sowohl in seiner Höhe als auch in seiner städtebaulichen Positionierung präzise in den Stadtraum ein und prägt diesen positiv. Die geschickte Integration der Architektur in die Topografie bildet eine klare Eingangs- und Platzsituation sowie weitere grüne und funktionale Terrassen aus. Dabei ist die Öffnung des Gebäudes über ein großzügiges Foyer zur Altstadt mit richtig positioniertem Eingang die richtige Antwort. Sie funktioniert gleichzeitig als zentraler Antritt und innere Adresse der neuen Musikschule. Die klare Fassade stellt mit Ihrem einfachen und geometrischen Fassadenprinzip dabei womöglich einen gewünschten Bezug zur Lüdenscheider Altstadt dar. Der Klinker als schönes, haptisches aber auch dauerhaftes und zeitloses Material für Gebäude und Freiraum ist dabei die richtige Wahl. Kritisch angemerkt wird, dass die Fassade anstatt der Symmetrie etwas mehr Spannung aufbauen könnte.
    Die Gliederung der Bereiche von Foyer im Erdgeschoss mit Multifunktionssaal und Schlagwerkraum mit guter Erreichbarkeit für Nutzer und Besucher und auch der Anlieferung ist räumlich und funktional gut gelöst. Ebenso ist die Gliederung der beiden Obergeschosse mit Übungsräumen und Verwaltung um die geschickt positionierten Kerne für die Erschließung und Nebenräume gut und differenziert gelöst. Der Entwurf ist grundsätzlich gut realisierbar und liegt im mittleren Bereich aller wirtschaftlichen Kennzahlen, lediglich im Anteil der Verkehrsflächen ist er überdurchschnittlich.
    Kritisch merkt das Preisgericht an, dass die offene Ausrichtung des Foyers nach Südwesten sowie die damit verbundene Auskragung des massiven Gebäudeteils nicht die gleiche städtebauliche Bedeutung wie zur Straße und nach Nordosten mit dem Eingang hat und in diesem Bereich eine Verbesserung sowohl von architektonischer sowie städtebaulicher Haltung als auch der Wirtschaftlichkeit möglich scheint. Ebenso fehlt eine Differenzierung der Auskragung über den drei Glasfassaden des Foyers entsprechend ihrer städtebaulichen Bedeutung. Der Schlagwerkraum wie der Multifunktionssaal sind ohne eine natürliche Belichtung geplant.
    Der Entwurf ermöglicht durch seine Modularität im Aufbau und die Angemessenheit der architektonischen Mittel einen nachhaltigen Beitrag zur Lösung der Aufgabe. Die Arbeit verspricht eine Flexibilität sowohl hinsichtlich notwendiger entwurflicher Anpassungen als auch im Hinblick auf den späteren Betrieb und die zukünftige Nutzungsvariabilität. Insgesamt stellt der Entwurf mit seiner städtebaulichen und architektonischen Konzept sowie seiner Freiflächenkonzeption eine den Ort respektierende und gleichzeitig prägende Lösung der Wettbewerbsaufgabe dar. Es entsteht ein ebenso offenes wie funktionales öffentliches Gebäude als Identität stiftender Lernort.