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  • DE-58511 Lüdenscheid, DE-58507 Lüdenscheid
  • 09/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-228816)

Neubau der Musikschule


  • Anerkennung

    PERSPEKTIVE Ecke Hochstraße Stabergerstraße, © kadawittfeldarchitektur

    Architekten
    kadawittfeldarchitektur, Aachen (DE), Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Gerhard Wittfeld , Kilian Kada

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: GREENBOX Landschaftsarchitekten, Köln (DE), Düsseldorf (DE), Stuttgart (DE)
    Brandschutzplaner: hhpberlin - Ingenieure für Brandschutz GmbH, Berlin (DE), Frankfurt am Main (DE), München (DE), Hamburg (DE), Bremen (DE), Braunschweig (DE)

    Preisgeld
    2.500 EUR

    Erläuterungstext
    Ein kraftvoller, zweigeschossiger Solitär mit Innenhof verleiht dem heterogenen Ort mithilfe seiner polygonalen Kontur räumliche Fassung. Während das reduzierte Volumen des Neubaus nach außen Ruhe ausstrahlt und die Schüler vor äußeren Einflüssen (Verkehr/ Lärm) schützt, offenbart es in seinem Inneren eine abwechslungsreiche und anregende Innenwelt: Rund um einen zentralen, nach oben offenen Musikgarten, der Schüler und Lehrer zum Verweilen unter freiem Himmel einlädt, sind alle Räumlichkeiten kommunikationsfördernd kreisförmig angeordnet.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Konzept besticht durch die selbstverständliche Setzung eines 2-geschossigen Gebäudevolumens als Neubau der Musikschule in das heterogene Umfeld. Zur Hochstraße präsentiert sich das Gebäude mit klaren Raumkanten, durch das Aufbrechen der Orthogonalität werden subtile Bezüge zur angrenzenden Bebauung hergestellt. Ein Vorplatz, der sich sowohl zur Hochstraße als auch zur Staberger Straße unter geschickter Berücksichtigung der gegebenen Geländetopografie öffnet, gewährleistet die selbstverständliche Hinführung zum Eingang und bildet das vis à vis zur Altstadt. Die weitere Freiflächengestaltung überzeugt durch die klare Zuordnung der Stellplatzanlage und die richtig angeordnete Kiss and Ride Zone an der Hochstraße.
    Die Grundrissorganisation, basierend auf dem Hoftypus mit ringförmiger Anordnung der unterschiedlichen Nutzungen gewährleistet die unmittelbare Erschließung sämtlicher Räume, eine gute Orientierung und Übersichtlichkeit im Gebäudeinneren der Musikschule. Die Anordnung von Multifunktionsraum, Schlagwerkraum und Materiallager als Nutzungseinheit wird positiv bewertet, jedoch ist die unmittelbare Verbindung unter Schallschutzgesichtspunkten fraglich. Der eingestanzte Innenhof bietet einen ruhigen, geschützten Außenraum, der für unterschiedliche Aktionen von Schülern und Besuchern genutzt werden kann. Die Grundrissorganisation
    überzeugt durch ihre klare und robuste Konzeption, die eine Anpassung an sich zukünftig verändernde Anforderungen sicherstellt.
    Die Minimierung der Fensterflächen zur Reduzierung der Lärmbeeinträchtigung, u. a. durch Straßenverkehr, ist nachvollziehbar, aber es stellt sich die Frage, ob der daraus resultierende introvertierte architektonische Gesamteindruck für die Nutzung als Musikschule angemessen ist. Auch das vorgeschlagene Fassadenmaterial wird im Hinblick auf die Nutzung - Musikschule - und die Einbettung in den städtebaulichen Kontext kritisch bewertet. Ebenfalls wird der zurückspringende Gebäudesockel zur Hochstraße kritisch hinterfragt.
    Insgesamt zeichnet sich das Konzept aus durch eine gute und durchgängig qualitätvolle Ausarbeitung, die eine hohe Qualität in der Umsetzung erwarten lässt. Die klare Gebäudekonfiguration und das vorgeschlagene Konstruktionsprinzip lassen eine wirtschaftliche Erstellung erwarten.