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  • DE-91054 Buckenhof
  • 09/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-244893)

Neues Wohnen an der Oberen Büch


  • Teilnahme

    © QUERFELD EINS

    Stadtplaner
    QUERFELD EINS Landschaft | Städtebau | Architektur PartGmbB, Dresden (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Daniel Stöcker-Fischer , Annegret Stöcker

    Mitarbeit
    Sebastian Lensch, Cora Heßler

    Erläuterungstext
    Die Gemeinde Buckenhof, am östlichen Rand der Stadt Erlangen gelegen, hat sich trotz des starken Drucks auf Bauland, ihren Charme als ländliche Gemeinde an den Schwabachauen und dem Reichswald bewahrt. Die übergeordneten Freiräume bilden zugleich das größte Potential für eine standortgerechte und nachhaltige Entwicklung der letzten Fläche für den dringend benötigten Wohnungsbau.

    Das Areal an der "Oberen Büch" liegt südlich angrenzend zu den Schwabachauen, inmitten einer heterogen geprägten Umgebung. Vom Puckenhof im Westen über die Wohnsiedlung an der Oberen Büch grenzen im Süden und weiter im Osten ein Einfamilienhausgebiet und der Kindergartenhof an.

    Gleichzeitig bildet das Plangebiet den neuen Siedlungsrand zur Schwabachaue aus.

    Um den Standort und dem soziokulturellen, ökologischen und ökonomischen Programm gerecht zu werden, besinnt sich das Konzept "Höfe an der Oberen Büch" auf eine der ältesten sozialen Bauformen, der Hoftypologie. So entstehen drei Höfe unterschiedlicher Gestalt, Nutzung und Öffentlichkeit.

    Im Westen liegt der Bellevuehof, mit überwiegend dreigeschossigen Mehrfamilienhäusern mit Zeilen und Punkttypen gegenüber den bestehenden Großwohnformen. Sowohl die Durchlüftung des Gebietes, also auch das Freihalten der Blickbezüge wird gewährleistet. Es entsteht ein halb geschlossener, halböffentlicher Hofbereich, der Platz für Treffpunkte schafft und so Nachbarschaften fördert. Auf dem kleinen Platz spenden Blühgehölze Schatten, Bänke mit Sicht auf die Schwabachauen laden zum Plaudern ein. Am Kreuzungsbereich Obere Büch - Neukreut entsteht ein öffentlicher Raum, der Kulturhof, an den sich ein altersgerechtes Wohngebäude und das neue soziokulturelle Zentrum ausbildet, in dessen Obergeschoss Sozialwohnungen entstehen. Hier entsteht der neue Quartierstreff, mit Möglichkeiten für Veranstaltungen. Ein Quartierscafé oder eine Eisdiele können den Platz beleben. Im Osten wird der Eingang der Tiefgarage, sowie ein Mobilitätsstandort (Ladestation, Mitfahrerbank, etc.) integriert.

    Daran angrenzend entsteht der Familienhof, welcher, neben familiengerechten dreigeschossigen Geschosswohnungen in offener Bauweise, drei Einfamilienhäuser integriert. Die Durchlässigkeit der Bebauung begünstigt den nachbarschaftlichen Austausch im halböffentlichen Raum.

    Ganz im Osten werden zwei weitere Einfamilienhäuser neben dem bestehenden Gebäude ergänzt. Der Erhalt einiger Kiefern verleiht dem Ensemble eine besondere Atmosphäre, auch Neupflanzungen sind denkbar.

    Zwischen den unterschiedlichen Höfen entstehen öffentliche Bereiche, an deren Endpunkten im Übergang zur Aue klare Grenzsetzungen durch Freiraumbalkone entstehen. Danach entwickelt sich die Ausgleichsfläche den Hang hinunter zum Flussbett der Schwabach. Durch Terrassierung mit geringer Einstauhöhe, entsteht an der Oberen Büch ein Retentionsraum für das Oberflächenwasser des Gebiets.

    Die Fugen selbst werden durch intensive Freiraumnutzungen, insbesondere durch Spiel- und Ertüchtigungsplätze für Jung und Alt, genutzt. Im Übergang zum Reichswald wird eine kleine Sportfläche gegenüber der bestehenden Skateanlage vorgeschlagen.

    Das Freiraumsystem aus Höfen und Fugen fungiert zugleich als Rückhalte- und Speicherfläche für Niederschlagswasser. Das System aus Retentionsmulden, Versickerung und Rückhalt des Regenwassers fördert eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung und reguliert das Quartiersklima. Durchgrünung und Durchlüftung sind Bestandteil der Leitidee des Konzeptes. Standortgerechte, trockenresistente Pflanzungen berücksichtigen den limitierenden Faktor Wasser und unterstützen die Individualität der Höfe durch Farbakzente.

    Bei der Entwicklung des neuen Quartiers sollen alle Aspekte einer nachhaltigen umwelt- und flächenschonenden Bauweise beachtet werden. Um solare Energiegewinne abzuschöpfen wird die Bebauung weitestgehend nach Süden ausgerichtet. Abstände und Verhältnis der Gebäude zueinander reduzieren etwaige Verschattung und sorgen für eine gesunde Wohnumgebung. Eine dezentrale Energieversorgung durch beispielsweise ein Blockheizkraftwerk ist gewünscht und problemlos möglich. Regenerative Energien wie Solarenergie und Solarthermie können flächendeckend installiert werden. Dach- und Fassadenbegrünung sorgen für ein ausgeglichenes Quartiers- und Gebäudeklima. Gebäude werden kompakt gehalten und in Passivbauweise errichtet. Zum Einsatz kommen sollen nachhaltig erwirtschaftete und zertifizierte Materialien.

    Kurze Wege und eine gute Anbindung auch abseits der motorisierten Verkehrswege an die Versorgungsbereiche der Gemeinde Buckenhof sorgen für eine umweltfreundliche und gesunde Lebensweise. Die umgebenden Straßen Obere Büch und Neukreut werden als verkehrsberuhigter Bereich ausgebildet, Besucherstellplätze unter Straßengehölzen integriert. Je nach Wunsch werden Tiefgaragen in unterschiedlicher Dimensionierung vorgeschlagen, favorisiert wird die Minimalvariante. Um die Erschließung der Einfamilienhäuser zu gewährleisten, kann der Familienhof mit Schrittgeschwindigkeit durchfahren werden. Der zentrale Bereich des Hofs wird vom Verkehr ausgeschlossen und als Platz ausgebildet (z.B. mittels Poller abgeschirmt).

    Das Quartier schafft ein durchmischtes Wohnumfeld für alle Sozial- und Altersgruppen, wobei besonders die vielseitigen Freiräume das gemeinsame Zusammenleben fördern.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.