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  • DE-81925 München, DE-81667 München
  • 09/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-245177)

Baugebiet WA 6 im Planungsgebiet Prinz-Eugen-Park


  • ein 2. Preis

    Übersichtsplan, © Jühling & Partner Landschaftsarchitekten bdla mbB | steidle Architekten

    Landschaftsarchitekten
    Jühling&Partner Landschaftsarchitekten bdla mbB, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten, Stadtplaner: Steidle Architekten, München (DE)

    Preisgeld
    25.000 EUR

    Erläuterungstext
    Text Überarbeitungsphase 2. Preis

    Freiflächen

    Dachterrasse und Urban Gardening
    Die Dachterrasse auf dem Dach des 4. OG wurden beibehalten. Die zentrale optimale Erreichbarkeit für alle Bewohner bei geringem baulichen Aufwand macht diese zu einer sinnvollen Ergänzung des Gesamtkonzepts, die eine Überfrachtung des Innenhofs vermeidet und hohe Qualitäten für die Quartiersbewohner bereitstellt.
    Die Fluchtwege von der Dachterrasse wurden mit einem Brandschutzsachverständigen besprochen. Ein zweiter baulicher Rettungsweg ist baurechtlich nicht vorgeschrieben, da eine Dachterrasse nicht als Aufenthaltsraum gilt. Auch ist man auf dem Dach im Brandfall relativ sicher und könnte ggf. Löscharbeiten im Inneren abwarten. Sollte sich im Rahmen der Ausarbeitung eines Brandschutzkonzepts dennoch die Notwendigkeit ergeben, könnte man zusätzliche Treppen am Ende der Dachterrassen problemlos ergänzen.

    Innenhof
    Die Konzeption der Innenhofgestaltung wird grundsätzlich beibehalten und nur geringfügig angepasst. Die Modellierung der Rasenfläche mit Hochpunkten an den Bäumen wurde präzisiert. Die Spielangebote lagern sich jeweils an der Innenseite der Modellierung an und orientieren sich zur großen Spielwiese in der Mitte. Durch den Entfall der Nordterrassen an der südlichen Hofseite kann dort die Pflanzung zu Gunsten einer größeren Gemeinschaftsfläche reduziert werden. Der Blick vom Quartiersplatz in den Hof geht dann auf die Baumgruppen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit versteht es einen erkennbaren Ort dort zu definieren, wo er unbedingt notwendig ist, am zentralen Platz eines Stadtquartiers. Die große Blockstruktur, die den Vorgaben der Auslobung folgt, wird durch sinnvolle Höhenstaffelung sehr überzeugend moduliert. An der Cosimastraße durchgehend viergeschoßig, an der Süd- und Nordseite und an weiten Bereiche der Platzseite fünfgeschoßig und schließlich am Platz in einem sechsgeschoßigen Hochpunkt kulminierend. Die Höhenstaffelung gibt auch die Staffelung in der Fassadenausformung vor. Vertikale Versprünge gliedern geschickt den großen Block und definieren so ablesbare Häuser als Stadtbausteine. Die Fassade ist präzise gestaltet und lebt von einem spannungsreichen Verhältnis zwischen geschlossenen und offenen Flächen. Die vorgeschlagene Ziegelverkleidung gibt den Flächen Struktur und Lebendigkeit und bietet viele Möglichkeiten der Variation. Mit Geschick sind besondere architektonische Momente wie der Zugang zur Innenhofebene in das stadträumliche Gefüge integriert und schaffen so einen erinnerbaren und doch alltagstauglichen Ort.

    Der weitaus überwiegende Teil der Wohnungen orientiert sich über einen großzügigen Balkon zum ruhigen Hof. Entlang der verkehrsbelasteten Cosimastraße sind keine Aufenthaltsräume zur Straße orientiert, sodass keine aufwendigen Schallschutzmaßnahmen notwendig sind. Die Häuser sind als Drei- und Vierspänner organisiert, wobei jede Wohnung entweder über eine Loggia oder einen Balkon verfügt. Ob die ganz offenen Balkone die einzig richtige Antwort für den Hof sind, ist zu diskutieren. Zumindest würde man sich wünschen, dass über die vorgeschlagene Markise hinaus zusätzliche raumbildende Elemente für eine größere Privatheit sorgen würden. Die angebotenen Grundrisse können den von der Architektur aufgestellten Qualitätsanspruch nicht in vollem Umfang erfüllen. An vielen Stellen des Blocks, zumeist in den Ecken, werden Grundrisse vorgeschlagen, die hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit und Wohnqualität zu überarbeiten sind.

    Die Einzelhandelsflächen und deren Andienung sind richtig organisiert. Die Arbeit vermeidet es richtigerweise zu den umliegenden Außenbereichen hin zu große Glasflächen anzubieten, die sich voraussichtlich nicht mit Leben füllen lassen würden. Am Platz kann man sich das großzügige Cafe gut vorstellen.

    Der zentral aus einer baumbestandenen Spielwiese bestehende Innenhof weist eine ruhige aber eine etwas undifferenzierte Atmosphäre aus. Die privaten Freiflächen sind hier im Verhältnis zur gemeinschaftlichen Fläche richtig proportioniert. Da besondere Freiflächennutzungen wie Urban-Gardening auf der Dachfläche des 4. OG stattfinden, wird die Nutzung des Innenhofs nicht überfrachtet und lässt dem Innenhof eine angenehme Großzügigkeit.