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  • DE-78532 Tuttlingen
  • 11/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-229678)

Erweiterungsbau Landratsamt


  • ein 2. Preis Zuschlag

    Perspektive Innenhof, © Beer Bembé Dellinger Architekten und Stadtplaner GmbH

    Architekten
    Beer Bembé Dellinger Architekten und Stadtplaner, Greifenberg (DE), München (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Anne Beer , Felix Bembé , Sebastian Dellinger

    Mitarbeit
    Riccardo Stellato

    Preisgeld
    22.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Erweiterungsbau des Landratsamtes Tuttlingen wird als kräftiges und eigenständiges Solitärgebäude formuliert, das im Zusammenschluss mit dem Gebäudekomplex des bestehenden Landratsamtes eine mit klaren Raumkanten gefasste Gesamt-Einheit auf dem Gesamtareal bildet. Die Verfasser sprechen von der Schließung der Lücke im Stadtgrundriss und der Schaffung eines „vollständigen Karrees“. In sorgfältiger Platzierung der neuen viergeschossigen Gebäudekubatur auf dem Gelände des Landratsamtes werden in den Zwischenräumen zu den Gebäudeteilen des Bestandsgebäudes stimmige und gut proportionierte Außenräume ausgebildet. Der Haupteingang des Erweiterungsbaus erfolgt über den angemessen großen und von Neu- und Altbau gefassten öffentlichen Platz mit Wasserbecken auf der Südseite des Solitärgebäudes. Er ist atmosphärischer innerstädtischer Platz mit vielfältigen Raumkanten und eindeutiger Definition von Ein- und Durchgängen. Die Erschließung des Solitärgebäudes des Neubaus erfolgt gebäudemittig sowohl von dem Platz im Süden, als auch von der Weimarstraße im Norden. Die Raumstruktur des Gebäudeinneren wird über zwei mittige Gebäudeatrien über die Gesamthöhe des Gebäudes hergestellt. Sie sind das Herz des Gebäudes und geben ihm Licht, Raum, Ordnung und Orientierung. Vier auf die Innenecken des Gebäudes gesetzte Gebäudekerne mit Vertikalerschließung, WC-Anlagen, Technik und Nebenräumen geben dem Gesamtgebäude räumlich und strukturellen Halt. Die Grundriss- und Raumorganisation des Gebäudes im Inneren besticht in ihrer Klarheit der Raumkomposition. Alle Funktionsbereiche können vom Haupteingang aus ohne Störung und Kreuzung anderer Abteilungen erschlossen werden. Die Gesamtfläche des Raumprogrammes ist eingehalten. Allerdings sind durchgängig in mehreren Funktionseinheiten vorgegebene und notwendige Räume nicht nachgewiesen. Mögliche Kommunikationszonen sind durch andere Nutzungen belegt. Die Möglichkeit der Umverteilung von Raumeinheiten bei Beibehaltung der architektonischen Gebäudekonzeption ist zu prüfen. Die erscheint möglich, da die Grundrisse in ihrer Struktur große Flexibilität aufweisen. Die Fassade des Gebäudes ist als „Kassettenfassade“ mit tragenden, rot eingefärbten Betonfertigteilelementen vorgesehen, die dem Gebäude im äußeren Erscheinungsbild Schattenwurf und Tiefe geben. In der Höhenentwicklung ist die Fassade fein gegliedert: Das Erdgeschoss ist als Sockelgeschoss mit Sockellinie und größerer Raumhöhe ausgebildet, die beiden Obergeschosse in gleicher Höhe geben der Fassade den Halt in der Mitte, das „Dachgeschoss“ erhält geringere Höhe. Die farbige Anmutung der Fassaden wird kontrovers diskutiert. Insgesamt besticht die Arbeit durch ihre in allen Maßstäben ablesbare durchgängige konsequente Architekturkonzeption, die bei aller Rationalität feinfühlige Setzungen, auch Störungen (z.B. in Größe und Anordnung der Dachatrien) und die notwendigen Differenzierungen aufzeigt.