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  • DE-10785 Berlin, DE-10785 Berlin
  • 10/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-229307)

Das Museum des 20. Jahrhunderts


  • Engere Wahl

    © Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH

    Tragwerksplaner
    Knippers Helbig Advanced Engineering, Stuttgart (DE), New York City (US), Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH, Bregenz (AT)
    Landschaftsarchitekten: Studio Vulkan Landschaftsarchitektur GmbH, Zürich (CH), München (DE)
    sonstige Fachplaner: merz merz, Berlin (DE), Stuttgart (DE)
    Energieplaner, TGA-Fachplaner: Transsolar Energietechnik GmbH, Stuttgart (DE), München (DE), New York, NY (US), Paris (FR)
    sonstige Fachplaner: Bau-Data AG, Schaan (LI), Buchs (CH), Feldkirch (AT)
    Modellbauer: SM-MODELL Martin Stocker, Bregenz (AT)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Beitrag besticht durch sein fein kalibriertes Volumen und die präzise Setzung im Stadtraum. Die dabei resultierenden Außenräume schaffen eine entspannte Situation der einzelnen Architekturen im Stadtraum. Die präzise Setzung des Neubaus wird allerdings durch die Entfernung der geschützten Platane » erkauft «; der Neuen Nationalgalerie wird mit einer respektvollen Distanz begegnet. Die zweiseitige Freistellung der St. Matthäus-Kirche erlaubt eine logische Einbindung in den neu strukturierten Gesamtraum des Kunstforums. Die bestehenden Planungen zum Scharounplatz lassen sich auch mit dem vorliegenden Vorschlag umsetzen. Der vorgeschlagene Hochpunkt fungiert als Sichtzeichen in der Stadtlandschaft und wird im Beurteilungsgremium kontrovers diskutiert. Es stellt sich die Frage, ob ein Museumsneubau in der Stadtlandschaft des Kulturforums einzig mit der Idee eines Hochpunktes zur Sichtbarkeit gelangen kann . Die Bezugnahme auf Kirchturm, Staatsbibliothek, die Hochhäuser des Potsdamer Platzes sowie die Philharmonie wird in dieser Form und Ambition nicht nachvollzogen.

    Der Umgang mit der Topographie ist einfach und effizient konzipiert. Die durchlaufende Eingangssituation vom Scharounplatz hin zum neu geschaffenen Platz an der Neuen Nationalgalerie wird begrüßt. Allerdings wird eine Baumpflanzung und die Interpretation eines Stadtgartens in der vorgetragenen Art kaum mit der vorgesehenen Überdeckung möglich. Die dabei resultierende Verdeckung des Haupteingangs durch dichte Baumgruppen ist fraglich. Mit der Anordnung der erdgeschossigen Nebennutzungen entsteht eine zur Potsdamer Straße und zum Haupteingang der Staatsbibliothek unangemessene Situation.

    Der Entwurf ist architektonisch sorgfältig ausgearbeitet. Das Konzept mit einer öffentlichen Eingangsebene sowie darüber- und darunter liegenden Ausstellungsräumen ist plausibel und einfach in seiner Orientierung, leidet aber an einer zu herkömmlichen und konventionellen musealen Vorstellung.

    Die äußere Anmutung der Fassaden wird vom Beurteilungsgremium als maßstabslos empfunden und lässt sich in dieser abstrakten , fast diagrammatischen Form vermutlich kaum umsetzen . Die Ausstellungsräume im Untergeschoss sind zweckmäßig angelegt und ermöglichen durch das vorgeschlagene Stützenraster eine gute Flexibilität. Die Ausstellungsräume im Obergeschosse sind dagegen durch statisch notwendige Wandscheiben gegliedert. Dies ergibt langfristig ein geringes Potenzial für Anpassungen und damit verbunden wenig Spielraum für kuratorisch motivierte Veränderungen. Die Lichtführung der Ausstellungsräume wird prinzipiell mit Kunstlicht umgesetzt. Die Ausblicke im Obergeschoss sind attraktiv und als große Schaufenster vorstellbar.

    Die Konstruktion als Massivbau mit zweischaliger Betonkonstruktion ist nachvollziehbar und ermöglicht eine dauerhafte und langfristig werthaltige Fassadenkonstruktion.

    Insgesamt liegt das Projekt im Gesamtvergleich bei der Bruttogrundfläche unter dem Durchschnitt und bei der Nutzfläche nahe am Orientierungswert. Dies lässt auf eine gute Flächeneffizienz und angemessene Verkehrsflächen schließ en. Das Projekt liegt im Kostenvergleich bei den günstigsten unter den eingereichten Entwürfen .

    Anmerkung der Denkmalpflege: Während die kompakte quadratische Sockelbebauung des Museumskomplexes die umgebenden Baudenkmale und wichtige Blickbeziehungen freihält bzw. freistellt, schwächt der als eine Art Landmarke gesetzte Ausstellungsbau die städtebauliche Präsenz der umgebenden Baudenkmale und verbaut die Sichtachse vom Potsdamer Platz auf den Turm der St.-Matthäus-Kirche.


INFO-BOX

Angelegt am 18.11.2016, 12:50
Zuletzt aktualisiert 23.11.2016, 17:15
Beitrags-ID 4-131008
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