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  • DE-76133 Karlsruhe, DE-76135 Karlsruhe
  • 10/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-224882)

Neubau Ostgebäude auf der Liegenschaft des Bundesgerichtshofs (BGH)


  • Anerkennung


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    Architekten
    MGF Architekten Mahler Günster Fuchs, Stuttgart (DE)

    Verfasser
    Josef Hämmerl , Prof. Jan Kliebe , Prof. Armin Günster

    Mitarbeit
    Jonas Faber, Benjamin Toth, Laura Klose, Tim Fügmann, Florian Burkhard

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Neubau orientiert sich in vier Richtungen in der besonderen Lage zwischen Nymphengarten und Boulingrin, bildet mit jeder seiner Fassaden wichtige Räume und schafft mit der verlängerten Amalienstraße eine Verbindung zum ehemaligen Amalienschlösschen. Der 4-geschossige Neubau orientiert sich in der Flucht des Empfangsgebäudes beim Schellingbau. Mit seiner annähernd quadratischen Grundform fasst er zum einen den Raum des Boulingrin und gibt dem Palais somit eine besondere Aufmerksamkeit, zum anderen respektiert er den Park im Osten als fließenden Grünraum zum Nymphengarten. Die Setzung des Gebäudes im Nordwesten ermöglicht den Erhalt des Baumensembles und schafft genügend Abstand zum denkmalgeschützten Küchengebäude. Die Architektur erhält durch Wegnahme von Volumen im Erdgeschoss und das Einstempeln einer Halle und eines Hofes in der Vertikalen einen skulpturalen Charakter mit unterschiedlichen Qualitäten. Ein gläserner überdachter Eingangsbereich empfängt die Besucher von Westen in eine großzügige 4geschossige Halle. In der Südost-Diagonalen ist ein zweiseitig verglaster Speisesaal angeordnet, der über ein Oberlicht natürlich belichtet wird. Kritisch bewertet wird die Nähe von Gerichtsälen und dem Speisesaal sowie die freie Anordnung der Anwaltsbüros im Norden der Halle. Eine großzügige Treppe führt in die Regelgeschosse und die aufgeweiteten Aufenthaltsbereiche, die an die Halle angrenzen. Die großzügige Geste wird durch den Einbau der geschlossenen Treppe deutlich geschwächt. Hinterfragt wird, ob die sehr zentralen Kommunikationszonen eine ausreichende Intimität im Aufenthalt gewährleisten. Die Anordnung der Bürozellen ist in der Regel gut gelöst; eine wenige erscheinen zu schmal bemessen. Das im Südwesten – an prominenter Stelle – angeordnete notwendige Treppenhaus wird kritisch gesehen. Die Anmutung der Fassade mit den großzügigen liegenden Formaten entspricht nicht der freien Konzeptidee des Innern. Ferner wird der Auftritt des Neubaus auch kritisch im Gesamt-Ensemble gesehen. Insgesamt stellt die Arbeit einen städtebaulich und innenräumlich interessanten Beitrag dar. Bei genauerer Betrachtung wird die Besonderheit in der Tiefe vermisst.


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