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  • DE-50668 Köln, DE-56068 Koblenz
  • 11/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-250113)

Neubau Erweiterung der Hauptverwaltung Debeka-Gruppe


  • 3. Rang 3. Preis

    Aussenperspektive, © HASCHER JEHLE Architektur

    Architekten
    HASCHER JEHLE Architektur, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: KRAFT.RAUM., Krefeld (DE), Düsseldorf (DE)

    Preisgeld
    25.000 EUR

    Erläuterungstext
    STÄDTEBAU UND FREIRAUM
    Der Entwurf greift die Ziele des ursprünglichen Masterplans wieder auf. Dabei ordnet er sich in die vorgefundene Nordost-Südwest-Spur von Gebäuden mit fächigem Sockel und aufgesetztem Hochpunkt ein. Ebenso harmonisch wird das baukörperliche Spiel gleicher Geometrien aufgenommen: der Debeka-Neubau zeigt sich entsprechend als Komposition zweier Hochhausscheiben auf einem flachen Sockel. Durch den leichten Versatz des neuen Hochpunktes gegenüber dem Bestand nach Westen wird der Rhythmus im Ablauf der verschiedenen Hochpunkte stimmig vervollständigt. Das Debeka-Bestandshochhaus bleibt der alte und neue stadträumliche Kulminationspunkt.
    Bereits die städtebauliche Lösung zeigt die enge Verbindung zwischen Bestand und Neubau: Der Neubau richtet sich mit dem neuen Haupteingang zum Bestand hin aus. Der Freiraum zwischen Neu und Alt wird so zu einem deutlich erlebbaren, repräsentativen und großzügigen Debeka-Platz.
    Ein hochwertiger Plattenbelag unterstreicht dieses Motiv, indem er sich wie ein Teppich zwischen die beiden Gebäude legt. Die neue Vorfahrt und die Ferdinand-Sauerbruch-Straße werden in den Platzbelag eingelassen. Eine lockere Baumgruppe aus Bestandsgehölzen lädt zum schattigen Aufenthalt an zwei eleganten Wassertischen, welche die Formen des neuen Hochhauses widerspiegeln, ein. Frei in derselben Ausrichtung angeordnete Bänke kombiniert mit Mastleuchten unterstreichen das Formenspiel. Mit einer Rahmung aus Baumreihen wird die Hauptverwaltung dezent hervorgehoben. Zu Fuß ist das Gebäude von allen Seiten frei zugänglich. Schattige PKW-Stellplätze sind an der westlichen Seite des Gebäudes und Fahrradstellplätze an Nord- und Westseite angeordnet. Tiefgaragenzufahrt und Anlieferung liegen sinnvoll platziert auf der Rückseite des Neubaus, erschlossen von der Rudolf-Virchow-Straße.
    Die KITA erhält mit Strauchpflanzungen geschützte und begrünte Spielbereiche im Westen des Grundstücks.

    ARCHITEKTUR
    Der Neubau zeigt sich als angemessene und zeitgemäße Erweiterung und zukünftiger Hauptzugang der Debeka-Hauptverwaltung in Koblenz.
    Dem Gast der Debeka wird die repräsentative Einheit von Neu und Alt bereits beim Betreten des Hauses als das entwurfsbestimmende Merkmal deutlich: Im einladend hellen und hohen Foyer fällt der Blick auf eine skulptural geschwungene Treppe, welche aus dem internen Bereich heraus den gläsernen Verbindungssteg im 2.OG des Neubaus offen erschließt. Hier bieten sich eindrucksvolle Ausblicke über den neuen Debeka-Platz bis hin zur Mosel. Das Bestandshaus betritt man schließlich zentral im Foyer, nur wenige Schritte entfernt von den Aufzügen in die oberen Etagen. Der alte Haupteingang und zukünftige Nebeneingang ist über einen neuen Aussenaufzug nun auch behindertengerecht erreichbar.
    Die Orientierung innerhalb des Neubaus der Debeka ist einfach und klar gelöst: eine Seite des Eingangsgeschosses nimmt den Veranstaltungsbereich mit den hohen Sälen auf. Die andere Seite bietet den Zugang zur Kantine, zur Cafeteria und zum Kundencenter mit separatem Aussenzugang. Zentral auffindbar, gelangt man am Empfang über Drehkreuze in den internen Sicherheitsbereich. Hier findet sich neben der beschriebenen Foyer-Verbindung unmittelbar der Erschließungskern des Hochhauses. Die übergroße Mehrzahl der Arbeitsplätze wird direkt von hier aus erschlossen. Auch zu den Tiefgaragenstellplätzen gelangt man bequem und schnell. Ein zweiter, auf kurzem Weg erreichbarer Aufzugskern ermöglicht den Zugang zu weiteren Arbeitsplätzen im Sockelbau. Nahe diesem Erschließungskern liegt die KITA, die über einen separaten Zugang von außen zugänglich ist.
    Der Vorstandsbereich der Debeka-Bausparkasse liegt prominent im obersten Bürogeschoss und bietet repräsentative Büro- und Besprechungsräumlichkeiten.
    Die zusätzlichen Verbindungen von Neubau und Bestand befinden sich im 6. und im 12.OG und ermöglichen eine enge Kommunikation zwischen den Mitarbeitern.
    Alle Arbeitsplätze verfügen über hervorragende Tageslichtverhältnisse. Dies, sowie eine maximale Flexibilität bei der Realisierung unterschiedlichster Büroorganisationsformen, gewährleistet die gewählte Gebäudetiefe von ca. 14,35 m. Entsprechend konnten die verschiedenen Büroangebote des Raumprogramms gleichmäßig im Neubau verteilt werden. Die Debeka kann ihren Mitarbeitern somit auch zukünftig hochwertige und gleiche Rahmenbedingungen anbieten.
    Trotz des modernen Auftritts des Neubaus ergibt sich im Zusammenklang mit dem Bestandsgebäude ein äußerst stimmiges Ensemble. Zum einen zitiert der Neubau das Höhenspiel der Gebäudekubatur des Bestands. Vor allem aber trägt die gläserne Fassade zur Einheit der beiden Häuser bei. In Anlehnung an die dreidimensionale Gliederung der Bestandsfassade durch vorspringende Glasbrüstungen, erhält der Neubau durch eine vorgelagerte Schicht aus Edelstahlamellen Plastizität und Tiefe. Die teils starren, teils beweglichen Lamellen dienen dabei als wetterfester, individuell steuerbarer Sonnenschutz. Ihr leichtes, gläsern-metallisch reflektierendes Kleid verleiht den neuen Hochhausscheiben Luftigkeit und Eleganz.
    Dem flachen Sockel wird ein großformatiges Raster aus hellen Naturstein-Elementen aufgelegt, was ihn gegenüber dem Hochhaus optisch dezent absetzt.
    Die Betonskelettbauweise mit Flachdecken und gängigen Spannweiten bietet eine hohe Wirtschaftlichkeit für Erstellung und Betrieb.
    Das Thema Hochwasser wurde im Entwurf besonders berücksichtigt. So liegen der neue Haupteingang, sowie die Tiefgaragenzufahrt auf hochwassergeschützten Niveaus. Die Technikflächen wurden weitgehend in den Obergeschossen untergebracht – es finden sich allein zwei Technikgeschosse (3.OG + 15.OG), um sensible Bereiche bereits baulich zu schützen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.