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  • DE-33102 Paderborn, DE-33102 Paderborn
  • 12/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-239627)

Alanbrooke Kaserne


  • ein 3. Preis


    Stadtplaner
    pp a|s pesch partner architekten stadtplaner GmbH, Dortmund (DE), Stuttgart (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Visualisierer: Helldoor Visual Studio, Stuttgart (DE)

    Erläuterungstext
    Seine Identität gewinnt das neue Wohn- und Mischgebiet auf dem ehemaligen Kasernenareal aus seinen vielfältig gestalteten Freiräumen, die einen gartenstädtischen Charakter erzeugen. Ein System von Freiräumen durchzieht zukünftig das neue Gartenstadt-Quartier:
    Der Alanbrooke-Park mit seinem Baumhainen und der großen Paradeplatz-Wiese im Norden, die in die Tiefe verzahnenden „Green Squares“ und die Promenade im Süden als große Freiraumachse.
    Der Quartiersplatz dient als Gelenkpunkt zwischen Wohnbereichen und der gewerblich geprägten neuen Technologie- und Businessadresse auf der Ostseite.
    Das durchgängige Freiraumsystem, übernimmt dabei wichtige Quartiersfunktionen und ermöglicht vielfältige Aktivitäten. Es adressiert das Gartenstadtquartier nicht nur für ihre zukünftigen Bewohner als hochwertigen Wohn-, Arbeits-, Freizeit-, und Lebensraum im Nahbereich der Paderborner Innenstadt, sondern fungiert auch als Kraftquelle der Stadtteileinwicklung für die benachbarten Siedlungsteile.

    Stadträumliche Entwurfsstrategie
    Das stadträumliche Entwurfskonzept speist sich aus der Abfolge und Fügung unterschiedlicher Freiräume, die eine Mittelachse durch das Gartenstadt-Quartier bilden. Green Squares und der Quartiersplatz erweitern diese Freiraumachse und gliedern sie. Jedes Baufeld erhält so einen unmittelbaren Zugang zum zentralen Freiraum.
    Aus den versetzten Freiräumen resultieren unterschiedlich breite Baufelder, die so angeordnet sind, dass die vier Hochpunkte jeweils nach Norden in die Freiraumachse hineinragen und so Weitblicke durch die Freiraumachse gestatten.
    Im südlichen Teil wird der Freiraum durch die Promenade begleitet, die im nördlichen Teil als zentrale Fuß- und Radwegverbindung den offenen Alanbrooke-Park quert.
    Bestandteil des Parks ist eine offen gestaltete Rasenfläche, die den ehemaligen Paradeplatz markiert. Die Rasenfläche rahmen großkronige Gehölze sowie ein verdichtender Baumhain nördlich der Rasenfläche. Das bildprägende Eingangsgebäude „Block 1“ wird freigestellt.
    Was städtebaulich Varianz und Vielfalt bedeutet, garantieren Wohnwert und Lagequalität des neuen Gartenstadt-Quartiers Riemeke. Diese Qualitäten sind das wesentliche Fundament eines nachhaltigen Städtebaus.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Mit Respekt vor den denkmalgeschützten Gebäuden aus der Kasernennutzung und unter Wahrung der besonderen Potenziale des Ortes entwickeln die Verfasser im nördlichen Wettbewerbsgebiet einen zentralen, robusten Stadtteilpark, der über die engeren Gebietsgrenzen hinaus die Grünversorgung sichern kann. Leider wird dieser bestandsorientierte Ansatz geschwächt durch die Anordnung einer Tiefgarage ausgerechnet im Wurzelraum markanter Bestandsbäume – wobei das Stellplatzangebot für den nordöstlichen Quartiersrand grundsätzlich begrüßt wird.

    Der südliche Teilbereich ist kleinteiliger angelegt und greift in seiner Maßstäblichkeit jeweils die angrenzenden Strukturen auf. Die besondere Stärke der Arbeit liegt in einem internen Gerüst von wohnungsnahen „Greensquares“, die die einzelnen Baufelder mit den öffentlichen Bewegungsflächen gut verzahnen, eine hohe nachbarschaftliche Nutzungsvielfalt versprechen und eine Verbindung auch in die östliche und westliche Nachbarschaft anbieten. Dir Jury würdigt, dass in diesem Freiraumkonzept auch die geforderten Notwasserwege und Retentionsflächen richtig dimensioniert und stimmig verortet sind und die Erzbergerstraße als baumbestandener Straßenraum konzipiert wird.

    Nicht überzeugend sind die Ausbildung des Quartierszentrums und die Setzung sechsgeschossiger Wohntürme als „Orientierungsmarken“. Die Anordnung der Gewerbeflächen – Erweiterung auf Bestandsflächen beschränkt in Kombination mit der Erschließung die künftigen Entwicklungsoptionen.

    Insgesamt bietet die Arbeit den gewünschten Mix unterschiedlicher Typologien und Wohnformen und erreicht mit den qualitätsvollen Freiräumen für das neue Quartier eine ansprechende Flexibilität und Lebendigkeit.