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  • DE-54427 Kell am See, DE-54290 Trier
  • 01/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-239868)

Erweiterung der Realschule Plus


  • 1. Preis


    Landschaftsarchitekten
    Ernst + Partner, Trier (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Frank Heinz, Freier Architekt, Waldkirch (DE)
    Architekten: fuchs.maucher.architekten. bda, Waldkirch (DE)

    Erläuterungstext
    Freiraum

    Unter dem Grundsatz ‘Raum zum Lernen/ Lernräume schaffen‘ entstand ein von Vielfalt und Offenheit geprägtes Konzept für Gebäude und Freiraum. Die zurückhaltende Formensprache des Entwurfs sowie die ausgewählten nachhaltigen Materialien lassen die geplante Schulwelt frei von zeitgeistigen Einflüssen und bilden einen geeigneten Rahmen für die Entfaltung unterschiedlichster Persönlichkeiten.

    Der Entwurf für die Freianlagen folgt der städtebaulichen Idee und bindet die laut Aufgabenstellung gewünschten Freiraumeinrichtungen mit ein. So entsteht eine neue Schullandschaft, die sich behutsam in die vorhandene Topografie integriert.

    Während Vorfahrt und Haupteingang an der Schulstrasse verbleiben, wird sowohl der Schulhof mit seinen zahlreichen Pausen- und Freizeitangeboten als auch die neue Parkplatzanlage im Südwesten des Schulareals platziert.

    Der Schulhof erhält einige wesentliche Gestaltungselemente: ein Spielfeld mit Asphaltbelag, einen schattenspendenden Spielhain (Buche/Birke/Ahorn) mit wassergebundenem Belag und Spielgeräten für unterschiedliche Zielgruppen und ein Holzrelief mit Sitznischen entlang der Sporthalle.

    Retentionsmulden entlang des Fußweges gliedern den nördlichen Bereich und folgen dem ökologischen Gedanken der Regenwasserbewirtschaftung.
    Auf dem bisher nicht genutzten südöstlichen Wiesengrundstück sollen die Schul-„Bandgärten“ eine pädagogische Biologie-Anwendung eine pädagogische Verknüpfung zum Freiraum herstellen (grünes Klassenzimmer).

    Die neue Bepflanzung sieht möglichst standortgerechter, regionaltypischer Pflanzen vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf schafft mittels einer präzisen, gut proportionierten Setzung des neuen Baukörpers die problemlose städtebauliche Einfügung bei gleichzeitiger Aufwertung des bestehenden Schulgebäudes.
    Das in zurückhaltender Formensprache entwickelte Konzept greift die Grundstruktur des Bestandsgebäudes auf und überzeugt mittels seines Innenhofkonzeptes.
    Der Entwurf nimmt Geschosshöhen und Bezugskanten des Bestandsgebäudes auf und formt zusammen mit dem Altbau ein neues qualitätvolles Schulhaus.
    Die Haupterschießung erfolgt folgerichtig von der Schulstraße aus, an der Nahtstelle zwischen Alt und Neubau.
    Die innere Organisation entlang des Innenhofes verspricht eine sehr gute Orientierung sowie eine hohe innenräumliche Qualität. Die vertikale und horizontale Erschließung mit visueller Verbindung zum Außenraum ist hierbei vorbildlich gelöst.
    Die Funktionsräume sind gut belichtet. Insgesamt erscheinen alle Raumbereiche durchgehend gut proportioniert und von hoher atmosphärischer Qualität.
    Positiv hervorzuheben ist die Anordnung und separate Nutzbarkeit des Ganztagesbereiches im tieferliegenden südwestlichen Gebäudeteil.
    Die prominente Anordnung von Aula und Mensa im Bereich der Schulstraße verspricht eine positive Außenwirkung.
    Die Fassaden sind klar, zeitgemäß und angemessen entwickelt. Sie sind problemlos in der Wartung und Unterhaltung.
    Die sinnfällige Konstruktion ist wirtschaftlich und einfach realisierbar.
    Insgesamt lassen die Diszipliniertheit der Arbeit und der gut strukturierte Entwurf eine wirtschaftliche Umsetzung erwarten.
    Dies gilt insbesondere für die wohl überlegte Integration des Altbaubestandes.
    Durch die Anordnung einer Nebenraumzone vor der nordwestlichen Außenwand des Altbaus und die Nutzung der vorhandenen Treppenhäuser werden Volumina und Außenhüllen des Gesamtkomplexes reduziert.
    Die Außenräume sind aus dem Gebäudekonzept heraus entwickelt und unterstützen dieses in überzeugender Weise. Hier ist die räumliche Qualität des Innenhofes mit seiner die unterschiedlichen Geländeniveaus verknüpfenden Freitreppe besonders hervorzuheben. Innenhof, Freitreppe und überbauter Freiraum im Südwesten haben einen hohen Nutzwert und können so folgerichtig als Rahmen für Veranstaltungen im Freien dienen.

    Insgesamt zeigt der Entwurf eine hohe funktionale und gestalterische Qualität und versteht es, den Altbau mit dem Neubau zu einer neuen Einheit zu bringen.

    Mit fuchs.maucher.architekten.bda, Waldkirch, und Ernst + Partner, Trier