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  • DE-36145 Hofbieber
  • 03/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-250437)

Neubau Radwegekirche Milseburg


  • 3. Preis

    Innenraumperspektive, © Ferdinand Heide

    Architekten
    Ferdinand Heide, Frankfurt am Main (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Claudia Zimmermann

    Preisgeld
    2.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser bemühen zur Beschreibung ihrer Leitidee, den Vergleich des Baukörpers mit einem Felsen, der vor der sanft gewölbten Kulisse der Rhön in die Landschaft ragt. Der bewusst einfach und klar geschnittene, hoch aufragende Baukörper in der Geometrie eines Pyramidenstumpfs über einem quadratischen Grundriss dominiert in dieser Weise den Ort. Er ist als Zeichen weit sichtbar, gleichsam auf Grund seiner archetypischen Formensprache weckt er beim vorbeiziehenden Radfahrer Neugierde. Seine hermetisch-geschlossene Gestik ist programmatisch, insofern die Verfasser einen ruhigen Ort der Kontemplation gestalten, der im Kontrast zur lebendigen Landschaft der Rhön und der weiteren Freizeitaktivitäten ihrer Besucher steht.
    Seine Positionierung im südlichen, leicht höhenexponierten Grundstückteil spannt zwischen dem Radweg und dem Kircheneingang eine Freifläche mit Obstbäumen auf, welche als Aufenthaltsraum im Freien dient. Eine teilweise versiegelte Wegfläche führt vom Radweg zum Kircheneingang. Eine weitere Interaktion zwischen Landschaftsraum und Kircheninnenraum über Öffnungen / Fenster usw. findet nicht statt. Vor dem Hintergrund der optional gewünschten Erweiterung des Kirchenraums in den Freiraum (Gottesdienst im Freien) wird diese Situation kritisch bewertet. Der Innenraum ist als Einraum konzipiert. Die gesamte Raumidee ist auf die Erstellung eines kontemplativen, introvertierten Innenraumes ausgelegt. Das nur von oben einfallende Tageslicht mit unterschiedlichen Lichtstimmungen im Tagesverlauf und die Hermetik der umgebenden, nach innen geneigten Wände steigert diese Wirkung nochmals.
    Die dienenden Räume sind funktional richtig in die sich konisch nach oben verjüngende Seitenwand integriert, sodass sie das sakrale Raumgefühl des himmelwärts strebenden Kirchenraums nicht stören. Die Positionierung von Altar und Kreuz ist sinnfällig, wie auch die Anordnung der Bestuhlung in Form von drei Bankreihen um den Altar.
    Analog zum gewählten Konzeptansatz des „Felsens“ wurde als Leitmaterial im Außen- und Innenbereich Sichtbeton gewählt welche durch Zuschlagstoffe (Flußkies aus der Fulda und Natursteinsplitt aus der Rhön) verfeinert werden sollen. Die von den Verfassern angestrebte „rudimentäre Einfachheit“ wird unterstrichen durch einen einfachen Ausbau ohne weitere Bauteile und Oberflächen. Der flügelgeglättete Boden wird nur noch durch eine einfache hölzerne Eingangstür und ein Oberlichtdach ergänzt.
    Diese puristische Sprache wird insgesamt als der Bauaufgabe angemessen bewertet.
    Die Kenndaten der Arbeit liegen im vorderen Viertel aller abgegebenen Arbeiten und deutlich unter dem Durchschnitt, sodass insgesamt mit einer wirtschaftlichen Erstellung zu rechnen ist.