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  • DE-76870 Kandel, DE-72726 Germersheim
  • 04/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-247207)

Ersatzneubau für die Integrierte Gesamtschule


  • 3. Preis


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    Architekten
    SWS Architekten, Karlsruhe (DE)

    Verfasser
    Jürgen Strolz

    Mitarbeit
    Corina De Leo, Helen Bossmann

    Preisgeld
    13.250 EUR

    Erläuterungstext
    Entwurfsidee
    Die Erweiterung der IGS Kandel wird mit zwei, gegeneinander versetzen, kubischen Baukörpern im westlichen Teil des Planungsgrundstücks entlang der Schubertstraße positioniert. Ein gedeckter Gang verbindet Neubau und Bestand.
    Bestand und Neubau stehen in einem gegenseitigen Dialog und räumlichen Bezug, in dessen Mitte sich der gemeinsame Schulhof aufspannt. Mit dem Versatz der beiden Neubaukuben und der dazwischen liegenden Fuge wird das dynamische Spiel der Volumen des Bestands sowie dessen zentrale Erschließungsachse aufgegriffen und fortgeführt. Gleichzeitig wird durch die versetzte Anordnung der Baukörper und ihre unterschiedliche Höhenentwicklung der Außenraum in verdichtete und geweitete Raumsequenzen gegliedert. Es entsteht damit ein Pausenhof, der sowohl gut einsehbar ist, als sich auch in differenzierte Außenbereiche gliedert, die den unterschiedlichen Altersklassen und Bedürfnissen der Schüler gerecht werden.
    Die Schüler können sich zwischen den Gebäuden frei bewegen. Kurze Wege und ein direkter Zugang von den Schulbussen zu dem neuen Campus sind ein wichtiger Punkt der Planung. Die Realschüler können nun die Realschule bzw. die Sporthalle auf direktem Weg erreichen ohne den Pausenhof der IGS zu betreten. Die eventuell in einem 2.BA zu errichtende Mensa positioniert sich an der Nordseite des Schulhofs zentral zwischen Neubau und Bestand und wird so auf natürliche Weise Teil des Ensembles und ist für alle Schüler gleichermaßen zugänglich.


    Architektur- und Gestaltungskonzept
    Das Gestaltungskonzept basiert darauf, durch die Positionierung der Baukörper das Gefühl eines zusammengehörenden Campus und gleichzeitig durch individuelle Ausarbeitung der Gebäude eine klare Lesbarkeit und Orientierung zu schaffen.
    Der Neubau passt sich in seiner Ausrichtung und dem Höhenspiel an den Bestand an, tritt jedoch mit seiner Kubatur und Oberflächenmaterial als selbständiger Körper in Erscheinung. Der zur Südseite hin gelegene Kubus, welcher der Sekundarstufe II zugeordnet ist, liegt näher am Bestand und nimmt sich in seiner Geschossigkeit zurück. Der Kubus der Sekundarstufe I ist auf einer Höhe mit dem Bestand und leicht abgerückt. Die eingeschossige Mensa liegt als halb gläserner Kubus zwischen den beiden Schulbauten und ist Teil des Campus.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurfsansatz, dem bestehenden Schulhaus zwei neue zwei- bzw. dreigeschossige Häuser gegenüber zu stellen, wird positiv bewertet. Durch die Übernahme der vorhandenen Gebäudekanten und der ortstypischen Maßstäblichkeit entsteht insgesamt ein wohlproportioniertes Ensemble aus Gebäude- und Freiflächen. Allerdings kann die Entscheidung das Biotop zu verlegen nicht nachvollzogen werden. Die äußere Erschließung führt folgerichtig über einen direkten Weg vom Bestand zu einem zentralen Gebäudeeingang mit Verbindung zur westlichen Grünfläche und Zugang von der Schubertstraße. Die Ausbildung der überdeckten Gänge auf dem Schulhof wird als nicht notwendig eingeschätzt. Die Platzierung der Mensa im Norden erscheint unglücklich, da diese funktional besser im südlichen Grundstücksbereich verortet wäre. Die gewünschte fußläufige Ost-/Westverbindung ist attraktiv ausgebildet und vom zentralen Schulhof angemessen differenziert. Das innerräumliche Konzept gewährleistet einen attraktiven Schulbetrieb. Die Differenzierung in zwei Kuben für Sekundarstufe I bzw. II ist überzeugend. Beide Häuser sind im Erdgeschoss großzügig erschlossen und verbunden. Die innere Erschließung entlang der Innenhöfe ist attraktiv und bietet schöne Aus- und Durchblicke, wobei die Proportion im dreigeschossigen Kubus grenzwertig ist. Teilweise überarbeitungsbedürftig sind die Raumzuordnungen. Gut gelöst ist die Platzierung und Ausbildung der Verwaltung. Das Gegenüber der Klassenräume an der Verbindungsstelle der Kuben ist leider ein Mangel.
    Ein bewährtes Materialkonzept, gutbelichtete Klassenräume und schön gestaltete Verkehrsflächen lassen ein einladendes Schulhaus erwarten, wobei allerdings alle Gebäudekennwerte im oberen Bereich liegen. Insgesamt ein ansprechender Gebäudeentwurf dessen Stärken durch einige Schwächen relativiert werden.


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