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  • DE-74243 Langenbrettach
  • 05/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-248393)

Quartier Rathaus-Ortsmitte Brettach und Ortsdurchfahrt


  • 3. Preis


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    Stadtplaner
    planetz Architektenpartnerschaft, München (DE)

    Verfasser
    Johannes Petzl

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: OK Landschaft I Andreas Kicherer, München (DE), Waiblingen (DE)

    Preisgeld
    5.000 EUR

    Erläuterungstext
    Mit der Sanierung des Chanofsky-Schlössle und seiner Aufwertung zum Rathaus hat die Gemeinde Langenbrettach einen großen ersten Schritt zur Aufwertung des Brettacher Ortskerns vollzogen; Nun gilt es, eine Ortsmitte zu schaffen, die allen Bürgern und Besuchern durch ihre funktionale Verdichtung und durch ihre räumliche Qualität vermittelt: Wir sind angekommen!

    Die Hauptstraße als zentrale Ortsdurchfahrt wird durch Belag und Baumpflanzungen rythmisiert und verdichtet sich in der Ortsmitte zu einer befahrbaren Platzfläche, die als Rathausplatz nicht nur die wichtigen Wegeverbindungen des Ortes bündelt, sondern auch den Saumnutzungen – seien sie neu oder bereits vorhanden – eine großzügige bespielbare Fläche bietet. Die Aufwertung der Wegeverbindung über die Gerbergasse stärkt die Verklammerung zwischen Rathaus und Dorfkirche und bindet letztere stärker in die funktionale Dorfmitte ein.

    Die ortsbildbestimmenden Gebäude der Ortsmitte sollen ihre identitätstiftende Wirkung auch im Dialog mit der neu geplanten Bebauung entfalten können: Die großen einfachen Gebäudeformen mit ausgeprägten Satteldächern reflektieren die allenthalben ablesbare ländlichen Prägung des Ortes durch große Scheunengebäude.

    Neben den Infrastrukturangeboten soll attraktiver und allen Generationen angemessener Wohnraum zur Belebung der Ortsmitte beitragen und den Beweis antreten, dass schonender Umgang mit Bauland und hohe Lebensqualität in einer innerörtlichen Wohnlage vereint werden können.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser wollen die mit der Sanierung des Chanofsky-Schlösschen begonnene Aufwertung des Brettacher Ortskerns fortsetzen und die Ortsmitte räumlich qualitätsvoll abrunden und funktional verdichten.

    Aus diesem Grund und, um die ortsbildbestimmenden Gebäude in ihrer identitätsstiftenden Wirkung nicht zu beeinträchtigen und keine Konkurrenz aufzubauen, wählen sie für ihre Neubauten die einfache Bauform eines langen, kräftigen Baukörpers mit Satteldach, der die ländliche Prägung des Ortes verstärken soll. Dies ist den Verfassern auch gut gelungen, wie wohl die einzelnen Gebäude teilweise etwas zu massiv und zu hoch geraten sind. Hier gibt es unglücklicherweise auch noch eine Diskrepanz zwischen Plan und Modell. Die Architektursprache der Neubauten kann nicht überzeugen, da die gewählten Holzfassaden in einem Ort mit Stein- und Putzhäusern nicht typisch ist und eher als Fremdkörper empfunden wird.

    Im Bereich des alten Rathauses umfassen die Langhäuser geschickt einen angenehm dimensionierten Platz, der mit der gewünschten Erweiterung der Metzgerei Lamm, einem Laden, barrierefreiem Wohnen und der mit Saal und Café ausgebauten Scheuer eine gelungene Belebung erfährt.

    Im Bereich der Kreuzung Hauptstrasse / Schillerstrasse bilden die Langhäuser ein Ensemble mit barrierefreien Wohnungen, weitere Wohnhäuser an der Schillerstrasse ergänzen dieses großzügige Wohnungsangebot, das durchaus dem Wunsch der Gemeinde entspricht.

    Die vorgeschlagenen Elemente der Dachterrasse, der Freitreppe, die Lage der Tiefgaragenzufahrt lösen nicht die Geländesituation und sind nicht befriedigend.

    So schön die Platzräume gelungen sind, so sind sie doch leider größtenteils mit Parkplätzen belegt.

    Die Ortsdurchfahrt wird von den Verfassern mit Bäumen rhythmisiert, was sicher zu einer Aufwertung führen wird. Auch die Einbindung der seitlich gelegenen kleinen Plätze ist mit wenigen Mitteln gut gelungen. Die Ausführung der Hauptstrasse in Ocker gefärbtem Asphalt ist denkbar, ebenfalls die Ausführung der Gehwege und Plätze in Granitpflaster. Hinsichtlich der Ausführung der Straßenbeläge in der zentralen Ortsmitte in Granit, bestehen Zweifel, ebenfalls an der diagonalen Verlegeweise und der Größe der Platten.

    Die Anbindung an das Gewerbegebiet ist möglich.
    Zu den Bushaltestellen gibt es keine neuen Vorschläge. Die Gestaltung der Bebauung am „Discher“, unter-höhlt als Wartehäuschen, ist nicht schön und auch nicht sinnvoll, da es sich bei dieser Haltestelle lediglich um eine Ausstiegshaltestelle handelt.
    Die vorgeschlagene Radquerung der Hauptstrasse und die nicht näher bezeichneten „Übergänge“ über die Straße funktionieren nicht.

    Insgesamt eine Arbeit mit schönen, gelungenen Außenräumen und einer machbaren Ortsdurchfahrt. Leider etwas überfrachtet mit Parkplätzen.


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