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  • DE-77815 Bühl, DE-77815 Bühl
  • 05/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-243814)

Campus Bühl | Erweiterung Aloys-Schreiber-Schule


  • Anerkennung


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    Architekten
    Sabine Krischan Architektin, Berlin (DE)

    Verfasser
    Sabine Krischan

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: S.E.K. Architektinnen - Säum, Edmaier, Krischan, Berlin (DE)
    Architekten: Christine Edmaier, Berlin (DE)

    Preisgeld
    4.000 EUR

    Erläuterungstext
    Aus gutem Grund hat sich die Stadt Bühl entschieden, die Kräfte und finanziellen Mittel zu bündeln und im Zusammenhang mit den benötigten Ergänzungsbauten für die beiden Schulen ein verbindendes Gesamtkonzept für alle dort ansässigen öffentlichen Gebäude zu realisieren und die städtebaulichen Defizite des gesamten Blocks in Angriff zu nehmen. Mit einem ökologisch durchdachten, ganzheitlichen und zukunftsweisenden Konzept soll hier ein lebendiger und unverwechselbarer Campus mit einer hohen Aufenthaltsqualität für die Bühler Bürger entstehen.
    Die einzelnen Nutzungsbereiche für ASS und CNR, die Sporthalle, die gemeinsame Mensa und das Schülercafe formieren sich zu einem kontinuierlichen „grünen Band“. Aus begrünten Dachflächen und verglasten vertikalen Außenwänden entsteht rings um das Bürgerzentrum und die Mediathek eine vielfältig gestaltete offene „Lernlandschaft“, östlich und südlich des Bürgerzentrums vervollständigen Sitzstufen für Freilichtvorführungen den Ring.
    Die vier wichtigsten Verkehrsanbindungen laufen aus verschiedenen Richtungen durch das grüne Band hindurch und sind innerhalb des „inneren Campus“ beschränkt auf autorisierten PKW- und Lieferverkehr. Dieser innere Bereich wird als großzügige, homogen gepflasterte Platzfläche mit hoher Aufenthaltsqualität weiterentwickelt.
    Das gewählte Konzept weist die notwendige Robustheit auf, um nach und nach realisiert zu werden. So können die einzelnen Elemente, die Gerüste und Wände, begrünte Pergolen und plastische, vielfach benutzbare Rasenlandschaften in einem partizipativen Prozess gemeinsam mit den Nutzern Schritt für Schritt gestaltet werden. Auch ein späterer Erweiterungsbedarf lässt sich in das Band integrieren.
    Entsprechend dem städtebaulichen Erschließungskonzept befindet sich der Eingang des neuen Kauflands an der verkehrsreduzierten und damit aufgewerteten Luisenstraße. Darunter entsteht eine Durchfahrt zur Entlastung der Steinstraße und als lärmgeschützte Andienung für das Kaufland und seine Tiefgarage.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Eine starke Leitidee, die man eher in einer neuen Bebauung in einem hochwertigen Naturraum ansiedeln würde, zur Verminderung des Eingriffs in die Landschaft.

    Das grüne Band schafft eine richtige Abgrenzung zwischen dem zentralen Campus und der umgebenden Bebauung sowohl durch die Farb- und Materialgebung als auch durch die Topografie. Durch die Materialwahl wird jedoch die Funktionalität eingegrenzt, so ist mit starken Erosionen zu rechnen. Die Idee der Übererdung wird auch durch die notwendigen Unfallverhütungsvorschriften beeinträchtigt.

    Der Entwurf ist städtebaulich innovativ und stark, was auch durch die angeregte Diskussion belegt wurde. Die Einheit des Campus ist gut dargestellt, jedoch bestehen offene Fragen in der Funktionalität. So erscheint die Beleuchtung der Sporthalle durch die Oberlichter als nicht ausreichend.

    Die Anordnung von Mensa und Jugendcafé ist gelungen, die Umsetzung jedoch schwierig, da sich das Gelände der Mensa nicht im städtischen Besitz befindet.

    Die Verkehrserschließung durch das Kaufland ist funktional gut gelöst, auch die Frage der Parkierung und die Anbindung an das Campusgelände. Viele Details, wie z. B. die Wegeführung in der ASS, sind gut durchdacht.

    Eine mutige städtebauliche Idee, die Einheit und Orientierung darstellt.


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