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  • 3. Preis

    © terra.nova Landschaftsarchitektur

    Landschaftsarchitekten
    terra.nova Landschaftsarchitektur, München (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Peter Wich

    Mitarbeit
    Theresa Bartl

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Auer Weber, Stuttgart (DE), München (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Verfasser schlägt als Lösung einen im Grundriss rechteckigen, 3-geschossigen Baukörper vor, der im Inneren ringförmig aufgebaut ist. Dieser Ring umschließt im südlichen Drittel einen kleinen, aber noch gut proportionierten Innenhof. Nördlich davon umschließt der Ring die Werkhalle.

    Der Neubau wird etwa mittig zwischen Nikolaus-Fiebiger-Straße und Nord-Süd-Achse positioniert, so dass in diese beiden Richtungen, als auch nach Norden zur Staudtstraße, ein angemessener Abstand verbleibt, was die Idee der freien Positionierung von Baukörpern auf dem Campus unterstützt.

    Die Erweiterung ist als südliche Verlängerung geplant. Insgesamt wirken sowohl die erste Baustufe als auch die erweiterte Bebauung jeweils schlüssig und selbstverständlich. Die Erweiterung ist durch die kompakte Bebauung der ersten Baustufe prinzipiell auch als abgelöster Baukörper denkbar.

    Der ringförmige Baukörper ist in der inneren Organisation geteilt. Im südlichen Drittel sind um den Innenhof im EG die Eingangshalle und der große Konferenzraum, in den beiden Obergeschossen Büro- und Aufenthaltsräume angesiedelt. Im nördlichen Bereich liegen in den 3 Ebenen die Labor- und Sonderflächen. In einem inneren Ring um die Halle sind Nebennutzflächen, Technikräume und gut positionierte und angemessen dimensionierte Technikschächte integriert. Die zentrale Position der Halle wirkt angesichts der nicht gleichermaßen zentralen Bedeutung im Nutzungsprozess überbetont.

    Die innere Erschließung erfolgt über dem Gebäudering folgende Flure mit einer zusätzlichen Querverbindung zwischen Hof und Halle im EG und 1. OG. Die Vertikalerschließung erfolgt über 4 Treppen, 2 an der Nordseite und 2 am Innenhof, zum Foyer orientiert. Diese Erschließung ist sehr übersichtlich und leistungsfähig. Zusätzlich stehen 2 Personenaufzüge am südlichen Haupteingang und ein Lastenaufzug an der Anlieferung an der Ostseite zur Verfügung.

    Die Anlieferung erfolgt an der Ostseite, dort erzeugt die nach innen gezogene Fassade einen wetter- und sichtgeschützten Bereich auch für notwendige Entsorgungsflächen. Die Zufahrt ist wegen der umständlichen Rangierarbeit nicht gut gelöst, eine einfachere und kleinflächigere Lösung mit Zufahrt nördlich und Abfahrt südlich ist zu prüfen.

    Die ringförmige Organisation unterstützt die gute Funktionalität als auch Flexibilität, auch bei künftigen Anpassungen an Nutzungsprozesse.

    Die Eingangshalle mit den anliegenden Kommunikationsflächen, Haupttreppen und der Lage am Innenhof unterstützt den kommunikativen Charakter des neuen ECAP. Die weiteren Kommunikationsflächen liegen zum Teil schlüssig an Wegekreuzungen. Zusätzliche Kommunikationsflächen sind im EG und 1. OG je mittig an den Längsflanken der Halle angesiedelt, was die Bedeutung der dortigen Funktionen unangemessen überbetont. Die Dezentralisierung wirkt informeller Kommunikation entgegen. Die Flexibilität des Gebäudekonzeptes würde eine stärkere Konzentration von Kommunikationsflächen erlauben.

    Innere und äußere Gestalt sind der Funktion des Instituts und der Umgebung angemessen. Die horizontale Schichtung kontrastiert mit den verbleibenden hochstämmigen Bäumen. Die mit Glasmosaik bekleideten Brüstungen zeigen eine angenehme Textur und sind darüber hinaus haltbar und wartungsfreundlich. Im Inneren zeigt der Entwurf Klarheit in der Gestaltung und eine der Funktion und Bedeutung des Instituts entsprechende Materialität.

    Das Programm ist übererfüllt, eine Optimierung erscheint angesichts des regelhaften Aufbaus ohne wesentliche Änderung der Konzeption möglich.

    Das Gebäude ist durch ein gutes A/V-Verhältnis und den angemessenen Anteil verglaster und geschlossener Flächen hinsichtlich der Energieverluste wirtschaftlich. Die Nachhaltigkeit in funktionaler Hinsicht – Flexibilität, Umnutzung, Nachrüstung – ist gut. Die Nachhaltigkeit hinsichtlich der weiteren Aspekte (z.B. Materialeinsatz) ist nachzuweisen.

    Das Technikkonzept ist schlüssig hinsichtlich der vertikalen und horizontalen Verteilung in den Ebenen.
    Das Layout der Technikzentralen und Verteilung im UG ist – insbesondere hinsichtlich der unnötigen Verkehrsflächen - nicht nachvollziehbar und bedürfte einer grundlegenden Weiterentwicklung.

    Wirtschaftlichkeit und Realisierbarkeit sind durch das schlüssige Gesamtkonzept aus Konstruktion, Funktion, verkehrliche und technische Erschließung gegeben.

    Der Beitrag bietet ein strukturell klares, orientierungsfreundliches, flexibles, gut nutzbares und auch in der zukünftigen Nutzung und Umnutzung sehr robustes Konzept an, bei dem sowohl die kommunikative Qualität als auch die Erfüllung der „praktischen Themen“, Logistik, Technikkonzept, Brandschutz gut gelöst sind. Insgesamt stellt der Entwurf einen sehr guten Beitrag zur gestellten Aufgabe dar.