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  • DE-49808 Lingen
  • 05/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-268815)

Emslandmuseum - Umgestaltung und Erweiterung


  • 3. Preis

    Modell - modellwerk weimar

    Modellbauer
    modellwerk weimar | Architekturmodelle, Modellbau, Frässervice, Laserservice, Weimar (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: pape+pape architekten, Kassel (DE), Hannover (DE)
    Tragwerksplaner: Reitz & Pristl Ingenieurgesellschaft mbH, Kassel (DE)

    Preisgeld
    2.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser schlagen eine Fortführung der Kubatur des bestehenden Gebäudes in Form eines rechteckigen Baukörpers mit Satteldach in gleicher Dimension vor. Der Neubau wird dabei mittels einer Glasfuge in gleicher Kontur an den Bestand angefügt.
    Die Fuge definiert sinnvoller Weise den Eingang.
    In dem Neubau sitzt -gleich einem Möbel oder einem „Haus im Haus“- der Saal, wiederum in gleicher Typologie eines Satteldachhauses, nun in verkleinerter Form und abgesetzt von den äußeren Hüllflächen.

    Die Organisation der Grundrisse ist funktional und der Gesamtidee sinnvoll folgend entwickelt. Der Eingangsbereich ist großzügig bemessen, Informationsbereich und Shop sind sofort auffindbar und mit einer Person zu bedienen.
    An einem eingestellten Block vorbei, bei dem man erfreulicher Weise nicht direkt an WC-Türen oder ähnlichem vorbei gehen muss, gelangt man zu dem museumspädagogischen Bereich und der Treppe zur Erschließung des Saales. Dieser kann auch über eine Brücke vom Bestandsgebäude erschlossen werden.

    Die Organisation des Innenraumes zeigt eine große Dramaturgie: Der Eingangsbereich öffnet sich über die gesamte Höhe bis zum First und modifiziert somit den alten Giebel des Bestandsgebäudes zu einem Ausstellungsstück im Innenraum. Der Vortragssaal ist ein freigestellter Körper im Raum, über ein Oberlicht von oben mit Streulicht inszeniert. Der Innenraum insgesamt erfährt ein gefiltertes Licht durch die Perforierung der Fassade. Die Proportionen des museumspädagogischen Bereiches sind fast als 'sakral' zu bezeichnen.

    Grundrisse, Schnitte, Ansichten, Materialität sind der Grundidee präzise und konsequent folgend entwickelt. Diese Stringenz führt allerdings zu einigen Zwangspunkten, die kritisch diskutiert werden.

    Ein ebenerdiger Zugang in das Gebäude mit einer Überwindung der verschiedenen Höhenlagen innerhalb des Museums wird nicht erreicht. Die Erschließung des Saales liegt etwas versteckt. Die Proportionen der Räume sind außergewöhnlich. Eine natürliche Belichtung und Belüftung des Saales ist nicht erkennbar. Ungestörte Blickbeziehungen außerhalb der Glasfuge sind aus dem Neubau in die Umgebung nicht gegeben, würden aber gewünscht, zum Beispiel aus dem Werkraum heraus.

    Aus Sicht des Museums:
    Der Zugang für gehbehinderte Personen ist weit und umständlich. Wie oben beschrieben, würde ein ebenerdiger Zugang bevorzugt. Der Werkraum liegt sehr gut. Die Breite der Zugangswege zu dem Werkraum erscheinen sehr schmal. Gleiches gilt für den Treppenaufgang zum Saal.
    Der Vortragsraum sowie das Thema der Brücke werden positiv gesehen. Das Angebot eines zweiten Aufzugs in Nähe des Saales wird vermisst. Die Anbindung an die Dauerausstellung ist gelungen.
    Die bauordnungsrechtlichen notwendigen Fluchtwege können durch Anpassungen erfüllt werden.

    Insgesamt ein sehr engagierter, architektonisch spannend und stringent formulierter Wettbewerbsbeitrag, bei dem allerdings die Frage der starken architektonischen Kraftentfaltung und ihrer Angemessenheit bezogen auf die Entwurfsaufgabe und ihre Inhalte gestellt werden muss.