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  • CH-8021 Zürich, CH-8049 Zürich
  • 07/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-247996)

Ersatzneubau Garderoben- und Clubgebäude Hönggerberg


  • 2. Rang 2. Preis

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    Projekt
    Pallonetto

    Architekten
    bernath + widmer Architekten, Zürich (CH)

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Andreas Geser Landschaftsarchitekten AG, Zürich (CH)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Projektverfassenden bauen ihren Entwurf auf einer treffenden Analyse des bestehenden Landschaftsraums auf. Dieser wird durch die Waldkante im Osten und den fliessenden Landschaftsraum sowie die Hangkuppe im Süden definiert. Der darin geschickt platzierte Neubau wird zum Scharnier zwischen den verschiedenen Spielfeldern und wirkt durch seine Ausdehnung als dominanter öffentlicher Bau. Das neue Garderobengebäude wird um die fünf schützenswerten Föhren herum entwickelt, wovon drei in den neuen Innenhof intergriert sind. Dieser stimmungsvolle Raum dient als Hauptversammlungsort, ersetzt aber das im Programm geforderte beheizte Foyer nicht. Dieser auf den ersten Blick bestechende Ansatz führt zu Fragen: Haben die Wurzelballen genügend Raum? Wie wirkt sich der Rückschnitt der tiefen Äste auf die Bäume aus? Letztendlich stellt sich die Frage, was vom architektonischen Konzept übrig bliebe, falls die Föhren den Bauprozess nicht überständen? Der Versuch, den Hauptteil der Nutzungen erdgeschossig anzuordnen, wurde aus betrieblicher Sicht begrüsst. Leider führt der eingeschossige Entwurf aber zum grössten Fussabdruck aller prämierten Projekte. Der fehlende öffentlich zugängliche Aussenplatz kann durch den eher introvertierten Innenhof nicht kompensiert werden. Die Jury beurteilte den Entwurf als sehr urban und so möglicherweise dem Landschaftsraum am Hönggerberg nicht ganz angemessen. Die funktionell klare Gebäudeorganisation wird rund um den offe- nen Hof entwickelt. Die drei Funktionsbereiche – Breitensport und Gastronomie im Erdgeschoss, Erste Liga im Untergeschoss – werden als separate Volumen ausgebildet. Der umlaufend gedeckte Laubengang ist sowohl Begegnungsort als auch direkter Zugang, der alle Räume direkt erschliesst. Somit entstehen weder dunkle Gänge, noch beheizte Erschliessungsflächen. Alle Räume haben Tageslicht und einen Bezug zum Aussenraum durch hochliegende Fensterbänder. Aus Sicht des Betriebs führt diese of- fene Organisation zu einem Mehraufwand für den Unterhalt. Ausserdem ist der Zugang durch Unberechtigte schwer zu kontrollieren. Die Organisation des Clubrestaurants weist Mängel auf: Die Raumproportionen des Gastraums verunmöglichen die Benutzung als Versammlungsort und die entfernt gelegenen Lager im Untergeschoss erschweren die geforderte Bewirtschaftung durch eine Person. Auch wurde die Chance verpasst, den Innenhof im Gastrobetrieb mit einzubeziehen. Trotz seiner grossen Flächenausdehnung bleibt der Gebäudeausdruck filigran und durchlässig. Eigentlich handelt es sich um zwei Volumen, die durch einen durchgehenden überdachten Aussenraum verbunden werden. Topografisch fügt sich der Neubau gut ins gewachsene Terrain ein. Die Zonierung des Aussenbereichs und dessen Zugänglichkeit überzeugen. Der konstruktive Aufbau mit tragenden KS-Schotten wird durch eine zweckmässige Holzkonstruktion kontrastiert, deren Struktur in allen Dimensionen klar ablesbar bleibt und durch feine Gliederungen hohen architektonischen Ansprüchen gerecht wird. Das ganze Erdgeschoss liegt leicht erhöht auf einem Betonsockel, der durch einen äusseren Stützenkranz eingefasst wird. Davon ausgenommen ist der Bereich zum Hauptspielfeld, wo zugunsten einer uneingeschränkten Sicht auf Stützen verzichtet wird. Die pragmatischen Überlegungen bei der Haustechnik entsprechen der Aufgabe, teilweise sind die Raumhöhen jedoch zu knapp bemessen. Das Projekt hat durch seine sensible Analyse des Orts mit Einbezug des bestehenden Baumbestands und die konsequente Anordnung der Hauptnutzungen auf einem Geschoss einen wertvollen Diskussionsbeitrag geleistet. Trotz dieser Qualitäten wurde der Vorschlag auf Grund seiner Introvertiertheit und der fehlenden Aussenraumgestaltung als der Aufgabe und dem Ort nicht angemessen beurteilt.


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