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  • DE-77855 Achern, DE-77855 Achern
  • 07/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-250869)

Städtebauliche Neuordnung der Illenauwiesen


  • 4. Rang Anerkennung

    Wettbewerb Städtebauliche Neuordnung der Illenauwiesen, © LINK3D Architekturvisualisierung aus Freiburg

    Visualisierer
    LINK 3D - Wettbewerbsperspektiven und Architekturvisualisierung, Freiburg im Breisgau (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Matthias Link

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: ECHOMAR, Oberkirch (DE)
    Landschaftsarchitekten: w+p Landschaften, Berlin (DE), Offenburg (DE), Schiltach (DE)
    Architekten: Müller + Huber Architekten, Oberkirch (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Leitidee des Entwurfs mit der Akzentuierung der großen Freifläche und einer kompakten Gebäudegruppe wird begrüßt. Es entsteht eine gute Proportion zwischen freigehalten und überbaut. Die Reithalle wird in der Achse zur Hauptzufahrt zur historischen Illenau freigestellt und über einen großen befestigten Platz im Vorfeld betont.
    Der urban befestigte Platz wird mit einer „Streetbar“ unter dem Dach der ehemaligen Tankstelle bestückt. Eine diskussionswürdige Idee: allerdings wird die Prominenz der Achse zur Illenau durch diese Maßnahme geschwächt.

    Die zwei- bis viergeschossigen Wohngebäude sind blockähnlich mit großen Zwischenräumen gestaltet, ein orthogonales Raster wird vermieden durch eine vielgestaltige Auflösung der Blockrandbebauung. Zwei Quartiere werden über die Innenhöfe erschlossen, was Wohnruhe und Aufenthaltsqualität beeinträchtigt. Der nördlich gelegene Block wird vom Vorfeld der Reithalle erschlossen, was unnötig Verkehr in diesen hochwertigen Stadtraum verlagert. Unverständlich ist für das Preisgericht der vollständige Verlust der wertvollen Lindenreihe.
    Ost-West orientierte Grünzonen zwischen den drei Blocks anzulegen ist schlüssig.
    Die südliche Zone könnte auf die schöne Fassade des Heizhauses orientiert sein, was aber nicht gelingt. Allerdings führt das Grün dort zur ehemaligen Schwimmschüssel, die jetzt jedoch als großes „Flussbad und Biotop“ ausgebildet werden soll.
    Die heterogene Anordnung der Gebäude entlang der Illenauer Straße und die Öffnung der zwei südlichen Blocks zur Straße hin sind unverständlich und nicht begründet.

    Die gewünschte Mischung der Wohnarten führt zu unterschiedlichen Gebäudehöhen – von zwei- bis zu viergeschossigen Gebäuden –, die von Süden nach Norden ansteigen. Verständlich wäre hier eher eine Schutzbebauung zur Straße hin. Die Anordnung von viergeschossigen Gebäuden zur Reithalle hin und um sie herum erscheint willkürlich. Der Übergang zum Park mit den Reihenhäusern im Westen stellt eine unverständliche Aufwertung der schon privilegierten Wohnform dar.

    Die neue Verkehrsführung mit einem kleinen Kreisel an der Illenauerstraße plus neuer Bushaltestelle kann angenehm und verkehrsberuhigend wirken.

    Der neue Reithallenplatz erhält durch seine Größe und durch die gestalterische Einbeziehung der Parkplätze eine geringe Aufenthaltsqualität. Das Erschließungssystem im Park ist schlüssig, die Umgestaltung des Schüsselbades mit großer Freitreppe und Flussbad und Biotop müsste ökologisch, gestalterisch und hydraulisch gelöst werden. Attraktiv ist dieses Angebot. Die beiden vorgeschlagenen Brücken sind gut positioniert.

    Das Nutzungskonzept für die ehemalige Reithalle mit einer Markthalle wird generell und besonders durch die räumliche Nähe zu bestehendem Lebensmitteleinzelhandel für problematisch angesehen. Die Angebote verschiedener Wohnformen incl. Seniorenwohnen sind angemessen.

    Der vielfältige und attraktive Galeriesaum am Mühlbach wird erhalten und zu einem großen Grünraum ergänzt, was positiv gesehen wird.

    Das Grobkonzept des Entwurfes wird den Anforderungen gerecht. Jedoch erscheinen das Umfeld der Reithalle mit den großen Parkplatz als Endpunkt der historischen Achse wie auch die Ausformung der Wohnblocks mit der ins Innere führenden Erschließung als zu wenig durchdacht.