loading
  • Ankauf


    Architekten
    HerbstKunkler Architekten, Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Reimar Herbst / Angelika Kunkler, Berlin Mitarbeit: Alice Berresheim

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Kamel Louafi Landschaftsarchitekten, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Mit baulichen Mitteln sollen die Neubauten für dementiell Erkrankte und Senioren zum integrativen Bestandteil des Siedlungsgebietes ausformuliert werden. Klare und kompakte Baukörper bilden das neue Demenzhaus und den neuen Seniorenwohnhof. Die Bau­kör­per definieren und hierar­chi­sieren Räu­me: die öffentlichen Vorbereiche zum Wohngebiet, den internen Eingangsbereich mit Begegnungsstätte und Gartenhof des Demenzhauses, die internen Eingangsbereiche und Wohnhof der Seniorenwohnhäuser, die anschließenden geschützten Freiflächen am Übergang zum öffentlichen Landschaftsraum. Die Ver­knüp­fung die­ser Räu­me er­öff­net Blick­be­zie­hun­gen aus den Neubauten in ty­po­lo­gisch dif­fe­ren­zier­te Frei­räu­me. Mit den prä­zi­sen Baukörpern sollen ein­präg­sa­me Orte entstehen, die mit dem anschließenden Na­tur­raum kor­re­spon­dieren.

    Die Ausfor­mu­lierung von zwei Häusern, Demenzhaus und Wohnhaus, folgt dem Konzept einer räumlichen Zonierung in zwei mitein­ander verknüpfte Grund­stücks­teile. Die jewei­ligen Nutzungen können in die direkt zugeord­neten Freiflächen erweitert werden. Beide Häuser sind baulich verbunden, können aber unabhängig vonein­ander erschlossen und störungsfrei genutzt werden. Im gemeinsamen Untergeschoß werden 10 Stellplätze, Technik- und Abstellräume untergebracht. Die ver­schie­de­nen Bau­kör­per ver­bin­den sich über die Frei­flä­chen zu ei­ner for­ma­len und räum­lich-funk­tio­na­len Ein­heit.

    Demenzhaus. Der zweigeschossige, U-förmige Neubau umschließt einen Gartenhof. Der geschützte Hof ist der ge­mein­sa­me, zum Landschaftsraum orientierte Raum. Die Or­ga­ni­sa­tion des Neubaus ist von die­ser Idee be­stimmt. Der Haupt­ein­gang erfolgt vom Vorplatz über das gemeinsame Foyer im Erdgeschoss. Hier befinden sich die Verwaltung und die Begegnungsstätte, die im räumlichen Verbund zusammenschaltbar mit der Tagesstätte über Schiebeelemente in die Außenräume erweitert werden kann. Alle Wohngruppen können unabhängig voneinander erschlossen werden. Die Wohn-/Hausgruppen sind übereinander in den beiden Flügeln angeordnet; die Wanderergruppe und die Inselgruppe sind im Obergeschoß angeordnet. Den Aufenthaltsbereich kennzeichnende Kücheneinheiten bieten dem Bewohner eine heimische Atmosphäre.

    Rundgänge. Die Flu­re mit den Gemeinschaftsbereichen in den Wohngruppen wer­den als Stras­sen mit Plät­zen und Ter­ras­sen zu den ein­zel­nen Häu­sern der Pfle­ge­zim­mer auf­ge­fasst. Das freie Umherwandern ohne Sackgassen und der Zugang aus allen Wohngruppen in die geschützten Außenbereiche sind möglich. In den internen Fluren der Wohngruppen werden „snoezelen“ Sitz-/Liegenischen vorgesehen, welche durch gezielte Gestaltung unter Verwendung einzelner weniger Materialien die Sinne der Bewohner ansprechen.

    Ausblicke. Durch ih­re wech­sel­sei­ti­ge Orien­tie­rung in­ den Außen­raum bie­ten die Flure mit den Gemeinschaftsbereichen unterschiedliche Be­lich­tungs­ver­hält­nis­se und die größt­mög­li­che Viel­falt an Auf­ent­halts- und Kom­mu­ni­ka­tions­mög­lich­kei­ten für die Be­woh­ner.

    Wohnhof. Die zweigeschossigen Neubauten umschließen einen Wohnhof und Rosengarten. Die Erschließung der Wohnungen erfolgt über Laubengänge. Die Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen öffnen sich über kommunikative Laubengänge zu dem gemeinsamen, identifikationsstiftenden Wohnhof.

    Die Neubauten sind als Mischkonstruktion aus Mauerwerk und Stahlbeton geplant. Die Fassaden erhalten einen mineralischen Putz. Die raum­ho­hen, la­sier­ten Holzfenster er­hal­ten als Sonnen- und Sichtschutz außen­lie­gen­de Schie­be- und Klapp­lä­den, die von in­nen ver­stellt wer­den kön­nen. Sie vermitteln dem Bewohner das Bild des traditionellen Klappladens.

    Außenanlagen. Der Baumbestand wird weitestgehend in den Freiraumentwurf integriert. Der Übergang zum geschützten Landschaftsraum wird mit ortstypischen Hecken und Bäumen definiert. Er ermöglicht eine fließende, kontrollierte Durchwegung in den Jungerhalde-Hockgraben.

    Die städtebauliche Anordnung der Baukörper und deren Funktionen definieren den Freiraum. Hieraus ergeben sich verschiedene Gartenbereiche mit unterschiedlichem Charakter, die ein breites Nutzungsspektrum ermöglichen. Ein seniorengerechter Rundweg verbindet diese Gärten. An den Seniorenwohnungen sind Streuobstwiesen und Blumenwiesen mit Blicken in die umgebene Landschaft vorgesehen. Pavillons bieten Schutz- und Ruheorte. Im Kern der Wohnungsanlage befindet sich ein Rosengarten.

    Der geschützte Garten ist der zentrale Freiraum am Demenzhaus. Dieser geschlossene Garten wird über einen Schlaufenweg erlebbar, von dem aus verschiedenste Raumerlebnisse und auch vereinzelte Blicke in den Landschaftsraum möglich sind. Der Garten ist aufgeteilt in Bereiche, die die verschiedenen sensorischen Qualitäten hervorheben, zum Teil auch in erhöhten Pflanzinseln zur näheren Erkundung. Bänke ermöglichen einen Platz zum Verweilen im Freien oder unter Baumkronen.

    Am Demenzhaus im Süden befindet sich eine Gemeinschaftswiese, die einen Ort der Begegnung im Außenbereich darstellt. Feste und gemeinnützige Veranstaltungen können hier stattfinden, um das nähere Umfeld (z.B. Siedlung und Schule) zusammen zu bringen. Der erhaltene Baumbestand bildet den räumlichen Rahmen. Eine Fläche zur Pflanzenanzucht für die Bewohner des Demenzhause ist bei Bedarf angrenzend an die Stellplätze auch hier denkbar.



    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.