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  • DE-71149 Bondorf, DE-71149 Bondorf
  • 07/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-252835)

Quartier Lange Gasse – Bücherei und Wohnen in der Ortsmitte


  • 3. Rang im Wettbewerb

    kein Bild vorhanden
    Landschaftsarchitekten
    Landschaftsarchitekturbüro Möhrle + Partner BDLA/IFLA, Stuttgart (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Zoll Architekten Stadtplaner GmbH, Stuttgart (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Verfasser verwendet moderne Baukörperformen, die sich nicht leicht an die bisherige dörfliche Bebauung anpassen lässt. Alle Wohnbaukörper haben ein ortsuntypisches gleichgeneigtes Sattel-dach, das sich schwer in die Umgebungsbebauung einfügt.
    Beim Ideenteil stechen räumliche und funktionale Defizite hervor, vor allem die räumliche Formulierung des Quartiersplatzes. Der zweigeschossige Verbindungsbau zwischen bestehender Seniorenwohnlage und Neubau ist als Flachdach unverständlich. Im Realisierungsteil sind zwei nord-süd gerichtete Gebäude platziert, die eine gewisse Überdimensionierung aufweisen. Das Gebäude mit geplanter Bücherei „wickelt“ sich um die vorhandene Scheune und „erdrückt“ diesen markanten Bau.

    Positiv wird der entstehende Vorplatz vor der Bücherei bewertet, allerdings wird man direkt auf eine Mauer, die den privaten Garten begrenzt, geleitet. Dabei wird auch das private Wohnhaus (Grabenstrasse 10) unnötigerweise in den Fokus gesetzt. Die Gasse und der Lesebereich hinter dem Büchereigebäude wurden kontrovers diskutiert. Negativ ist zu sehen, dass diesem Bereich die notwendige Belichtung für eine Aufenthaltsqualität fehlt.
    Das zweigeschossige Büchereigebäude stellt sich neben der bestehenden „Brunnenstube“ als giebelständiges Gebäude mit einer attraktiven Eingangszone dar. Die Bücherei befindet sich im Erdgeschoss, der Leseraum und ein Veranstaltungsraum befinden sich im Obergeschoss. Obwohl der Entwurf der Bücherei städtisch geprägt ist, wurde die Chance versäumt, den Vorplatz durch ein attraktives Nutzungskonzept sinnvoll zu bespielen.
    Die Wohnungen werden über ein Laubengangsystem erschlossen, was aus wirtschaftlicher Sicht in Bezug auf die Aufzugserschließung als sinnvoll zu bewerten ist. Leider ist die Laubenerschließung bei der aktuellen Grundrissgestaltung der Wohnungen (Schlafzimmer Richtung Laubengang) nicht optimal geplant.
    Die Situation des Tiefgarageneingangs ist optimal gelöst, an der tiefsten Stelle des Grundstückes. Allerdings führt diese Lösung zu einer 2-3 Meter hohen Mauer vor der Tiefgarage.
    Die gesamte Wohnbebauung ist barrierefrei erschlossen. Diese fehlt leider im Büchereigebäude.
    Negativ wurde die Außengestaltung der Wohngebäude mit einem architektonischen austauschbaren Architekturstil bewertet. Die differenzierte Gestaltung der Fassaden der Bücherei ist auf eine angemessene Weise gelungen.
    Das vorgeschlagene Energiekonzept beinhaltet einen zentralen Pelletkessel sowie Flächenheizungen. Für die sommerliche Warmwassererzeugung wird nur optional eine Solarthermieanlage vorgeschlagen. Hier greift das vorgeschlagene Energiekonzept zu kurz. Die Gebäude werden über eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung belüftet. Für den sommerlichen Wärmeschutz sorgen ein außenliegender Sonnenschutz und eine Sonnenschutzverglasung. Ein natürliches Nachtlüftungskonzept für die Bücherei soll den sommerlichen Wärmeschutz ergänzen.
    Die vorgeschlagene Anlagentechnik erfüllt die gestellten Anforderungen zum größten Teil. In Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit der Anlage sollte die sommerliche Warmwassererzeugung weiter ausgearbeitet werden.
    Die Arbeit stellt im Ergebnis einen eigenständigen städtebaulichen Beitrag dar, der in Einzelaspekten Schwächen aufweist: Ansichten der Wohngebäude, Dachform der Wohngebäude und Mauer der Tiefgarage.


INFO-BOX

Angelegt am 24.07.2017, 14:25
Zuletzt aktualisiert 31.07.2017, 14:41
Beitrags-ID 4-143443
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