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  • 07/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-273215)

Objektplanung Gebäude / Objektplanung Freianlagen

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  • 1. Rang

    © w+p Landschaften

    Landschaftsarchitekten
    w+p Landschaften, Berlin (DE), Offenburg (DE), Schiltach (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: schaudt architekten bda, Konstanz (DE)

    Erläuterungstext
    Das Entwurfskonzept zur Formulierung einer zukunftsorientierten Neubebauung zeichnet einen städtebaulichen Baustein, der sich außenräumlich in den Kontext der Gesamtanlage ausgewogen einfügt, sich aber auch gleichermaßen durch Stärkung der Raumkanten als prägnante Erneuerung darstellt. Die Bebauung definiert Eingänge, Durchgänge und Verbindungen. Dadurch entstehen räumlich definierte Nachbarschaften sowie eine klare, durchgängig barrierefreie Orientierung.

    Die Neugestaltung beachtet die besondere räumliche Ordnungsstruktur von weltlichem Außenraum und klösterlichen Innenhöfen. Der Pfortenhof formt als halböffentlicher Platz mit einem Belagsteppich ein großzügiges Entrée. Klosterladen, Gastronomie/ Begegnungsstätte sind von hier aus direkt zu erreichen. Die Verknüpfung zum Bahnhof/ Naturschutzzentrum und den Kurzzeitparkplätzen wird unmittelbar gegenüber geboten. Eine Terrasse mit Möblierung für die Bewirtung, der Brunnen für das Wasserspiel, Sitzbänke und Parklätze für Behinderte formen zur Abteistraße eine einladende Geste.
    Die offenen Zwischenräume werden als geschützte Gartenhöfe ausgestaltet. Hier besteht die Möglichkeit für die Außenbewirtung, oder eine geruhsame Auszeit im lichten Schatten der blühenden Sternmagnolie. Gleichwohl bietet der Garten für das Seniorenwohnen bei Bedarf den besonderen Schutz „als Garten der Erinnerung“. Der Wirtschaftshof ist optisch abgerückt und bedient die Funktionsanforderungen für Anlieferung, Aufstellflächen und Rettungswege.
    Insgesamt betrachtet werden in den Freianlagen bestehende Architekturstrukturen aufgegriffen, zeitgemäß barrierefrei überformt und zusammen mit den Neubauten zu einem ausgewogenen Gesamtensemble.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit nimmt die bestehende Struktur der Baukörperstellung auf, indem sie die im Grundriss orthogonale Anordnung des Bestandes mit Ausnahme des Verlagsgebäudes fortführt. Dem Betrachter des Grundrisses erscheint die Anordnung wie eine verkleinerte Spiegelung an den Achsen des Süd- und Gastflügels bzw. der Verwaltung. Damit wird die Erwartung einer sich im Rahmen der historischen Entwicklung einfügenden Erweiterung gut erfüllt.

    Der Zugang erfolgt über den Pfortenhof zwar an gleicher Stelle wie im heutigen Bestand, jedoch wird dieser attraktiv bis zur Straße geführt. Die dort platzierte Außengastronomie macht neugierig auf das Kloster. Eine wünschenswerte größere Weite zwischen Gastflügel und Neubau würde diese Attraktivität des Zugangs noch erhöhen. Mit dem Verzicht auf eine Überdachung des Pfortenhofes und der einfachen direkten Anbindung der Verwaltung am Südflügel wird die bauliche Anbindung der Baukörper an den Bestand sehr gut gelöst und Herausforderungen, die eine Überdachung ausgelöst hätten umgangen.

    Die verschiedenen Nutzungen in der geplanten Erweiterung sind sauber getrennt, pragmatisch angeordnet und bieten trotzdem das Potential für das Einpflegen von Wünschen des Bauherrn hinsichtlich der Optimierung betrieblicher Abläufe. Ob die eingebrachte Idee eines Ausstellungsraumes, der in der Wettbewerbsauslobung nicht gefordert war letztendlich der Grundrisswahl geschuldet ist, bedarf keiner abschließenden Klärung. Letztendlich ist es durch die als Steg ausgebildete Zwischendecke über dem Ausstellungsraum möglich, die Öffentlichkeit, die sich im Erdgeschoss aufhält und den Marienhof des Klosters durch eine intransparente Westwand baulich zu trennen und trotzdem Licht ins Haus zu bringen.

    Die Anordnung und Anbindung der Tiefgarage lässt dem Bauherrn die Möglichkeit, unter Berücksichtigung vorhandener Freiflächen auch auf diese zu verzichten, ohne dass das vorliegende Konzept angepasst werden müsste. Das Verlagsgebäude als Bestandteil oben genannter „Spiegelung“ fügt sich ohne großen Auftritt ins Ensemble ein und ordnet sich dem Kloster als Ganzem unter.

    (...)

    Insgesamt handelt es sich bei vorliegender Arbeit um ein durchdachtes Konzept, bei dem sich die Erweiterung sich dem historischen Kloster unterordnet und das der Betrachter auch aus der Entfernung als angenehm empfinden wird. Sämtliche Nutzungen sind funktional integriert und lassen auch für betriebsbedingte Korrekturen Raum, ohne das Konzept zu zerstören.