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  • DE-97424 Schweinfurt, DE-97421 Schweinfurt
  • 07/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-259678)

Neubau von 120 Wohneinheiten mit Dienstleistung und Gewerbe


  • 4. Preis

    Perspektive

    Architekten
    HASCHER JEHLE Architektur, Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Michael Meier

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: WGF Nürnberg, Nürnberg (DE)

    Preisgeld
    11.500 EUR

    Erläuterungstext
    Städtebau:
    Der Entwurf berücksichtigt den Rahmenplan und entwickelt die vorgeschlagenen Kubaturen an einigen Stellen konsequent im Sinne dieses Grundkonzepts weiter.
    Durch eine Verschiebung des Kopfbaus in Baufeld 07 nach Norden wird die angestrebte Torsituation stärker herausgearbeitet. Flankiert durch 4-geschossige, markante Kopfbauten sowie den als 7-geschossiges „Merkzeichen“ ausgebildeten Kopfbau in BF 08 entsteht ein baulich klar gefasstes, urbanes Entree in den neuen Stadtteil.
    Um die Baukörper stärker zu differenzieren, werden gezielt Zäsuren an den Kubaturen zwischen den Kopfbauten und den anschliessenden Zeilen vorgenommen. Das „Merkzeichen“ wird freigestellt, um seine Sonderstellung als für das Gebiet gestaltprägender Solitär zu verdeutlichen.
    Als Hochpunkt wird er zukünftig der Orientierungspunkt am neuen Quartiersplatz sein. Ein gastronomisches Angebot im Erdgeschoss wird den Platz zusätzlich beleben.

    Entwurfskonzept:
    Der Entwurf nimmt die Idee der Baufluchten des Rahmenplans auf und folgt diesen mit seinen hervorstehenden Decken- und Attikakanten. Die Fassaden dazwischen verspringen in der Tiefe auf unterschiedliche Weise und erzeugen vielfältige und indviduelle Übergänge aus allen Wohnungen ins Freie in Form von Balkonen, Loggien, Dachterrassen und überdeckten Freisitzen.
    Dadurch erhalten die Baukörper eine hohe Plastizität und differenzierte Anmutung.
    Alle EG-Wohnungen erhalten nach Süd-Westen ausgerichtete Mietergärten.
    Es werden überschaubare Nachbarschaften ausgebildet. Die Hausgemeinschaften
    werden im Schnitt von 6 Mietparteien gebildet. Die Eingangsbereiche und Treppenaufgänge werden hell und einladend mit Tageslicht und Aussenbezug gestaltet.

    Die Konstruktionsweise der Gebäude beruht auf einer wirtschaftlichen, Ressourcen schonenden Stahlbetonstruktur aus tragenden und aussteifenden Stahlbeton- bzw Mauerwerkswandscheiben und Stahlbeton-Flachdecken.

    Freianlagen:
    Neben der Stellung der Gebäude wird die Einfahrt ins Quartier Askren Manor vom John-F.-Kennedy-Ring durch Baumgruppen in einem verdichteten freien Raster kenntlich gemacht. Dabei sollen sich diese Bäume von dem allgemein vorherrschenden Bestand durch Habitus, Blattfärbung und Blüte deutlich abheben.
    Es könnten Zierkirschen oder Stadtbirnen zur Verwendung kommen. Das gleiche Motiv wiederholt sich auf dem wassergebundenen Platz in Verlängerung des nord-süd gerichteten Parks. Auf dem mit Betonpflaster befestigten Eingangsplatz stehen in drei Sitzringen mehrstämmige, von unten beastete und sich verzweigende Bäume wie beispielsweise Mehlbeeren.

    Für die Bewohner in den Baufeldern 05 und 07 werden innerhalb des offenen, fließenden Raumgefüges aus locker stehenden Bäumen und Rasenflächen heckengefasste Gemeinschaftsgärten angeboten, die als Kleinkinderspielplatz, Krautgärten, Grillplätze oder Blumengarten von den Bewohnern genutzt werden können und an deren Entstehung sie in einem besonderen partizipativen Modell beteiligt werden. Das heißt, sie können darüber mitbestimmen bzw. entscheiden, mit welchen Inhalten diese Heckengärten gefüllt werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Anordnung und Proportionen der Baukörper erscheinen schlüssig.
    Die Zäsur der L‐Riegel lassen die Kopfbauten als eigenständige Gebäudeteile erkennen.
    Hierdurch entsteht eine klare Struktur am Platz.
    Die Erschließungsstruktur gibt eine klare Gebäudestruktur vor. An den Ecksituationen ist der Erschließungsanteil sehr hoch. Positiv wird die aufgelockerte Fassadengestaltung gesehen.
    Die Geschossigkeit und stilisierte Dachform des Kopfbaus wird als überzogen gesehen. Die Dachform des Kopfbaus ist nicht nachvollziehbar.
    Der Übergang zwischen öffentlichen, halböffentlichen und privaten Flächen schafft vielfältige aufgelockerte Räume mit Verbindung zum Straßenraum. Die Orientierung des Cafés im Solitärbau zum Park wird sehr positiv bewertet, ebenso die dadurch entstehenden Sichtbezüge.
    Die Grundrissanforderungen wurden im Wesentlichen mit einem ansprechenden Raumprogramm erfüllt. Alle Wohnungen sind durch einen Aufzug barrierefrei erreichbar. Die Orientierung einzelner Schlafräume zum J.‐F. Kennedy‐Ring ist nicht befriedigend gelöst.
    Positiv wird die Ausrichtung der Wohnräume nach Süd‐Westen Richtung Park bewertet. Die Wohnungen wirken in ihrer Gesamtheit hell und freundlich.
    Die vorgebenden Stellplätze fehlen auf den Grundstücken. Insgesamt untergliedern sich die Freiflächen in einzelne kleine Einheiten und schaffen somit Privatsphäre. Die Eingangssituationen sind deutlich erkennbar. Auch die Oak Street wirkt wie eine angenehme Abfolge von Räumen.
    Die Anordnung und Ausrichtung der Spielflächen und Gemeinschaftsgärten wirkt überfrachtet.

    Der Erschließungstypus besteht mehrheitlich aus Zweispännern mit integriertem Aufzug,
    was wiederum zu einem hohen Flächenverbrauch für die innere Erschließung führt. Dazu kann der Erschließungskern größenmäßig optimiert werden. Die Fassadenkonstruktion erscheint durch die Holzpaneele aufwändig und somit kostenintensiv. Die Nutzbarkeit der teilweise sehr schmalen Balkone sowie deren Orientierung zum J.‐F. Kennedy‐Ring werden in Frage gestellt. Insgesamt wird in der Gesamtanlage ein aufgelockerter Charakter von der Bebauung über die Freiflächen durchgängig vermittelt.