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  • DE-72074 Tübingen
  • 02/2007
  • Ergebnis
  • (ID 2-8024)

Wohnen am Österberg


  • 3. Preis

    Typen, Schnitt

    Architekten
    Project GmbH Planungsgesellschaft für Städtebau, Architektur und Freianlagen, Esslingen (DE), München (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Dipl.-Ing. Markus Greif Albert Ziefle (Modell)

    Erläuterungstext
    Situation

    Die ausgeprägten topografischen Verhältnisse des Baugrundstücks und das gewünschte Angebot an Wohnformen führen zu einem Konzept mit differenzierten Typologien bei Geschosswohnungen und Einfamilienhäusern. Die auf Hangterrassen situierten Baukörper staffeln sich hangabwärts nach Süden und ermöglichen einen unverbauten Fernblick bei relativ dichter Bauweise und knappen Grundstücken.
    Das Gebiet kann in drei Bauabschnitten realisiert werden, wobei Mischungen aus MFH und EFH in den einzelnen Abschnitten erfolgen.
    Die zentrale Erschließungsachse „Am Österberg“ wird den Bauabschnitten entsprechend verlängert. Die Wendeflächen am Ende eines Abschnitts zeichnen sich beim endausgebauten Zustand als platzartige Flächen ab, die die Erschließungsachse rhythmisiert.

    Erschließungskonzept

    Die sechs hangseitigen Mehrfamilienhäuser und die talseitig gelegenen, in 4 Hausgruppen zusammengefassten Einfamilienhäuser werden durch eine gemeinsame zentrale Erschließungsachse, dem neuen Weg „Am Österberg“ in Verlängerung zum östlichen Arm der „Hundskapfklinge“ erschlossen. Außer den Häusern an der südlichen Grundstücksgrenze entlang des westlichen Arms der „Hundskapfkline“ werden alle Einheiten über diese neue Achse kompakt angeschlossen. Hangaufwärts wird die sich in Ostwestrichtung orientierende zentrale Erschließungsachse über in den Hang eingefügte Treppenanlagen mit dem bestehenden Wegenetz verbunden.

    6 Mehrfamilienhäuser

    Die Parkierung der Mehrfamilienhäuser schiebt sich eben zum Straßenniveu unter die Gebäude in den Hang. In der Fuge zwischen Parkdeck und dem angehobenen gemeinsamen Gartenhof gelangt man barrierefrei zum zentralen Treppenhaus. Von dort aus werden die 5 Ebenen des Mehrfamilienhauses mit Aufzug erschlossen.

    Der Baukörper eines Mehrfamilienhauses wird in einen bergseitigen und einen talseitigen Gebäudeteil gegliedert. Diese Gebäudeteile sind zueinander im Grundriss wie in der Ansicht versetzt und erscheinen somit als kleinteilige bauliche Strukturen, die sich in ihrer Körnung gut in die durch die villenartigen Gebäude geprägte Umgebung einfügen.
    Durch das Versetzen der Kuben entsteht ein Z-förmiger Baukörper, der die Bebauung mit der Landschaft verzahnt. Zudem wird ermöglicht, dass sich die Wohnbereiche ungehindert hangabwärts nach Süden hin orientieren können. Der Höhenversatz der Bauteile reagiert auf die Steilhanglage.
    Ein transparentes Fugenelement schiebt sich zwischen die Bauteile und integriert die Vertikalerschließung sowie Loggien und Wintergärten.
    Ein weiteres transparentes Element wird vor den südlichen Baukörper über die Zufahrt zu TG gehängt. Diese Elemente erscheinen aus der Ferne wie große „Fensterelemente“. Die Materialität dieser Bauteile aus Stahl und Glas unterstützt die Fernwirkung dieser Elemente als „Fenster zur Landschaft“.

    Ein Haus beherbergt 11 Wohneinheiten. In den 6 Geschossbauten werden 68 ETW angeboten. Die gewünschte Mischung an 2-/3-/4-Zimmer-Whg.(15%/25%/60%) wird erreicht. Durch die Gegebenheiten am Hang werden unterschiedliche Wohnungstypen angeboten. Es entstehen zu den gewöhnlichen ETWs, Wohnungen um einen Grünhof (Atriumswohnung) oder Dachmaisonettewohnungen.

    Wohnungstypen

    Durch die Situation am Hang können drei unterschiedliche Wohnungstypen realisiert werden:
    In einem Haus befinden sich:
    1. Zwei 4-Zimmer-Wohnungen, die sich um einen Gartenhof entwickeln. (Ebene +1 und Ebene +2)
    2. Zwei 4-Zimmer-Dach Maisonette-Wohnungen. (Ebene +5 mit Ess-Wohnbereich, Ebene +4 als Eingangs- und Schlafebene, Ebene +3 mit den dazugehörenden Nebenräumen, die sich im Hangbereich befinden)
    3. Sieben 2-/3-/4-Zimmerwohnungen mit vorgeschalteten Loggien- und Wintergartenzonen.

    Von den 16 notwendigen Stellplätzen pro Haus werden 13 im unterschobenen Parkdeck, die restlichen drei an der Straße als offene Stellplätze realisiert.

    5 Gruppen mit Einfamilienhäusern
    Im südlichen, etwas flacheren Teil des Grundstücks werden 41 EFH als 12 EH (Atriumshäuser), 14 DHH und 15 RH in 4 Hausgruppen angeboten.

    Die Parkierung der Einfamilienhäuser erfolgt direkt am oder im Gebäude entlang der Straßen. Lediglich 4 EH und 4 DHH werden in zweiter Reihe angeboten. Sie werden über großzügige Außentreppen erschlossen. Die Parkierung für diese Einheiten erfolgt ebenfalls entlang der Straßen. Die zugeordneten Garagen werden entlang der Straße Hundskapfklinge unter der Vorgartenzone der südlichen Gebäude geschoben. Entlang des neuen Wegs „Am Österberg“ parkieren die PKW´s innerhalb der Baukörper auf Ebene+2, die bei den norderschlossenen Einfamilienhaustypen als Eingangsebene fungiert.
    Die Gebäude treppen sich nach Süden hin ab, so dass die einzelnen Häuser mit knappen Abständen zueinander gesetzt werden können, ohne dass dadurch Verschattungen zueinander entstehen.
    Die Wohnungen orientieren sich in ihrer Hauptausrichtung nach Süden. Zudem sind Orientierungen der Schlafräume etc. in die seitlichen„Gartenfugen“ möglich. Die geschlossenen nördlichen Gebäudeseiten dienen dem nördlichen Nachbarn als schützende Gartenmauer.
    Durch additive Gebäudeteile (Gartenfinger, Wintergärten, Dachaufsätze) werden zusätzliche Außenflächen für die Wohnungen als Terrassen oder Gartenzimmer nutzbar gemacht. In BA 1-3 werden 15 RH, 14 DHH und 12 EH angeboten.

    3 Gruppen mit Reihen- und Doppelhäusern
    Gruppe 2 (5 RH/4 DHH), Gruppe 4 (5 RH/8 DHH), Gruppe 5 (5 RH/2 DHH)

    15 Reihenhäuser (norderschlossen)
    Von der Ebene +0 (Eingangsebene) aus gelangt man zu den hangabwärts gelegenen beiden Wohngeschossen. Nach Belieben kann die Küche mit dem Essbereich oder der Wohnbereich in den Ebenen -1 oder der Ebene -2 (Gartenebene) angeordnet werden.
    Das Schlafgeschoss schwebt als „Dachscheibe“ über der Eingangsebene (Ebene+1).

    8 Doppelhäuser (süderschlossen)

    4 Doppelhäuser (in zweiter Reihe)
    Die südlich an der Hundskapfklinge gelegenen DHH werden von dort aus über das Untergeschoss erschlossen. Eingang und Parkierung befinden sich auf Straßenniveau. Gemeinsame Eingangshöfe mit Aufenthaltsqualitäten bilden das Entree für die DHH Gruppen.
    Über das Eingangsgeschoss gelangt man in das darüberliegende auf Gartenniveau gelegene Wohngeschoss. Die Küchen der mittleren DHH werden seitlich über geschützte Terrassenbereiche belichtet, die wahlweise als Wintergärten ausgeführt werden können. Über der Wohnebene befindet sich die Schlafebene. Das zurückgesetzte Dachgeschoss bietet weitere Räumlichkeiten (Dachzimmer, Studio).

    2 Gruppen mit Einzelhäusern
    Zwei weitere Gruppen mit EFH werden durch Einzelhäuser als Grenzbauten gebildet:
    Gruppe 1 (4 EH), Gruppe 3 (8 EH)
    Die hangaufwärts orientierten öffentlichen Fußwegverbindungen verlaufen in der Mitte der Felder. Über diese Wegeverbindung werden alle Einzelhäuser erschlossen.
    Diese Häuser werden unterschieden in:
    4 Einzelhäuser (norderschlossen)
    4 Einzelhäuser (süderschlossen)
    4 Einzelhäuser (Atriumshaus, in zweiter Reihe)
    Durch additive Gebäudeteile (Gartenfinger, Wintergärten, Dachaufsätze) werden zusätzliche Außenflächen für die Wohnungen als Terrassen oder Gartenzimmer nutzbar gemacht.

    Außenräume:
    Die Außenräume gliedern sich in öffentliche-, halböffentliche-, und privat genutzte Bereiche.

    Öffentliche Erschließungsbereiche:
    Zu der Erschließungsfunktion der Straße kommt die Funktion des öffentlichen Straßenraums als Kommunikations- und Spielfläche durch platzartige, besonders hervorgehobene Straßenflächen. Diese Bereiche markieren die Abschnitte, an denen u.a. die hangaufwärts verlaufenden Treppen auf den neuen Weg „Am Österberg“ treffen.
    Über den hangseitigen Gehweg entlang der Straße gelangt man geschützt zu den Eingangsbereichen der Geschossbauten.
    Der bestehende Gehweg entlang der Hundskapfklinge im Übergang zum neuen Weg „Am Österberg“ wird bis zu Haus 5 weitergeführt. Das vorstehende Dach der Reihenhauszeile überkrakt diesen Gehwegbereich als Arkade.

    Öffentliche Grünbereiche:
    Gegenüber von Haus 5, am Anfang der mittleren Erschließungsachse sowie an deren Ende (bei Haus 1) werden öffentliche Spiel- und Aufenthaltsbereiche gestaltet.
    Es werden weitere öffentliche Grünbereiche zwischen den Hausgruppen (Gartenfugen) ausgewiesen. Diese Flächen werden zum einen als Retentionsflächen genutzt, zum anderen werden dort regionale Obstbäume gepflanzt, um somit die historische Nutzung des Unteren Österbergs als Obstbaumwiese anschaulich zu machen.


    Halböffentliche Bereiche:
    Über großzügige Außentreppen gelangt man von der Straße aus zu den halböffentlichen Gartenhöfen zwischen den Geschossbauten, die als Spiel- und Aufenthaltsorte dienen.
    Von den MFH ist der barrierefreie Zugang in die Gartenhöfe über einen Gartenzugang möglich.
    Die Eingangshöfe der DHH-Gruppen, an der Hundskapfstraße gelegen, werden durch Sitzmöglichkeiten unter Bäumen zu wertvollen halböffentlichen Hofbereichen aufgewertet.

    Private Bereiche:
    Die privaten Außenräume können in zwei Kategorien unterteilt werden.
    1. Privates Grabeland in den seitlichen Gartenfugen
    2. Geschützte Gartenhofbereiche im Süden, den Wohnbereichen vorgelagert.

    Materialien / Architektur

    Geschossbauten
    Zwei ausgewogen dimensionierte kubische Baukörper werden durch ein „transparente Fugenelement“ zu einer Gebäudeeinheit zusammengefügt. Die Materialität dieser baulichen Elemente entspricht den Nutzungen der Bauteile. Von den statisch wirkenden kubischen Baukörpern mit klar strukturierten Fassaden setzen sich die in Glas-Stahl-Konstruktion ausgeführten transparenten Zonen der Loggien- und Wintergartenbereiche wohltuend ab und entsprechen in ihrer Materialität dem Wunsch der Bewohner nach flexibel zu nutzenden Aufenthaltsbereichen, die sich den klimatischen Bedingungen anpassen können.

    Geschossigkeit der Gebäude:
    Die Gebäudefassaden gliedern sich klassisch in drei Zonen.

    Sockelzone
    Die verbleibenden Mauern der Sockelzone zwischen den durch die Parkierung notwendigen Öffnungen werden mit Naturstein belegt, als Verweis auf die ursprünglichen Gartenmauern an Hang.

    Aufgehendes Gebäude (3 Geschosse)
    Die Putzfassaden der Kuben entsprechen der Vorstellung einer „weißen Architektur“

    Dachgeschoss
    Die farblich abgesetzten Dachgeschosse werden mit einer Schale aus Holzwerkstoffen in großformatigen Platten belegt.
    Die Kanten der Dachterrassen werden durch umlaufende Trägerelemente gefasst.

    Ökologie

    Die Flachdächer ermöglichen die optimale solare Ausrichtung von aufgeständerten Sonnenkollektoren. Die abschnittsweise Entwicklung des Gebietes legt es nahe, drei Heizzentralen entsprechend den Bauabschnitten jeweils zwischen zwei MFH vorzusehen.
    Diese Zentrale kann unter dem angehobenen Gartenhof untergebracht werden und direkt über die zentrale Strasse bestückt werden.
    Zwei MFH und die südlich angrenzenden Hausgruppen können so auf kurzem Wege an eine Heizzentrale angebunden werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.