loading
  • DE-38100 Braunschweig, DE-40221 Düsseldorf
  • 09/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-258941)

Neuentwicklung der Burgpassage


  • 2. Preis

    Eingangssituation Hutfiltern, © KSP Jürgen Engel Architekten

    Architekten
    KSP Jürgen Engel Architekten, Frankfurt am Main (DE), München (DE), Berlin (DE), Braunschweig (DE), Beijing (CN), Shenzhen (CN) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Die Burgpassage liegt mitten in der Braunschweiger Altstadt. Sie führt durch ein innerstädtisches Blockgefüge und verbindet Hutfiltern mit der Schuhstraße. Sie befindet sich somit in direkter Nähe zum Kohlmarkt sowie den Domplatz. Dieses Areal wurde im zweiten Weltkrieg weitestgehend verschont und bildet das größte erhaltene denkmalgeschützte Gebäudeensemble in Braunschweig. Aufgrund der zentralen Lage wird die Fußgängerzone sowohl von Braunschweigern als auch von Touristen stark frequentiert. Die Attraktivität liegt in der Verbindung von atmosphärischer Altstadt mit einen vielfältigen Einzelhandel- und Gastronomieangebot.

    Inspiriert von der charakterstarken Altstadt Braunschweigs, leitet sich das neue Konzept für die Burggasse ab. Die Wegführung und städtebauliche Raumfolge wird aufgegriffen und mit dem Entwurf verstärkt und eine integrative Anbindung an den Stadtraum geschaffen. Anhand von bewusst gesetzten Richtungswechseln wird die Durchwegung der Gasse verlangsamt. Trotz der fließenden Bewegung werden Akzente gesetzt und die Blicke der Besucher klar auf die Schaufenster gelenkt.
    Die zentrale Erschließungsgasse fügt sich ideal in die städtebauliche Umgebung ein und besticht sowohl mit ihrer Nutzung, als auch durch die architektonische Figur im Stadtraum. Durch Höfe, Vor- und Rücksprünge und auch Höhenversprünge wird das Erscheinungsbild aufgelockert und lässt sich auch maßstäblich optimal in die kleinteilige Umgebung integrieren.

    Als Ergänzung und Aufwertung der angrenzenden Nutzungen umfasst die neue Burggasse Bereiche für Einzelhandel, Gewerbe und Wohnfläche. Der öffentliche, einladende Einzelhandel mit Gastronomiebereichen und Einkaufsmöglichkeiten bildet den zweigeschossigen Sockel des Gebäudes. In den zwei darüber liegenden Geschossen siedeln sich Gewerbeflächen und Wohnungen an. Alle Bereiche können durch separate Kerne über die Gasse erschlossen werden. Sie bildet somit einen neuen zentralen Erschließungs- und Kommunikationsmittelpunkt, sowohl für Touristen, Angestellte, Besucher und Bewohner. Den Hauptbestandteil der neuen Gasse bildet der Einzelhandel. Mit einem flexiblen und großzügigen Grundriss soll hier eine attraktive und moderne Handelsgasse entstehen, die Besucher zum Verweilen einlädt. Eine offene, einheitliche und helle Gestaltung schafft eine ganz neue Atmosphäre. Wieder aufgegriffen wird jedoch die Anbindung an Peek & Cloppenburg. Ein Großmieter und Gastronomie sind vorgesehen. Allgemein sind alle Mietflächen großzügig oder kleinteilig flexibel anzuordnen und einzelne vertikale Erschließungen sind vorgesehen, um einen angenehmen und einfachen Bewegungsfluss zu schaffen. Optional können auch im Untergeschoss noch Verkaufsflächen angesiedelt werden. Zusätzlich befindet sich dort eine zentrale Müllentsorgung und Anlieferung, die von der Straße `kleine Burg´ erreicht werden kann. Eine interne Erschließung im Untergeschoss ermöglicht kurze Wege für die Bewohner und eine komfortable Anbindung zu den Mieter- und Fahrradkellern. Die Flexibilität der unteren Geschosse setzt sich auch in den oberen Geschossen fort und wird im östlichen Teil durch Wohnbebauung und im Westlichen mit Gewerbeflächen ergänzt. Jeder Bereich
    kann über die Gasse mit eigenen Kernen erschlossen werden. Der Hauptwohnbereich wird jedoch über die `kleine Burg´ erschlossen. Nicht nur aufgrund der prädestinierten Lage soll der neue Wohnstandort überzeugen. Alle Wohneinheiten haben Zutritt zu mindestens einem Außensitz und das gesamt Ensemble bildet einen Wohnhof mit fließendem Übergang zwischen Innen- und Außenraum. Die lebendige Atmosphäre der Handelsgasse überträgt sich somit auch auf die oberen Geschosse. Wohnliche Höfe laden zu Interaktion ein und bieten dem durchmischten Publikum die Möglichkeit des Austauschs. Das Pendant zum Wohnbereich bildet der gewerblich genutzte Abschnitt auf der westlichen Seite. Flexibel nutzbare, kleine Büros werden durch große Konferenzbereiche zum Hof erweitert und mit der Nutzung des Bestandsgebäudes ergänzt. Eine angenehme Arbeitsatmosphäre mit Außenzugang wird geschaffen.

    Beide Kopfgebäude der Gasse wurden im 2. Weltkrieg weitestgehend verschont stehen unter Denkmalschutz. Als wichtiger Bestandteil des Straßenraums werden diese Gebäude beibehalten. Mit Hilfe von modernen Eingriffen werden die Bauten charakteristisch gestärkt und aufgewertet. Auf Seiten des Hutfilterns wird der neue Eingang in der Höhe erweitert und die Empfangssituation inszeniert. Ein charmantes Tor zu der Gasse entsteht. Durch die Entfernung des westlichen Hauses am Nordeingang wird der Blick ein und aus der Gasse erweitert und eine proportional natürliche
    Anschlussstelle integriert sich in den angrenzenden Stadtraum. Optional könnten Teile des entfernten Giebels seitlich in das Kopfgebäude integriert werden.

    Um der Idee des starken, neuen Charakters nachzugehen, sich aber dennoch in den kleinteiligen Stadtraum einzugliedern, bedarf es einer sensiblen Herangehensweise. Durch eine vertikale Gliederung der Fassaden kann das Erscheinungsbild von einzelnen Häusern suggeriert werde, was durch unterschiedliche Materialien unterstützt wird. Die Lesbarkeit der Passage als ein Ensemble, wird durch eine ähnliche Farbwahl und immer wiederkehrende Elemente in allen Fassaden erreicht. Das Erdgeschoss und erste Obergeschoss werden in der Fassade zusammengefasst und erzeugen eine
    Großzügigkeit, die durch den fließenden Übergang mit dem Boden verstärkt wird. Auch vertikal wird dies durch das selbe Material der einzelnen Abschnitte und die Öffnungen nach oben unterstützt. Angedacht für die Fassadenmaterialität sind Naturstein und heller Klinker. Alucobondpaneele sowie moderne Stechrahmen aus gekantetem Aluminiumblech mit einer eloxierten Oberfläche sind immer wiederkehrende Elemente. Sie stärken den Charakter der neuen Gasse und setzen sich bis zu den Eingängen fort. Die Rahmen dienen gleichzeitig als stilvolle Gestaltung des Werbekonzeptes. Einheitliche Schriften des Einzelhandels werden vertikal entlang der Einfassung platziert und integrieren sich somit in das Fassadenbild und stärken den gemeinschaftlichen Charakter. Unterstützt
    wird dies auch von dem Beleuchtungskonzept, welches LED- Streifen in den Rahmen und Wänden vorsieht. Stimmungsvolle Lichtbänder schaffen eine angenehme Atmosphäre.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 06.09.2017, 16:36
Zuletzt aktualisiert 07.09.2017, 16:10
Beitrags-ID 4-145525
Seitenaufrufe 569