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  • DE-06686 Lützen, DE-06686 Lützen
  • 09/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-256220)

Erweiterung der Gustav-Adolf-Gedenkstätte


  • 1. Preis

    Modell - modellwerk weimar

    Modellbauer
    modellwerk weimar | Architekturmodelle, Modellbau, Frässervice, Laserservice, Weimar (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: F29 Architekten, Dresden (DE)
    Landschaftsarchitekten: Station C23 - Büro für Architektur, Landschaftsarchitektur und Städtebau, Leipzig (DE)
    Architekten: Peter Zirkel Gesellschaft von Architekten mbH, Dresden (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Leitgedanke des Entwurfes, den Bestand durch einen schlichten Baukörper zu einem Museumscampus zu erweitern, wird sehr begrüßt. Das steile Pultdach schafft es, von Nordosten kommend eine deutliche Landmarke an der Bundesstraße zu bilden, sich aber gleichzeitig zur Kapelle hin wohltuend unterzuordnen. Die Anordnung des Hauptzugangs nahe den Parkplätzen bildet eine klar definierte Zugangssituation zum neu geplanten Museumshof, der durch einen bildhaft geprägten Lamellenzaun mit Bezug zur Via Regia klar zur Straße hin abgegrenzt wird. Die Kfz-Einfahrt zum Parkplatz sollte allerdings in ihrer Lage überprüft, wenn möglich von den wartenden Besuchergruppensepariert und nach Norden verschoben werden.

    Die Anordnung des Gebäudes und dessen Zugang erlauben den Besuchern klare und funktional zuordenbare Blick- und Wegebeziehungen zu Kapelle, Kirche und den Schwedenhäusern. Die Freiflächen des entstehenden Museumshofes werden ebenfalls schlicht und klar gegliedert und lassen einen geführten Rundgang durch das gesamte Gelände zu. Die Schlichtheit des Gebäudeentwurfes überzeugt in architektonischer, funktionaler und musealer Qualität und fügt sich ins Gesamtensemble zurückhaltend, aber durchaus adressbildend ein. Die interne Wegeführung und Ausstellungskonzeption ist barrierefrei und funktional sehr gelungen. Die Ausstellungsanordnung, Belichtung und notwendigen Abstände zum Hauptexponat im Untergeschoss lassen eine hohe Ausstellungsqualität erwarten. Die Einbringung des Hauptexponates in den Kellerbereich ist jedoch nicht schlüssig dargelegt und müsste gemeinsam mit dem Nutzern genauer abgestimmt werden.

    Die Schlichtheit der äußeren Gebäudehülle setzt sich auch in der Konstruktion und Materialität der Innenräume sehr wohltuend und dem Ort angemessen fort. Die angedeutete Konstruktion aus Betonfertigteilen und die klaren baulich und funktionellen Raumstrukturen, sowie die zurückhaltende Materialität des Außenraumes lassen eine wirtschaftliche und flächeneffiziente Realisierbarkeit erwarten. Der überaus gelungene Entwurf rundet die Gedenkstätte zu einem attraktiven Gesamtensemble ab.

    Denkmalschutz:
    Von allen Wettbewerbsentwürfen ist dieser derjenige, der die städtebauliche Situation der Bestandsbauten und -freiflächen am wenigsten verändert und dennoch gegenüber Parkplatz und Bundesstraße abschirmt. Mit der scheinbar selbstverständlichen Kombination einer einfachen Form des ländlichen Bauens mit der Typologie eines gläsernen Ausstellunggebäudes im Park entsteht ein Bau von nachhaltiger Ästhetik und städtebaulich-denkmalpflegerischer Rücksichtnahme.