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  • DE-86899 Landsberg am Lech, DE-82319 Starnberg
  • 07/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-271986)

„Urbanes Leben am Papierbach“ Baufeld D - „Boardinghaus“ auf dem Gelände der ehemaligen Pflugfabrik


  • 1. Preis

    © Visualisierung, © Killius Ernst Architekten, München

    Tragwerksplaner
    DR. SCHUETZ INGENIEURE Beratende Ingenieure im Bauwesen PartG mbB, Kempten (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: F64 Architekten, Kempten (DE)

    Preisgeld
    12.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die besondere Qualität der Arbeit liegt im intelligenten Umgang mit dem Ort und seinen topografischen Gegebenheiten: Der Höhenunterschied zwischen der Von-Kühlmann-Straße und dem Platz am Karl-Schrem-Bau wird nicht als Problem, sondern als Chance begriffen. Daraus entsteht eine verblüffend logische und überzeugende Definition der Eingangssituation und zwar sowohl für das Gebäude selbst, als auch für den übergeordneten örtlichen Kontext. Es gibt keinen Distanz schaffenden Sockel - das Haus steht ganz einfach auf dem Boden. Die von der Stadt herankommenden Besucher werden bereits auf der Ebene des Parks und des Mutterturms empfangen und auf einladende Weise ins Quartier und in das Gebäude hineingeführt. Im Zusammenwirken mit der aus dem Freiraum-Wettbewerb übernommenen Gestaltung des Zwischenraums zum Quartier B2 entsteht eine großzügig gegliederte Vermittlung der unterschiedlichen Niveaus. Diese integrative Haltung wird unterstrichen durch eine – in positivem Sinne – zurückhaltende Architektursprache, die sich auf selbstverständliche Weise in ihre Umgebung einfügt und gleichzeitig einen prägnanten, aber nicht zu lauten Akzent setzt. Der Baukörper überzeugt einerseits als einheitlich materialisierte Großform, zum anderen nimmt er mit einem in den Flächen differenziert komponierten und im Relief feinfühlig austarierten Fassadenbild Bezug auf das jeweilige stadträumliche und landschaftliche Gegenüber. Lediglich einige EGFassaden fallen in ihrer additiven Wiederholung gleicher Elemente qualitativ etwas ab. Der Eingang wird durch die Zweigeschossigkeit angemessen akzentuiert und gibt sich sowohl von der Stadtseite als auch aus dem Quartier deutlich zu erkennen, was durch das besondere Motiv der abgerundeten Kanten elegant und einladend unterstrichen wird. Besonders positiv wird auch die direkte Anbindung des Foyers an den Garten beurteilt.

    Die räumliche Struktur ist sinnvoll organisiert, die Anordnung der größeren Einheiten an den Stirnseiten und der Nordseite gut gelöst. Kritisch werden die Flure ohne Tageslicht gesehen. Dieses Problem ließe sich jedoch durch geringfügige Änderungen in den Grundrissen lösen. Begrüßt wird der direkte Außenraumbezug sowohl vom 3. OG aus auf die Dachterrassen, als auch in Wohnungen im EG (mit vorgelagerten Vorgärten) und im Gartengeschoss. Jedoch sollte der Ausgang zur Dachfläche gestalterisch (und B-Plan-gerecht) überarbeitet werden; überdies erscheint die Terrassenfläche am Teich zu groß, sie sollte zugunsten des Biotops angepasst werden. Bezüglich der Daten fällt auf, dass die Arbeit im Vergleich der Geschossflächen und der Kubatur sehr hoch liegt. Dies resultiert – neben der intensiven Nutzung des Gartengeschosses, das damit planungsrechtlich als Vollgeschoss gewertet wird - aus der Überschreitung der westlichen Baugrenze und damit einer Verbreiterung des Gartenflügels um ca. 1 m. Das Preisgericht ist nach eingehender Diskussion der Ansicht, dass durch diese Überschreitung jedoch keine städtebaulichen Spannungen entstehen und die Südansicht vom Bahnhof her dadurch eher an gewünschter Prägnanz gewinnt.

    Mit ihrer klaren städtebaulichen Setzung, einer Architekturhaltung, die die Identität der Ortes stärkt, ohne die Umgebung zu übertönen, und nicht zuletzt mit der klugen und erfindungsreichen Lösung der Eingangssituation bietet die Arbeit einen äußerst überzeugenden Beitrag für die gestellte Aufgabe.


INFO-BOX

Angelegt am 27.09.2017, 12:39
Zuletzt aktualisiert 27.09.2017, 13:43
Beitrags-ID 4-146549
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