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  • DE-70469 Stuttgart, DE-70178 Stuttgart
  • 10/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-264291)

Neubau und Sanierung Schulcampus Feuerbach


  • 1. Preis Zuschlag

    © w+p Landschaften

    Landschaftsarchitekten
    w+p Landschaften, Berlin (DE), Offenburg (DE), Schiltach (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Hans-Jörg Wöhrle

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Günter Hermann Architekten, Stuttgart (DE), Tuttlingen (DE)
    Architekten: White Arkitekter AB, Stockholm (SE), Göteborg (SE), Västerås (SE), Malmö (SE), Umeå (SE), Örebro (SE), Halmstad (SE), Linköping (SE), Uppsala (SE), Kiruna (SE), København (DK), Oslo (NO), London (GB)

    Preisgeld
    48.750 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Städtebaulich gliedert sich der Entwurf auf dem südlichen Bereich des Wettbewerbsgrundstücks in drei Gebäudekuben. Diese Einzelbaukörper werden geschickt und zueinander versetzt platziert, so dass vielfältige und qualitätvolle Freiräume entstehen. Die Jury würdigt die Idee dieser Einzelgebäude, die durch Ihre Positionierung den Freiraum entlang des "Campus-Boulevard" mit attraktiven Schüleraufenthaltsflächen erweitern. Es entsteht eine Vernetzung unterschiedlicher Räume (Vorplatz an der Wiener Str., zentraler Treffpunkt am Kreuzungspunkt mit der Kärntner Str., "Chill-Out-Area", Lesegarten).

    Einer dieser drei Baukörper bildet eine Art Schulforum. Im Erdgeschoss, dieses auch gestalterisch hervorgehobenen Bausteins, ist die Mensa mit Veranstaltungsmöglichkeiten in attraktiver und auch zum Gesamtcampus zentraler Ausrichtung positioniert. Im Obergeschoss befindet sich das Musikcluster, das räumlich über eine Galerie mit der Mensa verbunden ist. Als zusätzliche Attraktion ist auf dem Dach dieses Sonderbausteins ein "grünes Klassenzimmer" untergebracht, dass allerdings im Raumprogramm nicht gefordert war. Die Fluchtwegeführung und die brandschutztechnische Abschnittsbildung müssen in der weiteren Bearbeitung kritisch überprüft werden.

    Zwei weitere viergeschossige Cluster-Gebäude nehmen im Erdgeschoss naturwissenschaftliche Fachräume auf. In den darüberliegenden Ebenen sind jeweils drei Geschosse mit gut organisierten Jahrgangsclustern untergebracht. Die Jahrgangscluster entsprechen sehr gut den pädagogischen Anforderungen. Die naturwissenschaftlichen Cluster sind dagegen nur bedingt funktionsfähig, da die Sammlungen ausschließlich in der Mittelzone untergebracht sind und Differenzierungsbereiche fehlen bzw. nicht sinnvoll nutzbar sind. (Im Chemiebereich muss mindestens ein Sammlungsraum direkten Zugang zu einem Chemie-Fachraum haben!) Darüber hinaus sind die Biologiebereiche ungünstig auf zwei Gebäude verteilt. Sofern eine Splittung dieses Bereichs unvermeidbar ist, sollte diese wenigstens innerhalb eines Gebäudes übereinanderliegend erfolgen. Diese funktionalen Mängel im Fachclusterbereich können in der weiteren Bearbeitung korrigiert werden. Die Jury sieht auf dem Dach des Sonderbaukörpers mit dem sehr groß dimensionierten "grünen Klassenzimmer" hilfreiches Entwicklungspotential.

    Im denkmalgeschützten Bonatzbau werden keine kritischen Eingriffe vorgenommen. Zusätzliche Türdurchbrüche in den Flurabwicklungen werden vermieden. Die Oberstufenräume werden im Bonatzgebäude in geeigneter Form untergebracht. Kritisch zu werten ist lediglich die Unterbringung der Räume für bildende Kunst im Dachgeschoss, da diese von Schülern aller Altersklassen genutzt werden und die Erreichbarkeit für jüngere Schüler ungünstig ist. Auch kann der Cluster-Ansatz für den Bereich Kunst nur unbefriedigend umgesetzt werden, der zugeordnete Universalraum (NWT und Werkraum) wird darüber hinaus separat im Erdgeschoss untergebracht.

    Die am nördlichen Ende des Grundstücks angeordnete Sporthalle ist vollständig eingegraben. Vorteil ist die Nutzung des Daches für weitere Aktionsflächen, die mit der notwendigen Rücksicht zur benachbarten Wohnnachbarschaft entwickelt werden müssen. Nachteil der Sporthalle ist ein erheblicher baulicher Aufwand für die unterirdische Realisierung. Die Möglichkeiten für eine natürliche Belichtung der Sporthalle sind begrenzt.

    Die Lage der Fahrradabstellflächen muss grundsätzlich überprüft werden. Gleiches gilt für die Abstandsflächen zu den benachbarten Wohnhäusern. Im Zuge der Bauabwicklung wird vom Verfasser die Notwendigkeit von Interimsräumen am Rande des Festplatzes dargestellt. Bei der weiteren Bearbeitung muss geprüft werden inwieweit durch eine günstige Bauabfolge bei der Erstellung der Neubauten anstelle des heutigen Neuen Gymnasiums Der Interimsbedarf minimiert werden kann. Die Vorgaben zur GRZ und zu den Gebäudehöhen sind eingehalten.

    Insgesamt eine stadträumlich sehr überzeugende Arbeit mit gut und klar organisierten Innenräumen, die in verbesserungswürdigen Detailfragen sehr gut weiterentwickelt werden können.