loading
  • DE-33378 Rheda-Wiedenbrück
  • 09/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-211760)

Umgestaltung Kreuzkirche Wiedenbrück zu einem Gemeindezentrum


  • 2. Rundgang

    © brewittarchitektur BDA

    Architekten
    brewittarchitektur BDA, Bielefeld (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Mehrwert durch Abweichung
    Das Konzept enthält Abweichungen vom Raumprogramm, die die Nutzungsmöglichkeiten erweitern, Mehrwert schaffen und die vorhandenen Qualitäten stärken.


    These 1
    Der Kirchenraum bleibt ohne Ein- oder Umbauten erhalten.
    Er behält weiterhin seine Kernfunktion als eher Andachtsraum, ohne durch Fremdnutzungen gestört zu werden.
    Unverfälscht und frei geräumt fungiert er als identitätsstiftender, multifunktionaler Gemeinschafts- und Gottesdienstraum, dessen Qualität in der puren, einfachen Gestaltung besteht.
    Jegliche Abtrennungen - und seien sie nur temporär - beeinträchtigen die großartige, vertraute und pure Raumwirkung. Ständiges Umräumen von Stellwänden ist der Gemeinde nicht dauerhaft zuzumuten.


    These 2
    Der Gruppenraum ist im Anbau besser platziert als in der Kirche.
    Als separater Raum kann er ideal vielfältigen Nutzungen dienen und ohne Umräumen oder zeitliche Einschränkungen multifunktional und ungestört genutzt werden. Besser als bei einer Unterbringung in der Kirche kann auch die benötigte Technik (Licht, Ton, Beamer) vorgesehen werden.
    Der Raum kann zudem bespielt werden, ohne, dass ein Zutritt zur Kirche damit verbunden wäre. So werden auch unabhängige, externe Nutzungen denkbar.
    Zudem ist die wirtschaftliche Beheizung der Kirche möglich, da eine durchgängige Komplettbeheizung des Gottesdienstraums grundsätzlich verzichtbar ist.


    These 3
    Das Foyer kann im Alltag als Besprechungsraum dienen.
    Attraktiv gelegen und mit gutem Zuschnitt, ist es der ideale Ort für Zusammenkünfte, vom Musikunterricht über den Bibelkreis bis zur Presbyteriumssitzung. Der Raum wird über seine Foyerfunktion hinaus zum zentralen Treffpunkt und lebendigem Schaufenster der Gemeindearbeit.


    These 4
    Die Orgelempore ist ein geeigneter zweiter Besprechungsraum.
    Ohne großen baulichen Aufwand wird ein Bereich geschaffen, in dem alle Treffen stattfinden können, bei denen kein barrierefreier Zugang erforderlich ist (Konfirmandenunterricht etc). Optional und je nach Kostenlage kann aber auch ein Aufzug im Turm untergebracht bzw. später nachgerüstet werden.


    These 5
    Der Abbruch der untergeordneten Bauteile stärkt den Kirchenbaukörper und schafft Platz für Besseres.
    Die Anbauten werden entfernt und durch einen klaren Neubau ersetzt. Die Formensprache des Neuen nimmt Charakteristika der 1950er Jahre - Kirche auf und transportiert sie ins Heute. Die selbstbewusste Ergänzung stärkt die städtebauliche Bedeutung der Kirche, der leichte, zeitlose Baukörper fungiert als neuer Ankerpunkt.
    Eine offene Baustruktur steht für eine offene Gemeinde.

    Fazit
    Es werden vielfältige Nutzungsszenarien - weit über das vorgesehene Raumprogramm hinaus - möglich.
    Der Kirchenraum bleibt unverfälscht erhalten. Er kann jedoch künftig flexibel und multifunktional genutzt werden.
    Im Zusammenspiel mit den Mehrfachnutzungen von Foyer und Emporenraum für kleinere Treffen sowie der Schaffung eines Gruppenraumes im Anbau sind ohne gegenseitige Störungen parallele Veranstaltungen unterschiedlichster Art möglich.
    Bei großen Veranstaltungen wie Gemeindefesten, Konfirmationen oder Hochzeiten wird das gesamte Gebäude in seiner ganzen Bandbreite gemeinsam genutzt.
    Umräumarbeiten werden vermieden, unbefriedigende Stellwandlösungen werden gespart. Nutzungskompromisse müssen nicht eingegangen werden.


    Flächen und Kosten
    Es entstehen Mehrflächen und Mehrwert, aber keine Mehrkosten.
    Erreicht wird ein optimiertes Kosten-/Nutzenverhältnis bei hoher Flexibilität und wirtschaftlichem, effektiven Betrieb.
    Gegenüber dem Raumprogramm werden durch die Verlagerung des Gruppenraums von der Kirche in den Anbau ca. 17 m² mehr Flächen geschaffen. Jedoch kann auf kostspielige Trennwände in der Kirche verzichtet werden. Zudem können die dortigen Maßnahmen reduziert werden, sodass das Konzept mindestens kostenneutral ist. Dies gilt insbesondere auch für den späteren Betrieb.
    Dem gegenüber steht ein Gewinn von ca. 54 m² mehr Nutzfläche.
    Alle Funktionen eines Gemeindehauses werden integriert, ohne dass der Kirchenraum als Zentrum der Gemeinde qualitativ leidet oder das Budget gesprengt wird.


    Material
    Ergänzungen werden ganz im Sinne des sparsamen, sorgfältig minimierten 1950er Jahre Kirchenbaus weiter gebaut.
    Der Neubau wird als einfacher, reduzierter Holzrahmenbau konzipiert. Schlanke, weiße Profile korrespondieren mit den Fenstereinfassungen der Kirche. Verwendet werden ‚ehrliche’, einfache, gute und dauerhafte Materialien, Konstruktionen werden sichtbar belassen. Auf aufwändige, modische Attribute wird zu Gunsten einer in Bau und Betrieb wirtschaftliche Bauweise verzichtet.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 29.10.2017, 12:47
Zuletzt aktualisiert 30.10.2017, 08:49
Beitrags-ID 4-147719
Seitenaufrufe 42