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  • DE-48529 Nordhorn
  • 10/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-282411)

Rosink Objekteinrichtungen - Neubau des Betriebes


  • 2. Preis

    Modellfoto, © pier7 architekten

    Architekten
    pier7architekten gmbh, Düsseldorf (DE) Büroprofil

    Preisgeld
    6.000 EUR

    Erläuterungstext
    Freiraum
    Das neue Gebäude befindet sich weit sichtbar an einem Ortseingang von Nordhorn.
    Der Werkhof, das Gebäude und die Erschließung werden als Solitär im Grünraum angeordnet.Die Hauptadresse für Besucher wird konzeptionell durch das Wäldchen inszeniert: Vom Baum zum Möbel.

    Gebäude
    Entlang der B 213 blickt man in das große Schaufenster der Möbelherstellung Über das Wäldchen erreicht man die verglaste Eingangshalle mit der Ausstellung und Empfang. Der Aufenthaltsraum der Mitarbeiter ist das Bindeglied von Verwaltung und Fertigung. In dieser Kommunikationszone kommen alle Mitarbeiter zusammen. Insgesamt entsteht ein offenes betriebliches Miteinander mit vielfältigen Ein- und Ausblicken.

    Konstruktion / Material
    Das Verwaltungsgebäude ist als vorgefertigte Holzkonstruktion mit Flachdecken und tragenden Wandscheiben geplant. Hier kann ein hoher Vorfertigungsgrad erfolgen. Ziel ist es möglichst geringe Fixpunkte zu erzeugen und unter Anwendung eines optimierten Konstruktionsrasters eine hohe Nutzungsflexibilität zu erreichen.
    Die Montagehalle ist mit Holzfachwerkträgern im Achsabstand von 3,75 m und einem Stützenraster von 15 x 25 m überspannt. Der Hauptträger ist als Stahlträger auf Stahlstützen angelegt. Die Fassaden sind mit großformatigen Öffnungen angelegt. Die Öffnungen können mit großformatigen Schiebeläden geschlossen werden. Die Fenster sind als Alu-Holz-Glaskonstruktion feststehend und mit Öffnungsflügeln geplant.

    Energie- und Klimakonzept
    Die Gebäudekonstruktion wird in Holzbauweise vorgesehen, die Dämmung wird aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holzfaser-Dämmstoffen bestehen.
    Die Hallenräume werden mechanische be- und entlüftet mit hoch effizienter Wärmerückgewinnung (WRG ≤ 80%) und sehr guter Elektroeffizienz.


    Fachberater: Dipl.-Ing. Wolfgang Thielen, Tragwerk & Brandschutz

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die geforderten Leistungen wurden vollständig erbracht, das Raumprogramm mit geringfügigen Abweichungen nachgewiesen.
    Die Erschließung im Kreuzungsbereich der ‚Wehrmaate‘ für die Besucher und Mitarbeiter folgt der vorhandenen Straßenführung und ist durch das Wäldchen gut inszeniert.
    Im Innern des Verwaltungsgebäudes wird die Erschließung konsequent fortgesetzt und für Foyer, Präsentation und Aufenthaltsraum sinnig genutzt. Die Erschließung der Anlieferung / Versand über den Wehrweg ist schlüssig, die Rampensituation entspricht den Anforderungen.

    Die Ausrichtung des Baukörpers nimmt keine Parallele zur Nachbarbebauung auf. Die dadurch erreichte Ausrichtung der Hauptachse der Verwaltung zur B 213 wird so aus Sicht der stadtauswärts Fahrenden gut wahrgenommen und der Anlieferungshof abgeschirmt.

    Die für die Halle und Verwaltung gleichartig gewählten Fassaden lassen das Gebäude konsequent als Großform erleben. Der Anteil der Verglasung im Zusammenhang mit den großformatigen Schiebeläden lassen eine sich mit dem Sonnenverlauf ändernde lebendige Fassade erwarten.
    Leider sind die Pläne in diesem Punkt nicht so aussagekräftig, daß hier eine endgültige Beurteilung erfolgen kann.

    Das 2-geschossige Atrium in der Verwaltung lässt einen großzügigen Eindruck für alle Nutzer erwarten. Das Gebäude wird konsequent aus Holzbaustoffen vorgeschlagen, was mit der Nutzung als Tischlerei harmoniert. Es wird so eine große Nachhaltigkeit bei der Errichtung erreicht.

    Eine besondere Betrachtung bedarf der Brandschutz. Die nicht vorhandene Brandwand zwischen Verwaltung und Fertigung, die 2-geschossige Halle der Verwaltung und der Baustoff Holz für das Gebäude lassen Problemfelder erkennen, die zumindest eine Sprinkleranlage und weitere kostenträchtige Maßnahmen erwarten lassen.

    Mit 4.259 m³ umbautem Raum ist das Raumprogramm der Verwaltung wirtschaftlich umgesetzt.

    Die Zufahrt für Mitarbeiter und Besucher erfolgt als Aufnahme der Einfahrts-Achse am Sportpark als logische, repräsentative Zufahrt durch die bestehende Baumgruppe. Die Stellplätze werden gut begrünt, der Rest der Freifläche ist freiraumplanerisch allerdings undefiniert.
    Die Drehung der Verwaltung zur Bundestraße ist gelungen, der Baukörper nimmt dadurch wenig Bezug zur umgebenden Bebauungsstruktur.
    Der Entwurf erfüllt aus technischer Sicht alle Anforderungen. Sowohl die Anlieferung als auch der Versand haben sehr gute Andienungsmöglichkeiten für LKW, die ebenerdige Beladung im Versand wurde berücksichtigt.

    Durch die rechteckige Form des Gebäudes ermöglicht der Entwurf eine für die Möbelindustrie gängige ‘U‘-förmige Fertigung. Die Erweiterung fügt sich stimmig in den Materialfluss ein.

    Die Stützweite und Säulenabstand erlauben eine flexible Flächennutzung, die Position des Silos (und der dazugehörenden Filteranlage) sind optimal, da sich die spanenden Prozesse in nächster Nähe befinden. Lärmschutztechnisch ist die Position dieser Anlage ebenfalls positiv zu bewerten.


INFO-BOX

Angelegt am 30.10.2017, 14:59
Zuletzt aktualisiert 06.11.2017, 17:12
Beitrags-ID 4-147769
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