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  • 4. Preis


    Architekten
    Müller-BBM GmbH, Planegg/München (DE), Berlin (DE), Dresden (DE), Frankfurt (DE), Gelsenkirchen (DE), Hamburg (DE), Karlsruhe (DE), Köln (DE), Nürnberg (DE), Reutlingen (DE), Stuttgart (DE), Weimar (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Visualisierung: Julien Berkovic Modellbau: Katrin Helmbold

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Anderhalten Architekten, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Leitidee
    Der Entwurf bezieht seine architektonische Spannung durch die Wiederherstellung der repräsentativen barocken Stadtpalais, Eltzer- und Dalberg-Hammelburger Hof zum einen und zeitgemäßer ausformulierter Architektur „Implantate“ zum anderen. Ausgehend von der historisch städtebaulichen Figur, Adelshäuser im Bleichenviertel straßenbegleitend mit offenen Innenhöfen, wird der Hofbereich nicht überbaut. Der Innenhof entsteht als Freiflä¬che. In Anlehnung an barocke Ausdrucksformen wird im Innenhof ein, in der Achse leicht verdrehter Zentralraum eingefügt. Der ovale Baukörper steht in sorgfältig kalkulierter Proportion zu dem ihm gegenüberliegenden wieder hergestellten Adelspalais. Der im Innenhof integrierte, abgesenkte Saalkörper tritt als Lichthaus im Hof in Erscheinung.
    Nach Außen sichtbar wird das Ensemble durch ein halb transpa¬rentes Bindeglied an der Bauhofstraße ergänzt, und setzt auch zum Städteraum ein deutliches, zeitgemäß gestaltetes Zeichen.

    Funktion und Erschließung
    Die Haupterschließung des multifunktionalen Veranstaltungszentrums Eltzer Hof erfolgt weiterhin über das historische Portal an der mittleren Blei¬che. Das sich eröffnende Foyer wird zum repräsentativen Orientierungspunkt und zentralen Verteiler. Hier kommt die großzügige und elegante Erscheinung des barocken Stadtpalais zum vollen Ausdruck. Über eine frei eingestellte imposante Treppe wird der große Versammlungsraum erschlossen. Die Tagungssäle im Obergeschoss sind über zwei Treppenräume sowie Aufzüge mit dem Foyer verbunden. Der Übergang zur Steinhalle erfolgt ebenfalls direkt aus dem Foyer. Zur ausschließlichen Nutzung oder auch direkten Anlieferung der Steinhalle dient der separate Zugang von der mittleren Bleiche. Das Foyer ist so gestaltet, das es den vielfältigen Nutzungen einen entsprechenden großzügigen Auftakt bietet. Es ist gleichzeitig unterteilbar um den entsprechenden Nutzungen, Foyer, „Hall of Fame“, Eingang Steinhalle und Veranstaltungsraum auch separate Räume bieten zu können. Zur Erschließung der autarken Büroflächen in den Obergeschossen stehen die separaten Eingänge im Bereich der neuen Treppenräume zur Verfügung. Alle Funktionsbereiche sind barrierefrei erschlossen.
    Das Cafe stellt eine Brückfunktion her, öffnet sich dem Foyer und ist ebenso über das Landesmuseum zu erreichen. Zeitversetzt dient es als Cocktailbar und Treffpunkt des im Untergeschoss befindlichen Clubs.

    Das Restaurant wird im Sinne eines barocken Gasthofes straßenseitig von der Bauhofstraße über das hier befindliche repräsentative Eingangsportal entsprechend erschlossen. Die innere Organisation der zweigeschossigen Gastronomie ist so gegliedert, das es über alle drei Ebenen direkt mit den vielfältigen Veranstaltungen des Eltzer Hofes verbunden ist und hier einbezogen werden kann. Zudem ist es auch möglich das Restaurant unabhängig vom Veranstaltungszentrum zu betreiben.
    Die Büroflächen in den Obergeschossen sind flexibel und teilbar ausgebildet sowie separat erschlossen. Großzügige Büroräume mit besonderer Raumqualität finden sich in den neuen Dachgeschossen. Diese werden für den späteren Ausbau vorbereitet.

    Konstruktion und Material
    Die historischen Straßenfassaden werden freigestellt und restauriert. Als authentische Zeugnisse des ehemaligen barocken Palais bilden sie die Basis zur Rekonstruktion der Baukörper auf den histori¬schen Grundmauern.
    Die Errichtung der rückwärtigen Gebäudeteile erfolgt als wirtschaftliche Stahlbetonkonstruktion mit Mauerwerkswandscheiben, Flachde¬cken und aussteifenden Erschließungskernen. Sich wiederholende Deckenspannweiten lassen eine zügige und wirtschaftliche Realisierung erwarten. Die hofseitigen Putzfassaden werden als Loch¬fassaden in Anlehnung an die barocken Straßenfassaden ausgeführt. Die klare, funktionale Organisation des Gebäudes ermöglicht rationelle Betriebsabläufe mit kurzen Wegen.
    Ein ausreichend baulicher sommerlicher Wärmeschutz wird unterstützt durch geeignete Isolierverglasungen mit einem geringen g-Wert in Kombination mit einem wind- und wetterbeständigen außen liegenden Sonnenschutz. Die Nutzräume werden über die Fassaden ausreichend belichtet sowie natürlich be- und entlüftet. Einzig die Versammlungs- und Tagungsräume erhalten konditionierte Lüftung sowie integrierte Kühldecken. Durch die baulichen Maßnahmen wird eine energetische Gebäudequalität erreicht, welche einen geringen technischen Aufwand erfordert und die Unterhaltungskosten auf ein notwendiges Minimum reduziert.
    Bei der Materialauswahl wird ein besonderer Aspekt auf ökologisch verträgliche Baustoffe im Sinne des nachhaltigen Baues gelegt. Sämtliche neuen Wandoberflächen werden mit Kalkzementputzen versehen. Die Innenseiten der histo¬rischen Fassaden erhalten eine Kalkschlämme, so dass sie im Kontrast zu den Neubauteilen deutlich sichtbar bleiben. Das gesamte Erdgeschoss erhält, wie in Teilbereichen der Hofraum einen Belag aus rotem Bunt¬sandstein. In den Obergeschossen ist eine Holzbelag Dielung/Parkett vorgesehen.
    Die historische Dachform wird mit zeitgemäßer Gestaltung der Gauben in Form und Typologie der barocken Mansarddächer wieder ausgeführt und komplettieren so das Bild und das Alleinstellungsmerkmal eines Adelspalais.
    Der halbtransparente Verbindungsbau wird ebenfalls als filigrane Stahlbetonkonstruktion errichtet. Die verglasten Fassaden geben in Bereichen den Blick zum neu entstandenen Innenhof frei. Unter Nutzung regenerativer Energien wird die Grundlast der Wärmeerzeugung über ein Wärmepumpensystem erfolgen.

    Saalvolumen
    Die Saalebene wird auf dem Niveau des Untergeschosses angelegt und ist mit den Gastronomischen Flächen direkt verbunden. Das Saalvolumen kann so zur Hälfte abgesenkt werden und tritt hofseitig nur als minimierter Baukör¬per in Erschei¬nung. Der so im Innenhof eingestellte ovale Baukörper steht als neue Bauform im Spannungsverhältnis mit den umgebenden wiederhergerichteten Stadtpalais. Die wohl ausformulierte Proportion gibt den Innenhof als Funktionsfläche frei, und besitzt durch die Form beding auch ein sehr hohes Maß an Eigenbezug. Die Konstruktion des Saalvolumens erfolgt als wasserdichte Wanne mit Stahlbetonwand- und Deckenscheiben. Der Lichtkörper im Innenhof wird als filigrane Stahl¬konstruktion errichtet. Der allseitig verglaste Baukörper leitet das Tageslicht in den zentralen Veran¬staltungsraum. In zeitgemäßer Interpretation barocker Stilelemente nimmt die leicht gewölbte, mit transluzentem Material bespannte Decke des Zentralraumes verdeckt liegendes Kunstlicht und Projektoren auf, welches szenische Illuminationen des Deckenraumes ermöglicht und somit den Gesamtraum zum besonderen Ort werden lässt. Im Tageslicht taucht die Deckenbespannung mit ihren Reflexionen den Raum in ein weiches Lichtspiel und über¬spielt gleich¬zeitig alle technischen und akustischen Ausstattungen. Die Wandoberflächen des Saales werden allseitig mit einer akustisch wirksamen Holzstruktur umfasst. Der Saalboden wird mit Holzparkett belegt.

    Innenhof
    Die Flächen des ehemaligen Wirtschaftshofes werden neu gefasst. Der Hof wird zu einem Ort der Vergnügungen als auch der Repräsentation im Rahmen einer zeitgemäßen Interpretation der barocken Baukunst. Die vielfältigen Bereiche der Veranstaltungsflächen sind direkt bzw. indirekt mit dem Innenhof, dem Eltzer Hof verbunden. Auch das Restaurant nutzt den Hof für Außengastronomie. Mit Tischen ausgestattet bietet dieser Bereich hohe Aufenthaltsqualitäten. Über das Tor des sich angliedernden Marstalls wird auch der Skulpturenhof des Landesmuseums mit dem Innenhof verbunden. Bereiche mit Natursteinbelag sowie ein üppiger Baum mit intensiver Laubfärbung stehen den Besuchern als geschützte Freifläche zur Verfügung.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am
Zuletzt aktualisiert 02.05.2012, 10:56
Beitrags-ID 4-14782
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