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  • DE-68161 Mannheim, DE-68161 Mannheim
  • 11/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-265332)

Bauliche Entwicklung der Universität Mannheim und des Friedrichsparks


  • 2. Preis konkreter Planungsbereich

    Blick aus dem Friedrichspark

    Architekten, Stadtplaner
    yellow z urbanism architecture, Zürich (CH), Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Oliver Bormann , Mario Abel

    Mitarbeit
    Simone Risse, Jens Schulze

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: bgmr Landschaftsarchitekten, Berlin (DE)

    Preisgeld
    18.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Beitrag zeichnet sich in besonderem Maße dadurch aus, dass die städtebauliche und freiräumliche Neuordnung des Gesamtbereichs unter Aufnahme wichtiger und übergeordneter räumlicher Bezüge gesucht wird. So wird die Verbindung zum Rheinufer in einer schwierigen und gestörten Situation richtigerweise mit Wegen unmittelbar aus dem Friedrichspark und mit einer weiteren, bedeutenden Vernetzung Rheinuferpark- Hafenplatz-LowLinePark-Verbindungskanal hergestellt. Dies ist ein Beitrag zur Heilung/Minimierung einer besonders schmerzlichen Wunde im Stadtgefüge Mannheims. Die geschundenen Freiräume werden aus ihrer isolierten Lage befreit, sind wieder Teil der Stadt und verdienen die Bezeichnung „Park“. Folgerichtig resultiert die Form der Baukörper für die fünf Bausteine der Universitätserweiterung aus diesen übergeordneten Bezügen. Sie orientieren sich klar zu einer integrierten und städtisch geprägten Bismarckstraße, ihre Konzentration entlang dieser Linie ermöglicht die Herstellung eines neuen qualitätvollen Friedrichsparks mit einer räumlichen Tiefe und angenehmen Proportionen. Es entstehen Fugen, Durchlässe und Sichtbeziehungen zum Park, das Zurückweichen an einer Stelle schafft einen einladenden Platz und erhält einige schöne Bäume. Im nördlich der Bismarckstraße gelegenen Bereich werden Sichtbeziehungen zur Sternwarte und Jesuitenkirche hergestellt, die Art der Bebauung ermöglicht hier den an der Geschichte orientierten Übersprung des Parks. Auch der Vorschlag zur Bebauung am Entlastungskanal reagiert mit Fugen und Plätzen auf die angrenzenden einmündenden Straßen, da wäre eine Freihaltung in Verlängerung der Bismarckstraße auch eine Möglichkeit gewesen. Nicht von allen Preisrichtern wurden die zwei Zeilen der vorgeschlagenen Bebauung verstanden.

    In ihrer Differenzierung erfüllen die dargestellten Baukörper passgenau das unterschiedliche Raumprogramm. Eine schrittweise Realisierung bei Erreichung befriedigender Zwischenstände ist gut möglich, ebenso eine Reaktion auf veränderte Raum- und Funktionsanforderungen, wie sie in einem längeren Zeitraum zu erwarten sind. Lediglich der zweite Bauabschnitt enthält die philosophische Fakultät und die Verfügungsbereiche schwer trennbar in einem Gebäude. Das Rechenzentrum kann in einem weiteren Bauabschnitt nach dem wünschenswerten Umbau der Bismarckstraße in eine integrierte Stadtstraße ergänzt werden. Die Gestaltung der Baukörper ist klar und stringent, die Höhenentwicklung noch verträglich, die architektonische Ausformung entspricht den Anforderungen und lässt in der weiteren Ausformung Differenzierungen zu.

    Der Park erhält unter Wahrung seiner wertvollen Baumsubstanz ein neues frisches Gesicht, vor den Gebäuden liegen die offenen, an den Rändern eher die geschlossenen Bereiche. Klar, übersichtlich und eindeutig von der Orientierung her sind die Wege mit ihren unterschiedlichen Richtungen und Anforderungen integriert. Das Park-Café liegt sehr schön und wird zur Belebung des Parks beitragen.

    Die vorgeschlagenen Maßnahmen im Städtebau, Verkehr und Freiraum werden sich mit angemessenen Mitteln herstellen und nachhaltig unterhalten lassen.

    Insgesamt stellt die Arbeit einen sehr gelungenen Beitrag zur Lösung der Aufgaben und Anforderungen in einem sehr schwierigen und anspruchsvollen Möglichkeitsraum dar.